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Motorrad/Enduro

Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré ABS

The Big One

Yamahas 2010-er XT 1200 Z Super Ténéré ABS

Während der 1980-er und 1990-er Jahre haben Yamaha Ténéré Motorräder häufig erfolgreich an der Rallye Paris Dakar Rallye teilgenommen. Jetzt haben die Japaner

„the Lord of Yamaha Adventures“auf der Tokyo Motor Show enthüllt. Nicht mehr und nicht weniger als ein robustes Langstrecken- und Abenteuer-Motorrad soll die neue XT 1200 Z Super Ténéré ABS (welch ein Name) sein – und wohl auch im Revier der BMW GS wildern. Die Voraussetzungen sind gut, die „große“ Ténéré ist mit neusten State-of-the-Art Technologien wie Traktionskontrolle, ABS und Integral Bremssystem (Unified Brake System - UBS) ausgerüstet.

Da werden die Texter bei Yamaha denn auch gleich richtig poetisch. „Ein Sprung nach vorn in einem Augenblick. Entflammt in der Ferne mit Größe und Stärke. Zukunftsorientierte, zuverlässige Technologie gepaart mit funktionaler Schönheit. Kompakt konzipiert, um jedes Abenteuer zu bestehen, aber beseelt von einem Geist, so agil und rein wie der Wind”. Wow.

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Die Facts. Das Projekt XT 1200 Z Super Ténéré ABS begann, so heißt es von Yamaha, mit dem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier. Und mit einer klaren Vision: Yamaha wollte das fortschrittlichste Abenteuer-Reisemotorrad entwickeln, ein Motorrad, maßgeschneidert für transkontinentale Expeditionen. Und es sollte gleichzeitig Komfort und hohe Zuverlässigkeit bietet und sich mit Leichtigkeit durch jedes denkbare Terrain bewegen lassen.

Im Lastenheft standen ein großvolumiger Motor mit ordentlich Drehmoment, Kardanantrieb, leichtes und agiles Handling mit perfekter Balance bei niedrigen Geschwindigkeiten und präzisem Lenkverhalten auf winkligen Bergstraßen; dazu ein hohes Maß an Komfort und Wetterschutz sowie praktische Unterbringungsmöglichkeiten von Gepäck. Entspanntes Fahren sollte auch mit Beifahrer und hoher Beladung möglich sein. Und man wünschte sich bei Yamaha Assistenz-Systeme, die der Sicherheit, Vielseitigkeit und dem Vertrauen in allen Lebenslagen dienen, ohne den Fahrer zu entmündigen.

Und auch die möglichen Einsatzzwecke waren klar definiert. Off-road Abenteuer, runter vom Asphalt, um den Spaß auf unbefestigten Straßen zu genießen, seien es Waldwege, Flussdurchfahrten, Sanddünen oder endlose Steppen. Für wochenlange Langstrecken-Touren sollte das Motorrad, beladen mit Gepäck und Beifahrer, ebenso taugen wie für winklige Bergstraße oder das Fahren in der Stadt. Kurz. Die erlegenede Wollmichsau war gefragt.

Neben den klar definierten Zielen brachten die Designer und Ingenieure die Erfahrungen aus zahllosen Paris-Dakar Einsätzen mit. Das Resultat, so verspricht Yamaha, sei „ein großvolumiges Abenteuer-Reisemotorrad mit den Genen eines Rallye-Motorrads“ mit Speichenrädern, großer Bodenfreiheit und stabilem Motorschutz. Das Design wurde auf einen niedrigen und zentral angeordneten Massenschwerpunkt des Motorrads ausgelegt.

Der neue 1.199 ccm Reihen-Twin soll hohe Motorleistung und kräftiges Drehmoment entwicklen. Dabei baut das Aggregat schlank und kompakt. Der flüssigkeitsgekühlte Zwei-Zylinder-4-Takt-DOHC-Reihenmotor verfügt über elektronische Benzineinspritzung und Doppelzündung. Das Auspuffsystem arbeitet nach dem 2-in-1-Prinzip mit zweistufigem Expansionssystem und einem kurzen Schalldämpfer, der einen vertikal elliptischen Querschnitt hat. Der Katalysator liegt dort, wo sich die beiden Krümmer treffen. Zwei Lambda-Sonden steuern die Abgasreinigung.
Der Twin leistet 81 kW / 110 PS bei 7.250 U/min und soll durch sein Bohrungs-/Hubverhältnis von 98 mm zu 79,5 mm eine optimale Kombination aus Drehfreudigkeit, niedrigen rotierenden Massen und kompakten Motorabmessungen bieten.

