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Reisen/Vorbereitung

Wintercamping

Holiday on ice: Wintercamping

Trotz frostiger Temperaturen gewinnt Camping im Winter immer mehr Freunde. Ein erholsamer und erlebnisreicher Urlaub in Wohnwagen oder Reisemobil, bei eisigen Temperaturen, das ist jedes Jahr für etliche Tausend Fans des Wintercampings das höchste der Gefühle. Sie genießen auf Camping- und Wohnmobil-Stellplätzen die winterliche Natur, ganz unmittelbar und unverfälscht. Die Winterfreunde reisen mit eigenem Gespann oder Wohnmobil an, oder sie mieten vor Ort auf einem
Winter-Campingplatz einen Caravan. Eine kleine Schar besonders hartgesottener Zeitgenossen verbringt die Ferientage gar im winterfesten Zelt.

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Aktuelle Caravans und Reisemobile sind meist gut isoliert und daher wintertauglich. Eine Heizung ist selbstverständlich, bei Wohnmobilen gibt es – in den höheren Preiskategorien – sogar ausgesprochen Fußbodenheizungen, die ein besonders angenehmes Raumklima schaffen. Voraussetzung ist allerdings ein ausreichender Vorrat an Brennstoff. In der Regel dürfte das Gas sein, gebunkert in Flaschen oder – seltener – in Tanks. Also sind der Gastank oder die Gasflaschen zu füllen. Für den Einsatz im Winter sollte man 100-prozentiges Propangas verwenden, bei einem zu hohen Butangasanteil kann es zu Vereisungen und damit Störungen in der Heizungsanlage kommen. Vor Antritt der Urlaubsreise ist es empfehlenswert, das Fahrzeug einmal komplett auf- und durchzuheizen. So wird der störungsfreie Betrieb der Heizungsanlage vorab geprüft – denn nichts ist unangenehmer als erst am Urlaubsort einen Defekt der Heizung festzustellen. Und in den schönsten Tagen des Jahres bitterlich zu frieren. Auch ein Check der Bordtechnik sollte vor Abreise erfolgen. Und: Ersatzbatterien für die Piezozündung gehören mit ins Gepäck. Eine Aufrüstung der Gasanlage kann sinnvoll sein. Eine Truma Duomatic, eine Regler-Umschaltautomatik, die von der leeren zu zweiten (gefüllten) Gasflasche umschaltet, sorgt dafür, dass man nicht mitten in der Nacht (und in bitterer Kälte) leere Gasflaschen tauschen muss. Nützlich ist auch Trumas Eis-Ex, eine Heizung, die das Einfrieren des Druckminderers der Gasanlage verhindert. Ein Campingplatz, auf dem man Gasflaschen tauschen kann, ist eine sinnvolle Wahl fürs Wintercamping. Denn trotz gut isolierter Fahrzeuge wird man mit einer 11 Kilo fassenden Flasche, bei ständigem Heizungsbetrieb, kaum über den ganzen Urlaub kommen. Mit einem Verbrauch von drei bis fünf Kilo Gas pro Tag sollte man rechnen. Nicht überall im Ausland sind die in Deutschland üblichen Gasflaschen zu bekommen. Für einen solchen Fall sind mitgeführte passende Adapterstück für ausländische Gasflaschen sinnvoll. Beim Heizungsbetrieb muss der Abgaskamin frei bleiben. Heizungen mit Dachkamin sollten für Winternutzung eine Kaminverlängerung bekommen, so bleibt der Auslass auch nach starkem Schneefall frei.

Ein Beleuchtungs-Check vor Reiseantritt ist Pflicht. Denn Glühbirnen verlieren ihre Leuchtkraft allmählich. Ein Lichttest ist in vielen Werkstätten im Herbst kostenlos. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollte man auch bei Tag mit Licht fahren, so wird man besser gesehen. Und unterwegs sollte man die Scheinwerfer und Rückleuchten regelmäßig von Schnee oder Schmutz befreien.

