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Motorrad/Naked Bike

Honda CB1100

Die schöne Nackte aus Japan

Seit 2010 wird sie - zunächst nur in Japan und in Australien - verkauft: Die Honda CB 1100. Da auch aus Europa verstärkt Interesse an der Maschine bekundet wurde, hat sich Honda entschlossen, die luftgekühlte CB 1100 im klassischen Stil nun auch hier ins Modellprogramm aufzunehmen. In Deutschland ist der Verkauf gerade gestartet.

Motorradfahren hat viel mit Emotionen zu tun. Das hat sich offenbar mittlerweile auch bis in die Design- und Marketing-Abteilungen der Hersteller rumgesprochen. Viele, speziell ältere Biker erinnern sich gerne an die Motorräder ihrer Jugend. Vor rund vier Jahrzehnten war die Honda CB 750 Four DAS Motorrad schlechthin. Eine atemberaubende und Maßstäbe setzende Maschine mit vier Zylindern, die Millionen Motorradfans träumen ließ. Seither haben sich die Motorräder und ihre Technik weiter entwickelt. Aber die Ausstrahlung klassischer Maschinen, auch wenn sie inzwischen als Youngtimer oder Oldies gelten, ist für viele Biker immer noch reizvoll.

Mit der CB 1100 setzt Honda auf eine moderne Wiedergeburt der kultigen CB 750 Four. Auffallende optische Merkmale sind das luftgekühlte Vierzylinder-Antriebsaggregat und das Retro-Design, das sich auch bei vielen Detaillösungen am legendären Vorbild orientiert. Mit luftgekühltem Triebwerk und klassischer Linienführung spiegelt die 1100-er den Zeitgeist der Jahre wieder, als die CB 750 Four Motorradfahrern weltweit den Kopf verdrehte. Beherrschende Stilelemente sind der Reihen-Vierzylinder, ein Rohrrahmen mit Stereo-Federbeinen von Showa und Rundscheinwerfer und Doppelinstrumente an der Front. Hinzu kommen eine gestreckte Tank-Linienführung, hoher Lenker und aufrechte Sitzposition, Vier-in-Eins-Auspuffanlage, Chrom-Schutzbleche und die klassische Zweier-Sitzbank.

Dabei ist das Naked Bike durchaus eine moderne Konstruktion. An Bord sind das serienmäßige Antiblockiersystem, elektronische Einspritzung und geregelter Katalysator. Denn kaum ein Motorradfahrer will heute auf solche Features bei seinem Zweirad verzichten. Auch beim Hubraum und der Leistung hat die CB 1100 mit 1.140 ccm und 66 kW / 90 PS gegenüber dem einstigen Vorbild zugelegt. Bei der Motorentwicklung stand ganz offensichtlich nicht die Spitzenleistung im Vordergrund, sondern die Ästhetik und der Fahrgenuss - und die Emotionen. Selbstverständlich genügt auch das Fahrwerk, obwohl den klassischen konstruktiven Konzepten verpflichtet, in den Punkten Fahrstabilität und Handling den Ansprüchen der Gegenwart.

Die CB 1100 ist als Allrounder konzipiert und vielseitig einsetzbar. Sie taugt für Kurztrips ebenso wie für eine entspannte Tour oder den Ausflug in die Stadt. Der luftgekühlte Vierzylinder steckt in einem Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen. Das Bike rollt vorne und hinten auf 18 Zoll großen Rädern (Reifendimensionen 110/80-18 Zoll vorne und 140/70-18 Zoll hinten) die Alu-Gussfelgen mit fünf Doppelspeichen sind leicht zu reinigen. Okay, Speichenfelgen wären noch hübscher gewesen. Die Sitzhöhe ist mit 795 mm moderat ausgefallen.

Herzstück des Bikes ist der eigens entwickelte DOHC-Vierzylinder mit feinen Kühlrippen und reichlich poliertem Aluminium, gekoppelt an ein Fünf-Gang-Getriebe. Direkt vor dem Motor ist der Ölkühler im Fahrtwind platziert. Der mit 9.5:1 vergleichsweise niedrig verdichtete Motor hat eine Spitzenleistung von 66 kW / 90 PS, das maximale Drehmoment von 93 Nm liegt bei 5.000 Touren an. Der Verbrauch soll bei moderater Fahrweise nur knapp über 4 Liter pro 100 km liegen (im WMTC-Messzyklus 25,1 km pro Liter).
Für Honda Chefdesigner Mitsuyoshi Kohama musste es unbedingt ein luftgekühlter Motor sein: "Ich mag das Knacken und Knistern, wenn luftgekühlte Motoren nach dem Abstellen abkühlen. Ich mag den metallischen Sound, den Motoren ohne absorbierenden Wassermantel produzieren. Vielleicht bin ich auch einfach ein Anhänger der These, da ein Motor lediglich Öl als Flüssigkeit enthalten sollte, und kein Wasser. Allein der Anblick von Kühlrippen ist eine ästhetische, herrlich inspirierende Sache".

Stimmig ist die Ausstattung. Im Cockpit informieren zwei große analoge Rundinstrumente. Eine Hommage ans Design der ersten CB 750 ist der türkisgrüne Grund von Tacho und Drehzahlmesser in Verbindung mit weißen Ziffern. Zwischen den Instrumenten informiert ein schlichtes LCD-Panel Infos über Uhrzeit, den Inhalt des 14,6 Liter fassenden Benzintanks und den Kilometerstand. Brems- und Kupplungshebel sind einstellbar. an der Telegabel kann die Federvorspannung stufenlos eingestellt werden, ebenso an den Stereo-Federbeinen in mehreren Stufen. Seiten- und Hauptständer gehören ebenso wie zwei runde Chrom-Rückspiegel zur Serienausstattung. In Deutschland bietet Honda die CB 1100 in drei Farben an, und zwar in Glory Red, Pearl Milky White und in Graphite Black. Die Bemühungen um einen Allrounder im Retro-Style kommen bei den Bikern an. Kaum im Handel, hat die CB 1100 schon den Preis als "Motorrad des Jahres 2013" abgeräumt. Die klassische Nackte gibt es für 11.255 Euro (inklusive Überführung) beim Honda-Händler.

Honda CB 1100

Luftgekühlter Reihenvierzylinder, 1.140 ccm Hubraum, Leistung 66 kW / 90 PS bei 7.500 U/min, elektronische PGM FI-Einspritzung, Abgasreinigung mit geregeltem Katalysator, serienmäßiges Combined ABS-Antiblockiersystem, Aluminiumgussfelgen mit fünf Doppelspeichen, Doppelschleifen-Stahlrahmen, Kasten-Hinterradschwinge mit zwei Stoßdämpfern, 18 Zoll Laufräder vorne und hinten, Reifengröße vorne 110, hinten 140er, Tankinhalt 14,6 Liter, Sitzhöhe 795 mm, serienmäßig Hauptständer und Seitenständer,
Preis: 11.255 Euro (inkl. Überführung).

Quelle: Gerhard Prien