Der Zweizylinder arbeitet mit einer 270° Kurbelwelle, die Zündung erfolgt bei 270° und bei 450°. Der 90°-Versatz zwischen den beiden Kurbelwangen soll den Effekt der Massenträgheit der beiden Schmiedekolben neutralisieren. Zweiachsige Ausgleichswellen sollen die Vibrationen auf ein Minimum reduzieren, die vordere treibt gleichzeitig die Wasser- und die Ölpumpe an. Die Motorschmierung erfolgt nach dem Trockensumpf-Prinzip, der Öltank befindet sich im Kurbelgehäuse. So konnte der Motor auch vertikal sehr kompakt gehalten werden. So konnte er weit unten im Rahmen platziert werden – ein wichtiger Beitrag für einen niedrigen Massenschwerpunkt des Motorrades. Die Bodenfreiheit beträgt übrigens 205 mm.

Der Fahrer kann mit einem 3-fach Modus für die Traktionskontrolle, je nach den Gegebenheiten oder persönlichen Vorlieben, die Traktion bestimmen. Kontrollmodule ermitteln die Drehgeschwindigkeit von Vorder- und Hinterrad und errechnen daraus, ob das Hinterrad Traktion verliert. In diesem Fall verändert das System den Zündzeitpunkt, die Benzineinspritzung und das YCC-T und soll so den Vortrieb des Hinterrades optimieren. Der Modus „TCS1“ ist der Standard-Modus, in dem das System interveniert, wenn das Hinterrad durchzudrehen droht. Im „TCS2“ Modus greift das System zwar ein, aber in verminderter Form. Es lässt einen ambitionierteren Fahrstil mit leichten Slides zu. Im dritten Modus wird das System komplett deaktiviert.

Zusätzlich zur Traktionskontrolle verfügt die Super Ténéré über den sogenannten Yamaha D-MODE. Das System bietet die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Motorkennfeldern – dem S (Sport)-Modus mit einem sehr direkten Ansprechverhalten des Motors, der sich für extrem sportliches Fahren anbietet und dem T (Touring)-Modus. Der soll eine etwas gemäßigtere, weichere Leistungsentfaltung bieten.

Serienmäßig ist ein elektronisches Kombibremssystem mit ABS an Bord. Es soll das Blockieren der Räder verhindern. Sensoren überwachen die Rotation des Vorder- und Hinterrades, bei Bedarf greift das System regelnd ein. Bei der Super Ténéré ermittelt das ABS zusätzlich die Motordrehzahl, die Intensität des Bremsens und den Schlupf. So wird ermittelt, welches der beiden Räder an der Blockiergrenze ist,oder ob es gar beide Räder sind. Erkennt der ABS Computer eine Blockiertendenz sendet er augenblicklich Signale an die Hydraulikeinheit, die verändert den Bremsdruck am entsprechenden Rad und verhindert so das Blockieren.

Die Kombibremse aktiviert Vorder- und Hinterradbremse. Sie bestimmt intelligent die Relation zwischen der Bremskraft der vorderen und der hinteren Bremszange, wenn lediglich der Handbremshebel betätigt wird. Das System berücksichtigt dabei Fahrsituationen, bei denen der Fahrer – in den Rasten stehend – das Fußbremspedal nicht oder nur schlecht betätigen kann. Der Computer der Bremsanlage berücksichtigt Parameter wie Fahrgeschwindigkeit, Bremsdruck am Handbremshebel und Beladungszustand des Fahrzeugs für die Bremskraft, die auf das Hinterrad wirken soll. Zusätzlich bietet die Kombibremse ein weiteres sinnvolles Merkmal Feature: Will man etwa eine enge 180 Grad Kehre fahren, kann man durch das Betätigen des Fußbremshebels vor dem Handbremshebel die Kombibremsfunktion für diesen Bremsvorgang außer Kraft setzen.

