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VW Campingbus-Buch

Die Überland-Busse

Es geht kein Weg dran vorbei: Der VW Bus ist – insbesondere in seinen älteren Versionen – mittlerweile ein gesuchtes Sammlerstück. Und das, was man heute als „Kult“ bezeichnet. Noch mehr als in Deutschland – wo schon mal auf Klassiker-Messen für einen gut erhaltenen T1 80.000 Euro aufgerufen werden – gilt das in Großbritannien. Kein Wunder, dass man sich dort, wie David Eccles, auch literarisch mit den VW Campingbussen beschäftigt. Der kommt in seinem Buch „VW Campingbus“ zum (den Untertitel bildenden Schluss): „Die Legende lebt“.

Der VW Bus - speziell in seiner Spielart als Campingbus - spiegelt wie wohl kaum ein anderes Fahrzeug den Geist und das Lebensgefühl der Hippie-Ära, des „summer of love“ und der „rolling sixties“ wider. Schon im Jahre 1951 brachte die Firma Westfalia aus Rheda-Wiedenbrück den ersten Camper auf den Markt. Der hatte schon alles, was man zum Übernachten in „freier Wildbahn“ so brauchte. Bett, Spüle und Kocher. So genannte „Campingboxen“ konnten im VW Bus eingebaut und wieder demontiert – und dann im heimischen Gästezimmer genutzt – werden. Anfang der 1960-er Jahre folgten aufstellbare Hubdächer und auszieh- bzw. klappbare Betten. Der Besitz eines Campingbusses bedeutete Freiheit - und das tut es noch heute. Damals entstand das Bild von den VW Bus fahrenden Blumenkindern und Hippies. Obwohl auch der brave Geschichtslehrer oder Postbeamte gerne mit dem VW Camper unterwegs war. Die Campingbusse auf Basis des VW Bus sind die vielleicht vielseitigsten – und begehrtesten – Exemplare der Transporter-Spezies von Volkswagen. Etliche Firmen widmeten sich dem Umbau des VW Bus – bis heute. Die Zahl der Aus- und Umbauer ist Legion, viele verschwanden in der Versenkung, etliche sind bis heute aktiv.

David Eccles hat zahlreiche Modelle und Umbauten zusammengetragen, die aus Europa und Nordamerika stammen. Es sind einige ungewöhnliche und nicht alltägliche Ausbauten dabei, die in Deutschland nur wenig – oder gar nicht – bekannt sind. Das macht das Buch zu einer Fundgrube für Fans des VW Campingbusses. Für Leser hierzulande ist es vielleicht ein wenig betrüblich, dass die Aus- und Umbauten aus Deutschland etwas knapp wegkommen. Etliche Firmen fehlen völlig, was wohl dem Umstand geschuldet ist, dass dieses lesenswerte Buch in Großbritannien entstand. Teca wird auf lediglich einer Seite abgehandelt, mit Abbildungen aus Prospekten, Auch Tischer muss sich – ebenso wie Dehler mit dem legendären Profi - für seine absetzbaren Wohnaufbauten mit einer Seite begnügen. Umfangreich ist hingegen das Kapitel über Westfalia.

Lesen- und sehenswert machen das Buch die Kapitel über in Deutschland kaum bekannte Hersteller wie Adventurewagen, Holdsworth, Viking oder Eurec. Interessant sind insbesondere die rund 900 farbigen Abbildungen. Die hätten allerdings gerne etwas größer ausfallen dürfen. Die Herkunft des Autors von der britischen Insel wird ab und an deutlich, etwa in Bemerkungen wie dieser zum T5 California: Der neue Camper glänzt „mit luxuriöser Ausstattung auf höchstem Niveau, auch wenn das Fehlen eines Grills von den internationalen Testern bemängelt wurde“. Solch spezifisch britische Auffassungen scheinen dem ein oder anderen Leser des Buches vielleicht etwas skurril, machen das Werk jedoch beileibe nicht weniger lesenswert.

David Eccles: „VW Campingbus. Die Legende lebt. Die schönsten Umbauten seit 1951.“, 160 Seiten, rund 900 größtenteils farbige Abbildungen, 217 x 303 mm, gebunden, Preis: 19,99 Euro, ISBN: 978-3-86852-475-8.

Quelle: Gerhard Prien