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Zubehör/Veranstaltungen

Rallye Aicha des Gazelles du Maroc 2012

Mercedes-Benz Vans zum vierten Mal dabei

Die Anforderungen waren hoch, aber vier Mitarbeiterinnen von Daimler haben es geschafft. Coralie Lejeune, Susanne Ehmer, Julia Salamon und Daniela Snyders fuhren im März bei der Rallye Aicha des Gazelles durch die Wüste Marokkos. Und sie schafften Platz 4 in der Gesamtwertung „Crossover“ sowie den ersten Platz in den Wertungen „Logica Eco Drive“ und „Beste Marathonetappe“. Diese drei wichtigen Wertungen entschieden Marie Le Neillon-Quesseveur und Susanne Ehmer für sich.

Bei der Wüsten-Rallye sind ausschließlich Frauen als Besatzungen zugelassen. Daimler schrieb im vergangenen November im Mitarbeiter-Portal die Teilnahme an der Veranstaltung aus – und besetzte so die Cockpits eines Sprinters und zweier Vitos. Unter mehreren Hundert Bewerberinnen schafften es 16 Damen in die engere Auswahl. Sie wurden zur Endausscheidung für zwei Tage nach Münsingen auf der Schwäbischen Alb eingeladen. Im Januar 2012 sollten sie ihre Eignung für die anspruchsvolle Wüstenfahrt unter Beweis stellen.

Vorbereitung

Paris

Die Aicha des Gazelles geht rund 2.500 Kilometer über Sanddünen, Geröllstrecken, extrem steile Hänge und ausgetrocknete Flussläufe. Die Pilotinnen müssen körperlich fit sein, um ihre Fahrzeuge bei flimmernder Hitze sicher zum nächsten Checkpoint zu bringen. „Die Aicha des Gazelles ist definitiv keine Sonntag-Nachmittag-Kaffeefahrt“, betonen die Organisatoren. Entsprechend anspruchsvoll waren die für die Rallye-Anwärterinnen im Vorfeld zu bewältigenden Aufgaben.

Ohne Teamgeist geht gar nichts

So wartete ein Sprinter, dessen Vorderräder im Eis eines gefrorenen Wasserlochs feststeckten und dessen Hinterräder auf spiegelglattem Untergrund standen, auf seine Befreiung. Neben dem Einsatz von Schaufeln, Gummimatten und Schneeketten entschied vor allem der Teamgeist darüber, ob das Fahrzeug zu befreien war. Bei einer Fahrt über den Off-Road-Parcours war das blinde Vertrauen zwischen Fahrerin und Beifahrerin der Schlüssel zum Erfolg. Die Pilotin musste einen Vito mit verbunden Augen sicher durch enge, verschneite Kurven und über steile Hügel lenken. Die einzige Hilfe für die richtigen Fahrmanöver waren die Kommandos der Co-Pilotin. Neben dem fahrerischen Können wurden auch die technischen Kenntnisse der Damen getestet. Sie mussten etwa einen Reifen wechseln und einen Luftfilter tauschen.

Ortsbestimmung und Navigation

Für den Sieg in der Rallye, oder zumindest für eine gute Platzierung, sind Navigationskenntnisse unerlässlich. Der richtige und kürzeste Weg wird bei der Aicha des Gazelles lediglich mit Kompass, Kilometerzähler und Karte bestimmt. Die 16 Damen wurden - nach ausführlicher Einweisung in die Navigationskunde - an verschiedenen Orten abgesetzt und mussten den Rückweg über vorgegebene Checkpoints finden.

Bei allen Aufgaben wurden die Bewerberinnen von den Prüfern bewertet. Die Entscheidung fiel - trotz festgelegter Kriterien - nicht leicht. Jubel und Erleichterung waren bei den vier Gewinnerinnen Coralie Lejeune (Ingenieurin im Qualitätswesen des Werks Bremen), Susanne Ehmer (Ingenieurin im Werk Mannheim), Julia Salamon (Sachbearbeiterin Vertrieb Vans im Werk Untertürkheim) und Daniela Snyders (Projekt Managerin in der Lkw-Entwicklung im Werk Untertürkheim) um so größer. Sie hatten sich viel vorgenommen. „Ankommen ist Priorität Nummer Eins – und wenn wir ankommen, dann so gut wie möglich“, setzte sich Daniela Snyders, die als Pilotin einen Vito steuern durfte, zum Ziel. Ihre Navigatorin Julia Salamon ergänzte: „Der Sieg wäre natürlich super, aber unser Ziel ist einfach nur, das Maximale zu geben.“ Mit dabei sind auch Marie Le Neillon-Quesseveur (Ingenieurin in der Lkw-Entwicklung im Werk Untertürkheim) und Christina Ackermann (Ingenieurin in der Pkw-Entwicklung im Werk Sindelfingen). Sie standen als Teilnehmerinnen des vergangenen Jahres bereits im Vorfeld wieder für die Rallye 2012 fest.

