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Die Schrauber-Bibel: "So wird's gemacht"

Die Schrauber-Bibel: „So wird’s gemacht“ von Dr. Rüdiger Etzold

Seit über 35 Jahren gibt der Bielefelder Delius Klasing Verlag die erfolgreiche Buchreihe „So wird’s gemacht“ heraus. Mitte Januar 2011 erscheint der 150. Band über den Skoda Fabia II. In einem Interview erläutert Autor Dr. Rüdiger Etzold, warum man auch bei aktuellen Fahrzeugen
noch viele kostspielige Wartungs- und Reparaturarbeiten leicht selbst durchführen kann.

Den Grundstein seiner Buchreihe „So wird’s gemacht“ legt Schrauber-Papst Dr. Rüdiger Etzold im Jahr 1974. Kurz nach dem Verkaufsstart des ersten VW Passat präsentiert der Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik zum damals brandneuen Passat sein erstes Auto-Reparaturhandbuch unter dem heutigen Markenzeichen. 36 Jahre später sind mehr als 80 Bände lieferbar.

Seit über 35 Jahren veröffentlichen Sie jährlich neue Bände in Ihrer „So wird´s gemacht“ -Buchreihe. Inzwischen haben Sie den 150. Band fertig gestellt. Was hat sich inhaltlich in diesem langen Zeitraum verändert?

Etzold: Wenn man sich den Band über den VW-Käfer anschaut, den ich 1977 veröffentlicht
habe, dann beschreibe ich dort noch, wie man den Motor bis zur letzten Schraube zerlegen
kann. Auch beim ersten Golf-Band gibt es noch derartige Informationen. Das ist jedoch nicht
mehr erforderlich, denn solche Arbeiten führt heutzutage kein Hobby-Schrauber durch.
Zwangsläufig schreibe ich auch nicht über Arbeitsschritte, die nicht mehr gebraucht werden.
Letztens hat beispielsweise ein Leser einen meiner Bände in einem Internet-Forum schlecht
benotet, weil er mit Hilfe meiner Reparaturanleitung den Zündzeitpunkt nicht einstellen
konnte. Seitdem die Elektronik im Auto Einzug gehalten hat, ist das, wie vieles andere auch,
erfreulicherweise nicht mehr vonnöten.

Es gibt sicherlich ein Ranking, welche Reparaturarbeiten von den Hobby-Schraubern
am intensivsten in Angriff genommen werden.

Etzold: Die Bandbreite der gewünschten Reparaturanleitungen ist sehr groß. Intensiv genutzt
werden die Swg-Bücher, um mit den Anleitungen Verschleißteile wie Filter, Bremsbeläge
oder Glühlampen auszuwechseln, die Wartung durchzuführen oder Karosserie- beziehungs-
weise Fahrwerksteile zu erneuern.

Sie beschreiben also auch wie man die Bremsbeläge erneuert. Ist das nicht ein
Sicherheitsrisiko?

Etzold: Grundsätzlich hat jeder Autobesitzer das Recht, an seinem Auto rumzuschrauben,
wie er es für sinnvoll hält. Ich bin der Meinung, dass es von Vorteil ist, wenn sich der Hobby-
Schrauber bei komplexen Arbeiten an die Vorgaben einer guten Anleitung hält. Dann kann er
im Prinzip nichts falsch machen. Ein erhöhtes Sicherheitsrisiko gibt es schließlich schon,
wenn man das Rad wechselt und vergisst, die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen
Anzugsdrehmoment anzuziehen. Wie sinnvoll eine gute Reparaturanleitung sein kann, habe
ich erst jüngst selbst erfahren. Ich habe ja schon vor 50 Jahren intensiv Reparaturen an VW-
Käfern durchgeführt. Vor einiger Zeit habe ich meinem 40 Jahre alten Karmann Ghia neue
Radbremszylinder und neue Bremsbeläge gegönnt. Als ich den Bremshebel an den
Bremsbacken befestigen wollte, wusste ich nicht mehr, an welcher Seite der Bremsbacke
der Bremshebel befestigt wird. Ein Blick in den VW-Käfer-Band - da gibt es eine gute
Explosionsdarstellung von der Bremsanlage - und mein Problem war gelöst.

Es herrscht ja allgemein die Meinung vor, dass man an den aktuellen Autos selbst
kaum noch Hand anlegen kann. Was halten Sie von dieser Aussage?

Etzold: Absoluter Unsinn. Richtig ist, dass durch den vermehrten Einsatz elektronischer
Bauteile viele Arbeiten nicht mehr anfallen wie beispielsweise das Wechseln des
Unterbrecherkontaktes, das Einstellen der Zündung, die Reparatur eines Vergasers oder das
zeitaufwendige Justieren des Ventilspiels. In meinen Büchern beschreibe ich Reparaturen
am Auto, die in Eigenregie erledigt werden können. Und nach wie vor gibt es am Auto
Verschleißteile (Filter, Bremsbeläge, Wischerblätter usw.), die in einem vorgeschriebenen
Rhythmus ausgewechselt werden müssen. Selbst einfache Arbeiten, wie beispielsweise das
Auswechseln der Glühlampe, werden von der Fachwerkstatt mitunter schon mit rund 100
Euro berechnet. Mit meiner Anleitung kann man diese Arbeit problemlos selbst durchführen.
Das gilt auch für die Wartung, für die von der Werkstatt im Schnitt zwischen 400 bis 600
Euro berechnet wird. Die aufwendigste Arbeitsposition bei den Wartungsarbeiten ist der
Ölwechsel. Alle anderen Positionen sind vornehmlich reine Kontrollarbeiten. Die kann man
leicht selbst umsetzen. Zudem sollte man bedenken, dass es sehr viele Bürger gibt, die
aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage gar nicht in der Lage sind, die Kosten für eine Fahrzeug-
Reparatur in der Werkstatt zu bezahlen. Sie sind nahezu gezwungen, anfallende Wartungs-
und Reparaturarbeiten kostengünstig selbst durchzuführen. Auch für diese Schrauber ist
mein Reparaturhandbuch die Bibel der Bastler , wie es Spiegel-Online ausgedrückt hat.

Die Bände der Buchreihe „So wird’s gemacht“ kosten 19,90 Euro. Weitere Infos: www.delius-klasing.de/so-wirds-gemacht

Quelle: Gerhard Prien