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Vergleichstest Hanomag L-28 (Baujahr 1953) gegen Volkswagen Amarok: Ergebnis fällt knapp aus

Es war die automobile Sensation der IAA Nutzfahrzeuge. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet: Humorist Dietmar Wischmeyer hat den Vorfahren des neuen Volkswagen Amarok in Argentinien entdeckt. Und er hat ihn direkt auf das Messegelände in Hannover bringen lassen. Bei Ausgrabungen am Rio de la Plata war der spektakuläre Fund im vergangenen Jahr zutage getreten. Heute ist er im Besitz eines Sammlers aus Schaumburg. Als Günther, der Treckerfahrer, hat Wischmeyer den neuen Volkswagen Amarok (in Hannover entwickelt und in Argentinien gebaut) und seinen Vorgänger, den Hanomag-L 28-Pickup (Baujahr 1953, in Hannover für Argentinien gefertigt) im direkten Vergleich getestet.

„Der Hanomag is’ ja den Amarok sein Urahn“, konstatiert Günther während der Vorstellung der Ergebnisse seines Vergleichstests. Und dank „vorgefaultem Pritschenboden mit Löchern, durch die man ein erwachsenes Meerschweinchen werfen kann“ hatte der „vorgerostete“ Hanomag natürlich direkt die Nase vorn.

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Das „Modell VintageLine“ mit sage und schreibe 50 PS und Viergang-Schaltgetriebe verfügte zudem schon 1953 serienmäßig über die Geschwindigkeitsregelanlage FUSS (den rechten auf dem Pedal mittig platzieren und den Anstellwinkel des Knöchels entsprechend der gewünschten Endgeschwindigkeit variieren), die Klimaanlage Kurbeltronic (in die Türen integriert) und Komfortsitz mit Rückenlehne.

Auch die „zusätzliche Außengeräuschmigration durch Löcher im Bodenblech“ überzeugte den Treckerfahrer. „Außerdem hat der Hanomag nur einen Motor, wenn überhaupt, und man muss nicht auswählen", sagt Günther.

Der Amarok hingegen sei als Allroundtalent mit revolutionär geringem Verbrauch durch hochmoderne TDI-Motoren zwar ein guter Pickup, verfüge aber weder über die beim Hanomag auffallenden Schwermetallräder, noch über die stylishen Stoffsitzbezüge „PotatoBag“, die den L-28 ausmachen.

Kleiner Wermutstropfen des Hanomag: „Die Kiste fährt nicht mehr und muss auf´m Transporter bewegt werden“, erklärt der selbsternannte Nutzfahrzeug-Journalist. „Könnte der verschmadderte Pampa-Cruiser noch fahren, müsste der Hightech-Truck einpacken“, findet Günther. Wer lege auch schon Wert auf überflüssige Features wie Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Sitzpolsterung, geringe Emissionen oder gar permanenten Allradantrieb.

Trotz der prägnanten Vorteile des L-28 gewann der Amarok knapp gegen seinen Urahn. „Die Karre fährt, das hat´s rausgerissen." fasste der Treckerfahrer seine fachmännische Begründung zusammen.

Quelle: Gerhard Prien