Zuhause sollten auch die Bord- und Starterbatterie vollständig geladen werden. Selbstverständlich ist der Wechsel auf Winterreifen vor Antritt der Urlaubsfahrt, obendrein gehören Schneeketten mit ins Gepäck. Die sollten schnell zugänglich verstaut sein, mit ihrer Handhabung sollte man sich vor dem ersten Einsatz in Eis und Schnee vertraut gemacht haben. Ins Staufach gehört auch ein Klappspaten oder eine Schneeschaufel. Die leisten gute Dienste beim Ausbuddeln des Reisemobils oder Gespannes aus einer Schneewehe. Mit Fußabtreter und Handfeger befreit man vor Betreten des Fahrzeugs die Schuhe von Schnee oder Eis. Mit ins Gepäck gehören Eiskratzer, Abschleppseil, Starthilfekabel, Frostschutz für die Scheibenwaschanlage und das Enteisungs-Spray (in die Jackentasche stecken) fürs Türschloss. Fürs Reisemobil leisten Isoliermatten für Front- und Seitenscheiben des Fahrerhauses gute Dienste, sie senken den Gasverbrauch deutlich. Ein Wintervorhang an der Tür hilft Zugluft zu vermeiden.

Rechtzeitig buchen sollte man den Campingplatz, etwa 1.000 Wintercampingplätze in allen Komfortkategorien gibt es alleine in Deutschland. Gut ausgestattete Plätze mit einer attraktiven Lage in schneesicheren Regionen der Mittelgebirge oder des Alpenvorlandes sind rasch ausgebucht. Die Buchungen laufen meist direkt über die Campingplatzbetreiber vor Ort. Für erste Anregungen und Preisvergleiche sind Camping-Führer hilfreich. Interessant sind auch eventuell anfallende Nebenkosten etwa für Strom, Wasser, die Benutzung der Waschmaschinen, Telefon oder Fax. Die können den Aufenthalt auf dem Campingplatz ruck-zuck verteuern.

Die Anreise sollte so geplant werden, dass man nicht erst am Abend den gewählten Urlaubsort erreicht. Das Aufstellen des Fahrzeugs auf dem Campingplatz ist bei Tageslicht und nicht zu tiefen Temperaturen eindeutig einfacher als in der Dunkelheit. Das Fahrzeug parkt man am besten auf Keilen, die Handbremse nicht anziehen, sie könnte festfrieren. Während der Nacht sollte man die Heizung immer laufen lassen, wenn auch nur auf kleiner Stufe. Die Temperatur sollte nicht unter fünf Grad plus absinken. So vermeidet man das Auskühlen des Fahrzeugs und das Einfrieren der Wasserschläuche während der Nacht. An den Lüftungsgittern des Kühlschranks kann man eine Winterabdeckung anbringen, dann zieht es von dort aus nicht ins Innere. Zwangsbelüftungen des Fahrzeugs sollten grundsätzlich immer geöffnet und unverschlossen bleiben.

Bei nicht innen liegenden und beheizten Abwassertanks kann man Frostschutzmittel einfüllen, um ein Einfrieren zu verhindern.
Oder man lässt das Abwasser in einen Eimer oder einen mobilen Tank unter dem Ablaufhahn fließen und entleert diesen regelmäßig.

Eine ordentliche Belüftung ist notwendig, damit Kondenswasser entweichen kann. Empfehlenswert ist kurzes, heftiges Lüften („Stoßlüften“). Wichtig ist ein Landstrom-Anschluss, so wird nicht nur die Batterie geladen, auch der Kühlschrank kann über Strom betrieben werden. Das schont den Gasvorrat, der besser zum Heizen genutzt wird. Das Stromkabel sollte sicher verlegt werden, sonst friert es bei anfrierendem Schmelzwasser fest.

Angenehm, aber nicht zwingend notwendig ist ein Vorzelt. Das könnte als Stauraum, Schmutz- und Kältebrücke dienen. Hier können etwa Skischuhe gelagert werden, die vor dem Betreten des Wohnraums ansonsten abgefegt werden. Ein großzügig dimensionierter Fußabstreifer ist da recht hilfreich. Jacken und andere verschneite Kleidungsstücke klopft man vor Eintreten ins Fahrzeug ab, nasse Kleidungsstücke hängt man möglichst rasch zum Trocknen, etwa in der Sanitärzelle, auf. Das schützt ein wenig vor der Bildung von Kondenswasser. Die lässt sich jedoch nicht völlig vermeiden. Entstehendes Kondenswasser an Metallteilen und Scheiben reibt man mit einem Lappen trocken. Bei Beherzigung dieser Tipps, und einem wintertauglichen Reisemobil oder Caravan, steht erholsamem Wintercamping in weißer Pracht nichts im Wege.

Quelle: Gerhard Prien