ADVENTUREMEDIA4U

Fahrzeuge/Sonstiges

Happy Birthday, Luftsack

Vor 30 Jahren geht der Airbag in Serie

Vor drei Jahrzehnten Jahren fährt bei Mercedes-Benz in Sindelfingen das erste Serienautomobil mit Airbag von der Montagelinie: eine Limousine der S-Klasse. Damit endet die mehr als 13-jährige Entwicklungszeit des ersten Fahrerairbags bei Mercedes-Benz. Eine neue Epoche der Fahrzeugsicherheit beginnt.

In den USA hat der Airbag, laut der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde (National Highway Traffic Safety Administration, NHTSA), bisher über 28.000 Menschen das Leben gerettet. Lange vor anderen Fahrzeugherstellern bietet Mercedes-Benz den Airbag in Serienfahrzeugen an. Seit Oktober 1992 gehört der Luftsack auf der Fahrerseite zur Serienausstattung aller Personenwagen mit dem Stern. Bis heute haben die Stuttgarter Millionen von Fahrzeugen mit diesem Schutzsystem ausgestattet.

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Die Ausstattung von immer mehr Fahrzeugen mit dem Lebensretter Airbag ist eine der Ursachen für die kontinuierlich sinkende Zahl von Verkehrsopfern in Deutschland. Das Statische Bundesamt gab dazu vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr 2010 bekannt: „Nach vorläufigen Ergebnissen kamen von Januar bis Ende Juni 2010 im deutschen Straßenverkehr 1.675 Menschen ums Leben. Das waren 291 Personen und 15 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2009. Diese Abnahme ist umso bemerkenswerter, da auch schon im ersten Halbjahr des Vorjahres ein starker Rückgang zu beobachten war. Mit dieser sehr positiven Entwicklung in den ersten sechs Monaten 2010 ist zu erwarten, dass in diesem Jahr die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr erstmals unter 4.000 liegen wird.“

In einer aktuellen Studie untersucht die Nationale Verkehrssicherheitsbehörde der USA (NHTSA) die Gurt- und Airbageffizienz. Eindrucksvolles Ergebnis: „Verglichen mit einem nicht angeschnallten Insassen in einem Fahrzeug ohne Airbag ist die statistische Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Verletzung mit Airbag und Sicherheitsgurt um 61 Prozent geringer.“ In der Studie macht die NHTSA aber auch darauf aufmerksam, wie wichtig die Vermeidung von Unfällen mit sehr hohen Kollisionsgeschwindigkeiten ist.

Diese Erkenntnisse hat auch die Mercedes-Benz Unfallforschung gewonnen. Sie finden im ganzheitlichen Sicherheitsansatz der Marke schon lange Berücksichtigung:

Auch bei Fahrsicherheitssystemen wie ESP war Mercedes-Benz der weltweite Pionier. Hier geht es darum, Unfälle zu vermeiden, bei denen der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat.

Mit PRE-SAFE, seit 2002 exklusiv in Mercedes-Modellen verfügbar, verfolgt das Unternehmen das Ziel, durch vorausschauende Sicherheitsmaßnahmen Unfälle ganz zu vermeiden, ihre Schwere zu verringern und die Insassenbelastungen zu reduzieren.

Verbesserung und Ausbau der Schutzsysteme: Nach Fahrer- und Beifahrerairbag entwickelte Mercedes-Benz Seiten- und Kopfairbags zum Schutz beim Seitenaufprall – mit Erfolg: Nach Erkenntnissen der hauseigenen Unfallforschung sinkt die Wahrscheinlichkeit von schweren oder tödlichen Verletzungen im Falle einer Seitenkollision bei mit Kopfairbag ausgerüsteten Fahrzeugen um mehr als die Hälfte. Der Anteil Schwerverletzter und Getöteter in Seitenkollisionen verringerte sich in den untersuchten Fällen signifikant.

Obendrein werden die Schutzsysteme immer intelligenter: Gurtstraffer verbessern die Schutzwirkung der Sicherheitsgurte. Mehrstufige Airbags reagieren abgestimmt auf die Schwere des Unfalls. Insgesamt besitzen die Steuerungssysteme der Sicherheitssysteme heute die Rechenkraft von Computern, wie sie vor 25 Jahren noch als Supercomputer in der Weltraumfahrt eingesetzt wurden.

Trotz der großen Zahl von geretteten Leben und der kontinuierlichen Verbesserung der Schutzsysteme wird von Skeptikern noch immer gelegentlich die Frage gestellt: Kann der Airbag auch schaden? Eine Frage, welche die Entwicklung des Lebensretters schon in der Frühzeit fast stoppt. Bei ersten Versuchen Anfang der 1970er-Jahre war es in den USA zu einem Todesfall gekommen. Daraufhin ziehen sich alle Autohersteller zunächst aus der Entwicklung zurück. Lediglich Mercedes-Benz glaubt weiterhin an die Schutzwirkung und Realisierbarkeit der Luftsäcke. Und führt 1980 nach intensiver und von Pioniergeist geprägter Entwicklungsarbeit die ersten serienreifen Fahrerairbags in Mercedes-Benz Fahrzeuge ein.

Mittlerweile zeigen viele Studien die Effektivität von Airbagsystemen. Die NHTSA belegt in einer im Januar 2009 veröffentlichten Untersuchung das große Schutzpotenzial. Airbags haben seit ihrer Einführung in den USA insgesamt 28.244 Leben gerettet: 23.127 Fahrer (davon 13.999 nicht angeschnallt) und 5.117 Beifahrer (davon 2.883 nicht angeschnallt) verdanken dem Luftsack ihr Leben.

Alle Sicherheitsexperten stimmen darin überein, dass der Airbag die Verwendung von Sicherheitsgurten nicht ersetzen kann. Erst in Verbindung mit dem Sicherheitsgurt stellt er ein optimal aufeinander abgestimmtes System dar und trägt bei schweren Unfällen nachweislich und maßgeblich dazu bei, schwere bis tödliche Verletzungen der Insassen zu vermeiden.

Dies zeigt auch eine Untersuchung der deutschen Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Dort wird festgestellt: „Bei Unfällen mit entgegenkommenden Fahrzeugen vermindert passive Sicherheitsausstattung zum Beispiel durch Airbags und Gurte die Unfallschwere in Neufahrzeugen mit 42 Prozent besonders deutlich gegenüber 14 Prozent bei älteren Fahrzeugen.“

Quelle: Gerhard Prien