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Reisemobile/Sonstige

Hymer: Entwicklung des Konzerns stabilisiert sich

In den vergangenen zwei Jahren hat auch Hymer erheblich unter dem massiven Absatzeinbruch in den europäischen Märkten für Freizeitfahrzeuge zu leiden. Aktuell zeigt sich für den Hymer-Konzern jedoch ein klarer Trend zur Stabilisierung.

Der Vorstand der Hymer AG konnte nach intensiven Verhandlungen den Abschluss eines Konsortialkreditvertrages mit zwölf in- und ausländischen Finanzierungspartnern vermelden. Dadurch hat der europäische Marktführer bei Reisemobilen die Abdeckung seines mittelfristigen Finanzierungsbedarfs nachhaltig gesichert. In der Vergangenheit hat sich der Konzern überwiegend kurzfristig refinanziert. Der Vertrag mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank umfasst Kreditlinien in Höhe von insgesamt 215 Millionen Euro und hat zunächst eine Laufzeit bis zum 31. August 2012.

Auch die veröffentlichten vorläufigen Halbjahreszahlen (September 2009 bis Februar 2010) weisen mit einer Reduzierung des Konzernverlustes vor Steuern um annähernd 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine positive Tendenz iauf. Nach den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres verzeichnet der Hymer-Konzern ein Ergebnis vor Ertragsteuern von minus 15,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum minus 26,5 Millionen Euro). Die Verbesserung wäre noch deutlicher ausgefallen, so Finanzvorstand Frank Mallet, wären nicht umfangreiche, allerdings geplante Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der Hymer France S.A.S., einer Produktionsgesellschaft der Hymer AG mit Sitz im französischen Cernay, zu verbuchen gewesen. Das Konzernergebnis nach Steuern beträgt minus 16,5 Millionen Euro.

Die Umsatzentwicklung des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar noch rückläufig, stabilisierte sich aber tendenziell ebenfalls. Die Gruppe erwirtschaftete im ersten Geschäftshalbjahr Umsatzerlöse in Höhe von 303,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 320,8 Millionen Euro). Das ist ein Rückgang um 5,3 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gingen die Erlöse allerdings noch um 7,8 Prozent zurück, im zweiten Quartal wurde der Umsatzrückgang auf 2,6 Prozent reduziert. Ohne die Umsatzausfälle durch die fehlenden Produktion der Hymer France wäre vermutlich der Vorjahreswert erreicht worden.

Dabei bewegte sich der Hymer-Konzern im Berichtszeitraum weiter in einem schwachen Marktumfeld. Im Zeitraum September bis Dezember 2009 sanken die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen in Europa um 9,4 Prozent (Quelle: ECF). In Deutschland lag der Rückgang bei den Neuzulassungen von September 2009 bis Februar 2010 sogar bei 14,9 Prozent (Quelle: CIVD). Erst im März kam es im Zuge von Nachholeffekten gegenüber den witterungsbedingt auslieferungsschwachen Monaten Januar und Februar zu einem deutlichen Anziehen der Zulassungszahlen.

Finanzvorstand Mallet bleibt vorsichtig: „Für Entwarnung ist es noch zu früh. Nach den umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen der Vergangenheit sind mit der Stabilisierung der Geschäftsentwicklung und der Sicherung der Finanzierung weitere wichtige Schritte zurück in Richtung Erfolgsspur getan. Wir müssen im Hymer-Konzern aber noch hart und lange arbeiten, um wieder nachhaltig an unsere Performance früherer Jahre anzuschließen.“ (Stand: April 2010)

Quelle: Gerhard Prien