Der Rahmen der Super Ténéré besteht aus zugfestem Stahl. So will Yamaha dem Einsatz desReisemotorrads im Gelände Rechnung tragen. Das Vorderrad führt eine 43 mm starke Upside-down Gabel, sie ist, ebenso wie das Zentralfederbein des Hinterrads, in Federvorspannung sowie Zug- und Druckstufe einstellbar. Beides lässt sich per Hand ohne Werkzeug einstellen. So kann das Motorrad rasch auf den jeweiligen Einsatzzweck und Beladungszustand abgestimmt werden. Die Schwinge ist extra lang, besteht aus Aluminium und ist im Niederdruckgußverfahren gefertigt.

Eine klare Ansage ist der Kardanantrieb der Super Ténéré. Der Wartungsaufwand reduzierende Antrieb zielt auf die großen, weiß-blauen Boxer.

Für den Off-Road-Einsatz konzipiert sind die Aluminium-Speichenräder mit Schlauchlosreifen, vorn in der Dimension 110/80/19, hinten in 150/70/17. Die Vorderrad-Felge hat zwei Doppel-T-Falzen, welche die L-förmigen Speichen aufnehmen. Dieses Doppelfalz-System erlaubt die Verwendung gewinkelter Speichen, die eine maximale Widerstandsfähigkeit beim Off-Road-Einsatz und für den Straßeneinsatz die notwendige Stabilität bieten sollen. Die breitere Hinterrad-Felge hat eine Einzelfalz. Handprotektoren am Lenker gehören zur Serienausstattung. Die Fußrasten haben hohle Gummieinsätze. Beim Fahren im Sitzen sollen diese für eine komfortable Auflage des Fußes auf den Rasten sorgen. Fährt man stehend, werden die Einsätze durch das Gewicht zusammengedrückt und der Stiefel bekommt den vollen Kontakt zur Fußraste und damit die im Gelände wichtige zusätzliche Kontrolle. Die Super Ténéré ist serienmäßig mit einem Motorschutz ausgestattet, der hintere Rahmen ist im Hinblick auf die zusätzliche Belastung mit Beifahrer sowie Packtaschen und Gepäck verstärkt. Der 23-Liter fassende Kraftstofftank ermöglicht große Reichweiten. Die Höhe der Sitzposition lässt sich einstellen (845 bis 870 mm) und auf die Statur des Fahrers anpassen. Gleiches gilt für die Position der Verkleidungsscheibe. Ein 12 Volt-Anschluss ist serienmäßig und nützlich für den Anschluss eines Navis oder Handys. Ein wichtiges Merkmal für Tourenfahrer ist der serienmäßig vorhandene Hauptständer.

Die Super Ténéré wird in Europa im Mai 2010 vorgestellt. Im ersten Jahr gibt es sie als spezielles First Edition Modell, ausgestattet mit Extras für den Reiseeinsatz:

- Aluminium Koffer-Set einschließlich der Halterungen
- Scheinwerfer-Protektoren (nur für den Off Road-Einsatz)
- Aluminium Motorschutz
- First Edition Sticker.

Bei der First Edition zählen diese Komponenten zur Serienausstattung, ab 2011 werden die Teile als aufpreispflichtige Extras angeboten. Zusätzlich zum Aluminium Koffer-Set, den Scheinwerfer-Protektoren und dem Aluminium Motorschutz, gibt es weiterer Funktionsteile für das Motorrad:

Funktionsteile:
- Hohe Scheibe
- Nebellampen-Kit (kann unterhalb von den Scheinwerfern oder oberhalb vom Motorschutz montiert werden)
- Motorschutz-Bügel
- Griffheizungs-Kit
- Windabweiser
- Super Ténéré Tankpad
- Niedrigere Sitzbank (35 mm niedriger als Standard-Version)
- Super Téneré Tankrucksack
- 30 Liter Aluminium Top Case passend zum Koffer-System
- Ténéré Innentaschen für Koffer und Top Case
- LED-Blinker