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Motorrad/Enduro

BMW G 650 GS

Auf F folgt G

BMW setzt mit der G 650 GS die Erfolgsstory der Einzylinder fort.

Ewig und drei Tage war BMW für seine Boxermotoren bekannt. Irgendwann kamen dann Drei- und Vierzylinder, in Reihe angeordnet, und die Singles: Einzylinder-Motoren. Die F 650 GS, die inklusive ihrer Vorläufer-Modelle F 650 und F 650 ST in rund 185.000 Exemplaren gebaut wurde, lösten Anfang 2008 die GS-Versionen der zweizylindrigen F-Baureihe, die F 650 GS und die F 800 GS, ab. In rund 15 Jahren Bauzeit hatten sich die als zuverlässig geltenden Einzylinder einen guten Ruf erarbeitet. Kein Wunder, dass die neue BMW G 650 GS, mit der die Bayern nach einer dreijähriger Pause an eine alte Erfolgsgeschichte anknüpfen wollen, mit Vorschusslorbeeren in die neue Saison startet.

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Der neue Single startet als Einstiegsmodell und weiteres Mitglied der GS-Familie von BMW Motorrad, die seit 1980 als Offroad-Reihe auf dem Markt ist. Eine gute Botschaft gleich vorab: Für 6.900 Euro steht die neue BMW beim Händler im Schaufenster, damit kostet sie 1.150 Euro weniger als die F 650 GS mit zwei Zylindern. Mit ihrem frischen Erscheinungsbild, der schlanken, drahtigen Offroad-Statur und ihrer technisch bewährten Grundkonzeption lässt die 650-er kaum Zweifel daran, dass die Wiederauferstehung der Einzylinder-GS eine gute Entscheidung gewesen sein dürfte.

Als Antriebsaggregat der im BMW Motorradwerk in Berlin – Spandau gebauten G 650 GS kommt ein bewährter flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und 652 ccm Hubraum zum Einsatz. Der Eintopf bringt es auf eine Leistung von 35 kW / 48 PS bei 6.500 U/min und ein maximales Drehmoment von 60 Nm bei 5.000 U/min. Optional bieten die Bayern als Sonderzubehör eine Leistungsreduzierung auf 25 kW / 34 PS bei 6.500 U/min mit 47 Nm Drehmoment bei 4.500 U/min an – für alle, die mit Stufenführerschein unterwegs sind. Die Leistung gelangt per Kette zum Hinterrad, die Höchstgeschwindigkeit liegt „offen“ bei 170, leistungsreduziert bei 145 km/h. Das langt für die Landstraße locker. Gekoppelt ist der Motor an ein Fünfganggetriebe mit Klauenschaltung.

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Das Einzylinder-Triebwerk, einst mit Rotax gemeinsam entwickelt, hat BMW mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung, Doppelzündung, einem hohen Verdichtungsverhältnis von 11,5:1 und geregeltem Katalysator auf Umweltverträglichkeit ausgelegt. Der Motor soll mit niedrigen Verbrauchswerten glänzen, bei konstanten 90 km/h soll der Verbrauch bei 3,2 Litern pro 100 km Fahrstrecke liegen. In Verbindung mit dem 14 Liter fassenden Kraftstofftank ergibt sich eine anständige Reichweite.

Der Motor hängt in einem Brückenrahmen mit angeschraubtem Rahmenheck, der ebenso wie die zweiarmige Kastenschwinge aus Stahl gefertigt ist. Dazu gibt es eine Telegabel (ohne Einstellmöglichkeit) und ein Zentralfederbein mit Hebelumlenkung. Der Federweg liegt vorne bei 170 mm, hinten bei 165 mm. Der Einzylinder roll auf neu designten Leichtmetall-Gussräder, vorne mit 19, hinten mit 17 Zoll Durchmesser. Die Reifenventile sind in die Gussräder eingelassen, damit sind sie gut zu handhabbaren und zugleich sehr sicher. Entwickelt wurde das Fahrwerk mit Schwerpunkt auf den Betrieb auf der (kurvenreichen) Landstraße. Dort macht das leichte, komfortable Bike – ebenso wie im leichten Gelände – richtig Spaß. Der Einzylinder ist drehfreudig, der füllige Drehmomentverlauf taugt für souveräne Abstecher jenseits des Asphalts. Damit die Fuhre auch immer ordentlich zum Stehen kommt, verbaut BMW vorne und hinten je eine Scheibenbremse. Für Geländeeinsätze kann das als Sonderausstattung erhältliche ABS abgeschaltet werden.

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Zum Fahrspaß trägt auch die passende Sitzposition bei. Ab Werk gibt es drei verschiedene Sitzhöhen: Serienmäßig sind 780 mm, wer flacher sitzen möchte bekommt als Sonderausstattung eine Tieferlegung auf 750 mm. Menschen mit langen Beinen können auf eine 820 mm hohe, schwarze Sitzbank zurückgreifen. Je nach Körpergröße haben Kunden auch die Wahl zwischen zwei unterschiedlich hohen Windschilden.

Da die neue G 650 GS technisch auf die bewährte Basis der über viele Jahre beliebten BMW F 650 GS setzt, gibt es technisch keine großen Überraschungen. Das Motorrad mit seinen universellen Einsatzmöglichkeiten (schließlich steht GS für Gelände und Straße) wurde im bereich der Frontpartie komplett neu gestaltet. Gleiches gilt für das übersichtliche Cockpit. Die Maschine wirkt, von Baureihenleiter Josef Miritsch und seinem Team neu eingekleidet, mit dem asymmetrischen Scheinwerfer, dem mitlenkenden Vorderradkotflügel und der zweifarbigen Sitzbank optisch eigenständig und „erwachsen“. Schwarz gehaltene Baugruppen wie Motor, Auspuffblenden, Rahmen, Schwinge und Gabeltauchrohre kontrastieren mit den Uni-Farbtönen Auraweiß und Orangerot. Wie bei BMW üblich, gibt es ab Werk ein umfangreiches Paket an Sonderausstattungen: Neben ABS sind Heizgriffe, Diebstahlwarnanlage, Hauptständer, Steckdose, oder Tieferlegung lieferbar.

Quelle: Gerhard Prien