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Zubehör/Elektrik

Tascom

Tascom: Mobile Satellitenkommunikation

Irgendwann hat es ihn einfach genervt. Thorsten Schwabe war es einfach satt, im Urlaub nicht erreichbar zu sein. Dem sportlichen Geschäftsmann geht ein Auftrag durch die Lappen, als er mit Reisemobil und Motorrad ein paar Tage im Süden unterwegs ist. Über die eingehende Bestellung des Kunden freut sich ein (besser erreichbarer) Wettbewerber. Da muss sich doch was machen lassen, denkt Schwabe. Er findet andere Zeitgenossen, denen es schon ebenso ergangen war wie ihm. Und die ebenso wie er unterwegs, mobil kommunizieren und erreichbar sein wollen. Schwabe macht sich ans Werk, er bringt mit der Tascom Kommunikationsbox (www.tascom.eu) schließlich ein interessantes Produkt zur Serienreife. Die Box nutzt bidirektionale Satellitenkommunikation, das heißt die SAT-Schüssel empfängt (wie man es vom TV-Empfang her kennt) und sendet auch Signale. Dazu dient eine 60-er, besser 80-er SAT-Schüssel, die auf dem Fahrzeugdach montiert oder auf dem Boden aufgestellt werden kann. Automatische Antennen stellen sich selbständig auf, manuelle Antennen müssen per Hand, etwa auf einem Dreibein, nach dem Satelliten ausgerichtet werden. Mit etwas Übung ist das eine Sache von weniger als fünf Minuten; bei ausgerichteter Antenne erfolgt ein automatischer Verbindungsaufbau.

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Neben der SAT-Schüssel braucht es die Kommunikationsbox von Tascom, die ist in einem kompakten, robusten und dichten Gehäuse untergebracht. Das Gerät sucht automatisch die „beste“ Stomversorgung. Bei Landanschluss zieht das Gerät 230 Volt, unterwegs greift die Box auf 24 oder 12 Volt aus dem Bordnetz des Fahrzeugs zurück. Der Anschluss der Box ist denkbar einfach: Lediglich Antennenkabel und Bordbatterie müssen mit der Kom-Box verbunden werden, überdies sind vorkonfektionierte externe Einbaubuchsen verfügbar.

Die Kommunikations-Box bietet nicht nur DSL (die Verbindung der Kommunikationsbox zum PC/Laptop erfolgt über W-LAN und/oder frontseitige Buchsen), sondern auch Voice over IP, also Telefonverbindungen ins Fest- oder Mobilfunknetz. Als besonderen Gag bietet Tascom, je nach Providervertrag und Wohnort, auch die Mitnahme der Festnetz-Rufnummer an. So kann unterwegs mobil telefoniert werden ohne dass der Gesprächspartner mitbekommt, dass man nicht im Büro bzw. Zuhause, sondern unterwegs oder im Urlaub ist. Die entsprechenden Einzelgeräte für (mobiles) DSL und (Analog- und ISDN-) Telefonanlage sind in der Kommunikationsbox integriert.

Konkret heißt das, dass ein Nutzer mit einem einfachen Telefon mit deutscher Festnetznummer auch aus dem Ausland zu deutschen Festnetzpreisen telefonieren kann. Es fallen weder teure Roaming-Gebühren für Mobiltelefonate an noch Gebühren, die beim Eingehen von Anrufen auf dem Mobiltelefon berechnet werden. Zudem ist die Sprachqualität durch die digitale Datenübertragung ausgezeichnet.

Die Kosten für den Provider liegen, bei einer Flatrate mit einer Übertragungsrate von 1 MBit, bei 49,98 (2 MBit für 79,98) Euro monatlich. Damit sind (bei bestehender Verbindung zum Satelliten) 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr Internet-Telefonie, WWW und e-Mail-Dienste und Fax nutzbar. Da das gerät dual, sprich stationär und mobil, eingesetzt werden kann, ist die Nutzung sowohl Zuhause, im Büro, im Ferienhaus auf einer idyllischen Insel, auf dem Boot im Hafen oder im Wohnmobil auf dem Stellplatz möglich. Mit einer SAT-Schüssel auf dem Reisemobil und einer weiteren Zuhause ist so, mit nur einem Providervertrag, das ganze Jahr über Telefonie und die Internet-Nutzung möglich. Interessant ist das vor allem für jene, die in einer Region wohnen, in der eine Abdeckung mit breitbandigem DSL über bestehende Kabelnetze nicht oder nur mit geringen Leitungsgeschwindigkeiten vorhanden ist.

Drahtloses GPRS, ein Dienst des GSM-Mobilfunknetzes, ist im Vergleich zur Tascom-Lösung in den Übertragungsraten langsamer, UMTS ist wegen der fehlenden Flächendeckung und Konzentration auf Ballungsräume nicht unbedingt eine Alternative für den mobilen Einsatz, außerdem im Ausland durch anfallende Roamingkosten, nicht gerade preiswert.

Wir haben die Tascom-Lösung während einer mehrtägigen Reise in Deutschland und im europäischen Ausland ausprobiert. Das System ist narrensicher, einfach zu bedienen und ermöglicht per W-LAN mehreren Rechnern den Zugang zum Internet und seinen Diensten. Einer manuell auszurichtenden SAT-Antenne würden wir allerdings die automatische (trotz höherem Kaufpreis) eindeutig vorziehen. Das Tascom-System selbst arbeitete während unserer Tour problemlos und störungsfrei, auch Telefonate konnten klar und deutlich geführt werden.

Mit der Multimedia-Box von Tascom kann man obendrein auch TV- (DVB-S und DVB-T) sowie Radioprogramme empfangen. Die medienzentrale bündelt alle bisher notwendigen Einzelgeräte für Audio-, Video- und Internetanwendungen in einem Gerät. Die Steuerung erfolgt über eine Fernbedienung. So ist auch unterwegs das Laden, Speichern, Schneiden, Kombinieren und Darstellen von Filmen, Musik, E-Books oder Fotos möglich. Ebenso wie die Kommunikations-Box ist auch die Medienzentrale für die 230 Volt-Feststromversorgung und den 12/24 Volt-Betrieb ausgestattet. Das Set aus Kommunikations-Box und Medienzentrale kostet 3.750.—Euro, die Kommunikations-Box alleine kommt auf 2.125.— Euro (Medienzentral 1.925.— Euro).

Quelle: Gerhard Prien