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Motorrad/Elektro

PG Black Trail 2

Gutes (E-)Rad ist teuer

Von null auf 100 km/h in fünf Sekunden, das klingt nach den Beschleunigungswerten eines Sportwagens. Auch der Preis von rund 119.000 Euro lässt auf ein exklusives Automobil schließen. Stimmt jedoch nicht, denn beim PG Black Trail 2 handelt es sich „nur“ um ein E-Bike – wenn auch um ein verdammt sportliches.

Der in Regensburg beheimatete Hersteller PG Trade & Sales kündigt das Zweirad als „schnellstes und exklusivstes E-Bile der Welt“ an. Letzteres stimmt vermutlich, denn das zweirädrige Stück High-Tech ist runde 30.000 Euro teurer als ein 911-er Porsche Carrera. Ab Frühjahr 2013 soll das rund 46 Kilogramm wiegende Zweirad, dessen Rahmen, Hinterbau und Gabel aus Titan und Karbon gefertigt sind, zu haben sein. Exakt 667 Exemplare wollen die Regensburger unter die zahlungskräftige und –willige Kundschaft bringen.

Die kann mit dem Bike, so verspricht der Hersteller, Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreichen. Möglich macht das der im Heck montierte Heinzmann-Motor, der es auf eine Dauerleistung von sieben Kilowatt – was rund neuneinhalb Pferdestärken entspricht – bringen soll. Der E-Motor unterstützt den Fahrer beim Tritt in die Pedale oder übernimmt den Antrieb auch komplett.

Unterschiedliche Fahrmodi für maximalen Drive

Der BlackTrail 2 interagiert vollautomatisch mit dem Fahrer. Akku, Motor und Generator übernehmen beim vollelektrischen Fahren die gesamte Arbeit. Werden die Bremsen betätigt, schaltet der Motor um und speist überschüssige Energie zurück in den Akku. Tritt der Fahrer zusätzlich zum Elektrobetrieb in die Pedale, wird durch den angeschlossenen Generator Akkuleistung gespart; die Reichweite verlängert sich. Ambitionierte Radler können auch ausschließlich über Tritt in die Pedale vorankommen. Anders als beim klassischen Fahrrad wird die Kraft allerdings nicht direkt auf das Rad übertragen, sondern in Form von elektronischer Energie über den Generator an den Motor weitergegeben.

Die Motorkraft gelangt per Karbonriemen ans Hinterrad. Den Akku hat PG in der Mitte des Elektro-Bikes untergebracht. Bei gemächlicher Fahrweise und einem Tempo um 50 km/h soll eine Reichweite von rund 200 Kilometern drin sein. Nutzt man die volle Leistung und den Top-Speed um 100 km/h, kommt man mit einer Akku-Ladung nur noch 100 Kilometer weit. Wenn dann, bei leerem Akku, aus Motorkraft gar nix mehr gehen sollte, kann das Zweirad auch mit Muskelkraft bewegt werden.

Wie die restlichen Komponenten des Zweirads kann auch die Li-Ionen NCA-Batterie permanent per Fernwartung überwacht werden. Denn das gesamte Fahrsystems ist via W-Lan, App und GPS ans eigene Smartphone angeschlossen und mit dem Internet verbunden. „Falls gewünscht, können wir unseren Kunden einen 24/7-Wartungsservice anbieten“, so Manuel Ostner, Geschäftsführer von PG. „Wir wissen durch die Anbindung meistens schneller als der Fahrer selbst, wenn etwas am Fahrrad nicht stimmt.“ Und er verspricht: „Viele Probleme können gleich über Fernwartung behoben werden.“ Über das App-Display erfährt der Fahrer etwa, dass zu wenig Luft im Reifen ist oder der nächstgelegene PG-Service aufgesucht werden sollte. Zudem lassen sich verschiedene Fahr-Modi, Streckenverläufe und Routen über das Smartphone abrufen oder steuern.

Quelle: Gerhard Prien