Biwak

Rallye

Anders als in den vergangenen Jahren, als Mercedes-Benz Vans ein Semi-professionelles Team mit dem Sprinter in der 4x4 Kategorie an den Start schickte, nahmen im Jahr 2012 ausschließlich Mitarbeiterinnen von Daimler teil. Eine umfassende Vorbereitung war also notwendig. Christina Ackermann und Coralie Lejeune wurden zu einem Offroad-Training „in die Wüste geschickt“. Denn der Sprinter musste in der 4x4 Kategorie gegen die ‚richtigen’ Geländewagen-Boliden in der Dünenwelt Marokkos antreten. Die beiden lernten – außer dem Vertiefen von Navigationskenntnissen - Dünen nach ihren ‚Gefährlichkeitsgrad’ richtig einzuschätzen und dementsprechend anzufahren – oder zu umfahren. Sie übten die gefahrlose Durchfahrung der Queds, tückischer Wasserläufe, die auch in ausgetrocknetem Zustand ihre Tücken haben. Obendrein konnten sie ihre neu erworbenen Navigationskenntnisse gleich im richtigen Umfeld ausprobieren.

Die beiden Vito-Teams - Marie Le Neillon-Quesseveur und Susanne Ehmer sowie Julia Salamon und Daniela Snyders - traten in der Crossover Kategorie an. Sie absolvierten ein Navigationstraining in Avignon, der Heimat der Rallye Organisation Mainega, und lernten während dieses Trainings bereits das Gros der anderen Rallye-Teams kennen. Das von der Organisation geforderte obligatorische Fahrtraining ging auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen auf der schwäbischen Alb über die Bühne. Zwar im zwar, aber festgefahren im Schnee ist mit dem Einsanden in einer Düne beinahe gleichzusetzen. Die daraus resultierende Buddelei ist, bis auf die kalten Fingen, annähernd die gleiche. In den verbleibenden Tagen bis zum Rallye-Start bereiteten sich die Damen physisch und psychisch auf die anstehenden Strapazen vor.

Parallel dazu wurden die Vans aufgebaut und für den harten Wüsteneinsatz vorbereitet. Der Sprinter hatte als Sonderfahrzeug mit einem auf 2.590 mm reduzierten Radstand bereits im vergangenen Jahr, mit dem beiden Semi-Profis Jeanette James und Anne-Marie Borg als Besatzung, sein Debüt. Durch einen Fahrfehler in den Dünen erlitt das Team seinerzeit einen Unfall und schied aus der Wertung aus. Bei dem Aufsehen erregenden Mobil handelt es sich – bis auf verstärkte Achsen und den reduzierten Radstand - um ein Serienfahrzeug mit einem Sechszylinder-Diesel OM 642, der 190 Pferdchen antraben lässt.

Rallye2

Die 2012-er Vitos gehen – bis auf die vom Rallye-Reglement geforderten Änderungen wie Überrollkäfig und Sitze sowie Schutzschilder für Achse, Tank und Motor – im Serienzustand an den Start Für den Antrieb sorgt ein 163 PS leistender Vierzylinder-Diesel OM 651.

Startpunkt der 22. Rallye Aicha des Gazelles ist Paris. Am 16. März startet die Karawane von Mercedes-Benz Van, am Rasthof Pforzheim ist um zehn Uhr der erste Treffpunkt. Nach und nach treffen die ersten Rallye-Fahrzeuge ein, weiter geht es in die Pfalz zur Familie von Susanne Ehmer. Es folgt eine Strecke von 640 Kilometern im Konvoi, eher langweilig. Der Wettergott spielt mit, bei 23°Celsius Außentemperatur und strahlend blauem Himmel. Rund 30 Kilometer vor Paris geht es dann nur noch Stop und Go – der übliche Verkehr zum Feierabend in der französischen Metropole eben. Und zwischendrin suizidgefährdete Zweiradfahrer, die mit 50 km/h - und mehr – mit Todesverachtung zwischen den schleichenden Auto Kolonnen durchbrausen. Jeder Spurwechsel gleicht einem Himmelfahrtskommando. Aber alles geht gut, gegen 20 Uhr landen die Gazellen im Hotel. Ein bisschen abgekämpft, aber glücklich. Morgen geht es los.

