ADVENTUREMEDIA4U

Reisemobile/Kastenwagen

VW Caddy Maxi Tramper

VW Caddy Maxi Tramper 2.0 TDI

Der Schlaf-Wagen

Reisemobile sind nur was für Renter. Dieses (Vor-)Urteil sitzt tief, besonders bei jüngeren Leuten. Volkswagen Nutzfahrzeuge hat sich vorgenommen, dieses Bild zu revidieren. Mit dem Caddy Maxi Life Tramper, dessen Modellbezeichnung fast ebenso lang ist wie das – auf dem Pkw-Modell Life basierende – Mobil selbst. Der Maxi ist gewissermaßen die gestretchte, knapp einen halben Meter längere Ausgabe des Caddy Tramper, der Ende 2007 vorgestellt wurde. Der Maxi Tramper zielt auf den Gelegenheits-Camper, dem kompakte, alltagstaugliche Abmessungen seines Fahrzeugs wichtiger sind als luxuriöse Ausstattung und üppiges Raumangebot.

alle Bilder

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Er ist der legitime Nachfolger der Kasten-Varianten von Renault R4 und Citroën 2 CV, die einst als studentische Urlaubsbehausung durch ganz Europa (und darüber hinaus) unterwegs waren. Der Caddy Tramper ist ihre zeitgemäße Umsetzung auf der Basis eines Hochdach-Kombis. Und so was wie der Clochard im aktuellen Angebot von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Seine Ausstattung orientiert sich an den Bedürfnissen von aktiven Freizeitsportlern, die gerne ihrem Hobby in freier Natur nachgehen und auch mal ein, zwei Tage im Fahrzeug übernachten möchten.

Basis des Minimal-Ausbaus ist ein Bett, welches statt der Sitze sechs und sieben mitreist und mit wenigen Handgriffen für die Nacht ausgeklappt wird. Die Lehnen der vorderen Sitze und der Rückbank umlegen, Bett umklappen, fertig ist die Liegefläche. Das funktioniert, mit etwas Übung, in einer Minute. Anders als beim kurzen Tramper deckt die Liegefläche nicht den gesamten Kofferraumboden ab. Bei gemachter Liegefläche und geschlossener Heckklappe ist auf einer Tiefe von rund 45 cm der Zugriff auf Gepäck, das auch unter dem Bett gelagert werden kann, möglich. Die Schlafstatt ist rund zwei Meter lang und 110 cm breit. Man sollte sich mögen, wenn man zu zweit im Tramper nächtigen will. Damit von außen nicht gleich jeder sieht, wie sehr man sich mag, gibt es im vorderen Bereich einen Vorhang. Als Sichtschutz, der mit einem Reißverschluss unten an der Matratze gesichert und oben – mit etwas Fummelei – an der Dachgalerie per Klettverschluss befestigt wird. Die Dachablage selbst ist vom Bett, das einer Campingliege ähnelt, erreichbar. Vier herausnehmbare Stautaschen verdunkeln die hinteren Seitenfenster. Die Taschen können Zuhause mit Bekleidung oder Toilettenartikeln beladen und dann gepackt ins Fahrzeug getragen werden. Die Heckklappe wird durch eine mit Magneten befestigte Gardine blickdicht. Das Bett wird lediglich bei Bedarf im Fahrzeug fest verankert, das Kofferraumvolumen wird nur unwesentlich eingeschränkt. Für den Einkauf oder Urlaubsgepäck bleibt ausreichend Platz, die Liegefläche dient als Abdeckung für den Kofferraum. Optional gibt es ein Lüftungsgitter mit Insektenschutz, für Frischluft während der Nacht ohne störenden Schnakenbesuch. Licht in den Innenraum bringen eine Transistorleuchte am Dachhimmel und zwei Halogen-Spots in der Heckklappe. Die taugen zwar, da zu tief angebracht, bei geschlossener Heckklappe wenig. Bei geöffneter Klappe illuminieren sie den Campingtisch und die zwei Stühle, die sich der Camper im Zubehörshop von VW kaufen kann. Damit über Nacht brennendes Licht nicht die Bordbatterie leer saugt, schützt eine Elektronik den Akku vor Tiefentladung. Fehlen eigentlich nur noch ein Frischwasserkanister und ein kleiner Kocher.

Für den Antrieb stehen drei Motoren zur Wahl. Der 1,6-l-Otto-Motor leistet 75 kW/102 PS (max. Drehmoment 148 Nm) und ist die günstigste Motorvariante. Mehr Leistung bringen die beiden TDIs. Den Einstieg stellt der 1.9 TDI mit 77 kW/105 PS dar. Top-Motorisierung ist der Zweiliter-TDI mit 103 kW/140 PS und Dieselpartikelfilter. Er bringt ein maximales Drehmoment von 320 Nm und treibt das Mini-Reisemobil zu einer Spitze von 186 km/h. Der Selbstzünder ist sparsam und überraschend spritzig. Der Diesel hat mit dem immerhin 1,7 Tonnen schweren Wagen leichtes Spiel. Ach, fast vergessen: Neben Benziner und Selbstzündern gibt es den Maxi Tramper auch als Erdas-betriebene EcoFuel Version mit 80 kW/109 PS leistendem Zweiliter-Motor.

Das rollende Mini-Hotel schließt bei VW die Lücke zwischen dem kurzen (rund 2.000 Euro günstigeren) Caddy Tramper und dem T5 California. Der bietet zwar mehr Platz und Ausstattung, liegen preislich jedoch auch einiges höher. Und mit der gesparten Kohle kann man schon etliche Reisen finanzieren. Im Schlaf-Wagen von VW.

Technische Daten: VW Caddy Maxi Tramper 2.0 TDI
Länge x Breite x Höhe: 488 x 179 x 183 cm
Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder-Turbodiesel, 1.968 ccm

Max. Leistung: 103 kW/140 PS bei 4.000 U/min 

Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.750 – 2.500 U/min


Verbrauch NEFZ im Mittel: 6,3 Liter

CO2-Emission: 167 g/km


Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,1 Sekunden 

Höchstgeschwindigkeit: 186 km/h


Leergewicht/Zuladung: 1.719 kg/641 kg

Kofferraum: 510 – 3.700 Liter

Anhängelast: 1.500 kg

Wendekreis: 12,2 m


Basispreis: ab 26 739,30 Euro

Quelle: Gerhard Prien