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Motorrad/Naked Bike

BMW K 1300 R

Die weiß-blaue Nackte: BMW K 1300 R

Im Jahre 2004 stellte BMW mit der K 1200 R in extrovertiertem Design das „stärkste Naked Bike aller Zeiten“ vor. Im vergangenen Jahr feierte die umfangreich überarbeitete
Nachfolgerin, die K 1300 R, Premiere.

Noch immer gibt es Motorradfahrer, die nicht mal ahnen welch scharfe Geräte die bayern derzeit im Programm haben. Bestes Beispiel ist die 1300-er R. Dem muskulösen Design sieht man die Kraft des Bikes schon auf den ersten Blick aus. Die BMW ist Motorrad pur, kein bisschen altbacken und Touren-Sofa. Die neu gestaltete Verkleidung des vorderen Radträgers und ein kompakter gezeichneter Vorderradkotflügel betonen die Frontpartie. Aggressiv gestylte Kühlerblenden demonstrieren Leistung, die Seitenabdeckungen wurden markanter geformt und bieten mit ihrer Abrisskante praxisorientierten Wind- und Wetterschutz für die Fahrerknie.

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Mit einer Motorleistung von 127 kW / 173 PS bei 9.250 U/min (maximales Drehmoment: 140 Nm bei 8.259 U/min) und einem Gewicht von 243 Kilogramm vollgetankt ist das Bike (noch) eines der stärksten seiner Klasse - auch wenn das Wettrüsten um immer höhere PS-Zahlen munter weiter geht. Antrieb und Fahrwerk des Motorrads wurden von der K 1300 S übernommen. Schon ab 3.000 U/min stehen mehr als 70 Prozent des maximalen Drehmoments zur Verfügung, das sorgt für guten Durchzug. Wie schon die K 1200 R hat auch die K 1300 R eine kürzere Hinterachsübersetzung (2,91 statt 2,82). Dadurch werden Beschleunigung und Durchzug verbessert. Die technischen Maßnahmen greifen, die BMW geht ab wie Schmidts Katze. Sie schiebt ganz anständig nach vorne, auf Tempo 100 ist sie in 2,9 Sekunden, in gerade mal 7,9 Sekunden schafft sie den Sprint auf die doppelte Geschwindigkeit. Ein 480 PS starker Turbo Porsche braucht 12,4 Sekunden bis Tempo 200. Kein Wunder, dass man mit der K 1300 R beinahe immer ein wenig in Gefahr ist, schneller unterwegs zu sein als die Polizei erlaubt. Optional gibt es einen Schaltassistent (die 360 Euro sind eine sinnvolle Investition) und die elektronische Traktionskontroll ASC (enthalten im Safety-Paket für 1.400 Euro). Mit diesen Helferlein kann man bei aufgedrehtem Gasgriff hochschalten ohne den Kupplungshebel zu betätigen, und ohne dass man sich Sorgen um einen durchdrehenden Hinterreifen machen müsste. Wenn das Lämpchen des ASC blinkt, dann heißt es, dass man in dem Moment zu viel Gas gibt.

Ach so, ja – der Vollständigkeit halber: Die K 1300 R soll gut 270 km/h schnell sein. Was man durchaus glauben kann – und nicht unbedingt ausprobieren muss. Denn das ist auf einem unverkleideten Bike nicht unbedingt der pure Spaß. Dafür ist der Verbrauch durchaus eine Freude. Er pendelt – je nach Risikobereitschaft des Fahrers, wir erinnern uns, der Führerschein, die Punkte in Flensburg – zwischen fünf und siebeneinhalb Litern. Okay, mancher Kompaktwagen kommt mit ähnlichen Verbrauchswerten aus, aber herrje, der macht ja auch weniger Spaß. Immerhin: Super plus muss es nicht mehr sein, der BMW genügt 95 ROZ.

Im Vergleich zum Vorgängermodell K 1200 R steht die Vorderradführung BMW Duolever geringfügig flacher, der Radstand wurde verlängert. Schon das Vorgängermodell zeichnete sich durch guten Geradeauslauf, braves Einlenken und hohe Spurtreue aus. Die Neue kann das alles noch einen Tick besser, das Fahrverhalten ist ohne Fehl und Tadel, die Fuhre bleibt immer stabil in der Spur.

Ansonsten hat BMW sich von den getrennten Blinkerknöpfen getrennt. Wie bei fast allen anderen Motorradmarken wird jetzt am linken Lenkerende geblinkt und der Blinker dort auch wieder abgestellt. Der schon beinahe traditionelle rot-grüne Start-/Notausschalter rechts am Lenker machte einem konventionellen Startknopf mit Notaus-Funktion Platz.

Der Grundpreis liegt bei 13.900 Euro. Den Kaufpreis kann man durch Ordern von Zubehör (wie bei BMW üblich) weiter in die Höhe treiben. Etwa durch das Safety-Paket mit Integral-ABS, Reifendruckkontrolle und elektronischer Stabilitätskontrolle für 1.400 Euro. Oder das Comfort-Paket mit Heizgriffen, Bordcomputer, Sporträder, Windschild und LED-Blinkleuchten für 700 Euro, die elektronische Fahrwerkseinstellung ESA kommt auf 740 Euro. Für kleinere Fahrer sinnvoll ist eine niedrigere Sitzbank, damit auch nicht sooo groß gewachsene Menschen das 243 Kilo schwere Bike gut beherrschen können. Und ihren Spaß haben, mit der blau-weißen Nackten.

Technische Daten BMW K 1300 R
Sportmotorrad ohne Verkleidung, flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertaktmotor, 1.293 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, 127 kW / 173 PS Leistung bei 9.250 U/min, maximales Drehmoment 140 Nm bei 8.250 U/min, geregelter Katalysator, 
elektronische Einspritzung, BMW Duolever vorn, Einarmschwinge mit Paralever hinten, Kardanantrieb, Sechsganggetriebe, Reifen vorne 120/70 ZR 17, Reifen hinten 180/55 ZR 17, Höchstgeschwindigkeit 270 km/h, Verbrauch 6,2 Liter Super auf 100 Kilometer, Leergewicht (ohne Zubehör) 243 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 460 Kilogramm, Zuladung 217 Kilogramm, Sitzhöhe 79 bis 82 Zentimeter, Tankinhalt 19,0 Liter, Preis 13.900 Euro.
www.bmw-motorrad.de.

Quelle: Gerhard Prien