17. März 2012, der Wecker zeigt beim Aufstehen 4:45 Uhr. Die Gazellen können sich schon mal an die während der Rallye üblichen Weckzeiten gewöhnen. Der Eiffelturm im Nebel, um 05:30 Uhr stehen die Rallyeteilnehmer am Trocadero, mitten in Paris. Und bauen den Messestand von Mercedes-Benz Vans auf. Tresen aufstellen, Fernseher anschließen, Stromleitungen verlegen und Butterbrezeln für die Gäste schmieren – um, acht Uhr ist alles fertig, Gäste und Journalisten können kommen. Vor dem Trocadero stehen mittlerweile 150 Rallye-Fahrzeuge, der Eiffelturm erhebt sich majestätisch über dem Geschehen, bei nur 11°Celsius hängen schwere Wolken am Himmel über Paris. Die Gazellen arbeiten ihren Laufzettel ab. Die Fahrzeuge werden auf reglementkonforme Ausrüstung und ihren technischen Zustand geprüft und die Beklebung wird überprüft. Die Satellitensysteme, über die im der Rallyeverlauf im Internet in Echtzeit verfolgbar ist, werden verbaut, Dokumente gecheckt, die in Rosa gehaltene Bekleidung, die während der Rallye getragen werden muss, wird ausgegeben.

Die Rallye-Mobile werden von Wettbewerberinnen, Journalisten und Schaulustigen kritisch beäugt. Fachkundig werden die Gewinnchancen kommentiert, die Vitos liegen gut im Rennen und der kurze Sprinter erregt großes Interesse. VW tritt mit gleich zehn Amaroks an, gegen 16:30 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung. Die 150 Fahrzeuge gehen über die Startrampe und brechen zur Überführungsetappe ins 420 Kilometer entfernte Clermont-Ferrand auf. Das Fährschiff fährt am Montagabend vom südspanischen Hafen Almeria nach Marokko, bis dorthin haben die Gazellen noch 1.450 Kilometer vor sich.

Die Rallye, von Gründerin Dominique Serra 1990 erstmals organisiert, sollte im männlich dominierten Motorsport Vorurteile gegen Frauen am Steuer ausräumen. Nach 22 Jahren zählt die Rallye zu den wichtigsten Terminen im französischen Motorsportkalender, in diesem Jahr mit 150 teilnehmenden Teams aus 30 Nationen. Es ist die einzige von Frauen für Frauen organisierte Motorsportveranstaltung, die außerdem einem guten Zweck dient. „Die Rallye ist nicht nur ein Autorennen, sie ist ein Engagement“, so Dominique Serra. Die Einnahmen der Rallye finanzieren Ärzteteams, die ganzjährig Nomaden und die Bewohner abgelegener Dörfer und Siedlungen im südlichen Teil Marokkos versorgen, ein medizinischer Konvoi fährt mit einer mobilen Klinik während der Rallye mit durchs Land. Von den Mitteln wurde beispielsweise auch ein Waisenhaus bei Essaouira gebaut und unterhalten.

Die Rallye mit ihrer Länge von rund 2.500 Kilometern besteht aus sieben Etappen, darunter zwei Marathon-Etappen über zwei Tage. Nicht das schnellste Team gewinnt, sondern das mit den wenigsten zwischen den Checkpoints zurückgelegten Kilometern. Strafpunkte gibt es für längere gefahrene Strecken, die Anforderung technischer Unterstützung oder ausgelassene Checkpoints. Die ‚Sheriffs‘ der Organisation untersuchen Fahrzeuge verdächtig gut navigierender Teams auf versteckte GPS-Geräte. Die Veranstalter lassen sich jedes Jahr etwas Neues einfallen, um die Rallye interessanter zu machen. Teile der Karte werden beispielsweise mit einem weißen Fleck versehen, der die Teilnehmerinnen über längere Distanzen zur Navigation nur nach Kompass zwingt. Eines der neuen Klassements im Jahr 2012 ist die „Logica ECO Drive-Wertung“, in der es auf Fahrleistung, Verbrauch und Fahrerverhalten ankommt. Die Daten werden über den CAN-Bus der Fahrzeuge ermittelt und per Satellit in die Rennzentrale übertragen und dort ausgewertet. Die neue Wertung setzt auf größtmögliche Schonung der Umwelt und Reduzierung der CO2-Emissionen.

