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Motorrad/Elektro

Igor Chak

2012 Ish: Russisches Konzeptbike mit Hybridantrieb

Es ist ungefähr zwei Jahrzehnte her. Zu Beginn der 1990-er Jahre stand die Sowjetunion – nach Japan – auf Platz zwei in der Rangliste der Motorrad-Hersteller. Die meisten Einheiten produzierte Izh (Ish). Der russischstämmige Designer Igor Chak schlägt mit seinem Konzept-Bike, der 2012 Ish, den Bogen zu dieser erfolgreichen Vergangenheit.

Seit 1927 lieferte Izh (Ish) rund zwölf Millionen Motorräder aus. Den Start markierte die Ish-1, die 1927 mit einem längs eingebauten Twin mit einem Hubraum von 1.200 ccm an den Start ging. Neben Motorrädern fertigt man bei Ish vor allem Waffen. Damit ist man bekannt geworden. Die weltweit bekannte Kalaschnikow dürfte das bekannteste Produkt des Werks sein.

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Ausgangspunkt der Studie von Igor Chak ist eine Ish-1 von 1929. Chak ist 1984 in der Sowjetunion geboren, dort und in Japan ist er aufgewachsen. In den USA hat er Design studiert, am Art Institute Seattle machte er seinen Abschluss. Als er bereits für Nokia tätig war, holte er sich am Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien, das Know-How für seine Leidenschaft, das Motorraddesign. Rund acht Monate hat Chak für seinen Entwurf gebraucht, etwa zwei Monate lang war er gedanklich mit verschiedenen Entwürfen beschäftigt. Nach dem Brainstorming folgte das Skizzieren und die etwa einen Monat dauernde Design-Entwicklung. Nach Abschluss der Skizzen machte sich Chak an die Entwicklung des Computer-Modells. Sein Ziel war ein sicheres Motorrad. Chak ist selbst Motorradfahrer und lebt in Los Angeles. Daher weiss er, dass auch erfahrene Biker nicht von Unfällen verschont bleiben, die oft von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht werden. Deshalb sollen seine Bikes sicher und technisch fortschrittlich sein. Dennoch verliert er die Vergangenheit nicht aus den Augen. „Ich glaube an ein Design mit Geschichte, mit einer Vergangenheit. Und mit Leidenschaft“, sagt er über seinen Design-Stil. So wundern deutliche formale Bezüge seines Entwurfs zur Ish-1 nicht weiter. Deutlich erkennbar ist das etwa bei der Aufnahme und Neuinterpretation der Rahmenlinie und der Federbeine. Auch wenn ein Motorrad eine Maschine ist, soll sie nach Chaks Auffassung nicht wie eine Maschine aussehen. Chak bevorzugt ein organisches, weiches – aber dennoch muskulöses – Design. „Ein Motorrad sollte elegant aussehen, explosiv wie eine hinreißende Frau, die Linien sollten fließen, so dass man seine Augen nicht abwenden mag“, erläutert der Designer seine Philosophie. „Und so was sehe ich heute nicht “, bedauert er.

Als Antriebsaggegat sieht Chak einen 140 PS starken V-Twin mit 850 ccm Hubraum vor, der zur Hälfte aus Motor hitzeresistentem Kunststoff besteht. Die 2012-er Ish ist als Hybridfahrzeug konzipiert, in der Felge des Hinterrads steckt ein Elektromotor mit einer Leistung von 60 kW.

Da Chak auf Sicherheit großen Wert legt, hat er seinem Entwurf zwei Airbags spendiert und ein System, das selbständig eventuell auftauchende Hindernisse erkennen und eine Bremsung einleiten soll. Und er hat auch an den Einsatz moderner Kommunikationstechnik gedacht. So sind eine HD-Kamera und Internetverbindung ebenso integriert wie ein Navigationsgerät. „Ich liebe Bikes – aber sie sollten sicherer sein, und besser aussehen“, sagt der 26-jährige Chak, der gerade an einem Aufsehen erregenden 2030-er BMW Super-Bike arbeitet.

Weitere Infos: www.igorchak.com.

Text: Gerhard Prien, Bild: Igor Chak