Essaouria

In die erste Etappe geht es am Donnerstag 22. März. Gleich zu Anfang gab es viel, viel Sand, der den Gazellen zu schaffen macht. Sie graben und graben und kommen am Abend völlig abgekämpft ins Ziel. Team 319 mit Daniela und Julia geht auf Nummer sicher gegangen und erreicht das Ziel vor Anbruch der Nacht. Allerdings gehen zwei Checkpoints verloren, die bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen waren. Am Ende der Etappe steht das Team – mit 276 Strafpunkten - auf Platz 8 im Crossover-Segment.

Team 320 mit Marie und Susanne bekommt bei Checkpoint 2 vom dortigen Kontrolleur falsche Koordinaten für den nächsten Checkpoint bekommen, was zu einer wilden Sucherei führt. Das Team kämpft sich den ganzen Tag über die falsche Route, die 4x4 Strecke. Kurz vor Mitternacht kommt das Team auf Platz 9 abgekämpft im Biwak an.

Team 137 mit Christina und Coralie muss sich noch an den kurzen Sprinter gewöhnen. Es folgt der Ideallinie gefolgt und arbeitet die ersten drei Checkpoints konsequent ab. Im Biwak sind sie mit 152 Strafpunkten auf Platz 47 angelangt.

Alle Teams haben am Freitag bei morgendlichen fünf Grad einen guten Start. Die Vito-Teams bekommen ein Gefühl für die Autos und finden die Checkpoints leichter. Team 319 fährt an diesem Tag seine beste Etappe und landet auf Platz 2 der Etappenwertung. Team 320 hat es schwerer, fährt sich oft fest und kommt kurz vor Mitternacht abgekämpft im Biwak an. Platz 6 in der Etappenwertung. Im 4x4-Segment kommt Team 137 gut voran, die Gazellen kommen mit Platz 25 in der Etappenwertung ins Biwak.

Das morgendliche Briefing am Samstag dauert länger, am Freitag ist das kanadische Team 100 mit seinem Isuzu D-Max schwer verunglückt. Das Auto ist Schrott, den Gazellen Josée Roberge und Julie Vivier geht es aber gut. Sportdirektor Jean-Pierre Berthet wiederholt nochmals die Sicherheitsregeln und die Verhaltensmaßnahmen, denen die Gazellen im Notfall folgen müssen. Stallorder aus Stuttgart für die Gazellen: Kein Risiko eingehen. Heute geht es in die berüchtigten Merzouga-Dünen, in denen im Vorjahr der kurze Sprinter durch einen Fahrfehler einen leichten Unfall hatte, der am Ende die Disqualifikation für das Team James/Ortola bedeutete.

Erschwerend hat es in der Nacht wie aus Eimern geregnet, überall ist Matsch. Alle, selbst die Profis in den Teams, fahren sich hoffnungslos fest, viele Teams stecken bis Sonntagnacht fest ohne einen Meter vorwärts zu kommen. Sie werden von der technischen Unterstützungstruppe erlöst und aus der matschigen Sandwelt gezogen.

Zwei Routen der Dünenwelt sind für die 4x4-Kategorie zu. Nachdem sich Christina und Coralie mit dem kurzen Sprinter mehrfach fürchterlich festgefahren und selbst wieder befreit haben, nehmen sie die Alternativroute. Ein weiser Entschluss, der zwar einige Strafpunkte bringt, aber Fahrzeug und Pilotinnen keinem unnötigen Risiko aussetzt. Beim Ausbruch aus den Dünen, haben die beiden - dem Gazelles-Spirit folgend – mit der Seilwinde noch ein Dacia-Team aus gleicher Misere befreit.

Danach fährt Team 137 einen sauberen Kurs, eng an der Ideallinie. Kurz vor Checkpoint 9 nehmen sie es mit der Ideallinie sehr wörtlich genommen und erklimmen mit dem Sprinter einen Steilhang und erreichen den direkt dahinter liegenden Checkpoint. Vor Checkpoint 10 berichtet Coralie von einer Hochebene, auf der man 40 Kilometer weit keinen Anhaltspunkt zur Navigation hat. Nur mit dem Kompasskurs und der Ansage an Christina, jetzt schnurgerade zu fahren, schaffen es die beiden punktgenau zum Checkpoint. Schäden am Sprinter gibt es nicht, Christina und Coralie arbeiten sich von Platz 37 auf 34 vor.

Marie von Team 320 hat schon Erfahrung im Fahren durch den Sand, sie hat den Dreh raus und fährt mit der richtigen Geschwindigkeit durch die Sanddünen, gleitet fast darüber. Bei Einbruch der Dunkelheit sind Marie und Susanne kurz vor CP 6, müssen dann aber allein in der Wüste übernachten. Die berüchtigte Steinwüste mit ihren gemeinen spitzen Steinen beschert ihnen einen Reifenschaden. Die Neulinge Daniela und Julia im Team 319 führen meiste das Feld an, ein Reifenschaden ist schnell behoben.

Am Montag ist das Wetter immer noch nicht besser. Es regnet unaufhörlich, der Matsch wird immer schlimmer. Team 319 und 320 fahren trotz der Wetterlage eng an der Ideallinie, bekommen alle Checkpoints. Team 319 holt den vierten, Team 320 den zweiten Platz in der Etappenwertung.

Dienstag, das Wetter ist etwas besser, es regnet nur vereinzelt, dafür ist es stürmisch und windig. Beide Crossover-Teams meistern die Etappe mit Bravour, finden alle Checkpoints, die Autos fahren problemfrei. Team 319 erringt erneut den vierten Platz in der Etappenwertung, Team 320 gewinnt in der Etappenwertung. Marie und Susanne liegen in der Gesamtwertung auf Platz 4. Team 137 hat richtiges Pech, durchquert einen Teil der Steinwüste. Einer der Stöße war wohl zuviel, das Federdomlager vorn links ist beschädigt. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken, Notruf drücken, 200 Strafpunkte. Das Werkstattteam behebt den Schaden provisorisch und macht die langsame Weiterfahrt möglich. Die richtige Reparatur erfolgt im Biwak, früh um sechs steht das Fahrzeug wieder einsatzbereit an der Startlinie.

Wartung

Am Mittwoch ist der Himmel bedeckt, es regnet morgens - noch - nicht. Bei später einsetzenden heftigen Güssen wird der Lehmboden zur Matschsoße. Die Auto kämpfen sich mühevoll vorwärts, mal mit Erfolg. Team 319 fährt sich in der Brühe hoffnungslos fest, die Gazellen Daniela und Julia graben und graben und graben. Bei der Befreiungsaktion wird eine Antriebswelle beschädigt, wieder vollbringen die Techniker über Nacht ein kleines Wunder. Der Schaden ist bis zum Morgen behoben, die Gazellen können nach einer Nacht allein draußen in der Wüste weiterfahren. Aber der Defekt hat die Mädels etwas zurückgeworfen, zum Schluss reicht es aber für Platz 8 in der Gesamtwertung.

Team 320 wird mit dem Matsch gut fertig. Das Auto ist über und über mit Lehm überzogen, er klebt an allen Gelenken und am Wagenunterboden. Marie und Susanne klopfen das betonharte Zeug ab, bekommen so wieder Freigang und setzen die Etappe fehlerfrei fort.

Christina und Coralie – Team 137 – sind noch übermüdet vom Vortag und geben auf dieser Etappe noch mal alles. Der Sprinter hat mit dem Matsch kaum Probleme, die Besatzung wagt sich auf die Schwarze Piste durch die Dünen und kommt überglücklich gegen 18 Uhr ins Ziel.

Gesamtresultat für die Schwaben: Platz 4 in der Gesamtwertung „Crossover“ sowie Platz 1 in den Wertungen „Logica Eco Drive“ und „Beste Marathonetappe“. Marie Le Neillon-Quesseveur und Susanne Ehmer haben die drei Wertungen bei der Aicha des Gazelles für sich entschieden. Das zweite Team, Daniela Snyders und Julia Salamon, unterwegs im baugleichen Vito, schaffen den achten Platz in der Gesamtwertung „Crossover“ und werden Dritte in der Wertung „Logica Eco Drive“. Christina Ackermann und Coralie Lejeune, mit dem Sprinter im 4x4-Segment gegen die Geländewagen der namhaften Automobilhersteller angetreten, schaffen es – bei 130 Teams - auf Platz 60.