ADVENTUREMEDIA4U

Fahrzeuge/Paradiesvögel

"New Stratos"

Voll Keil

Er war das wohl spektakulärste und erfolgreichste Rallyeauto der 1970-er Jahre: Der legendäre Lancia Stratos HF, kompromisslos für den Rallyeeinsatz konzipiert. Heute ist der Donnerkeil, eines der faszinierendstes Rallyeauto der Welt, bei Einsätzen im historischen Motorsport ein echter Publikumsmagnet. Ein moderner Stratos steht in den Startlöchern, für Fans mit dem nötigen Kleingeld.

Der „New Stratos“ ist ein privates Projekt von Michael Stoschek und seinem Sohn Maximilian. Mit Entwicklung und Bau des Fahrzeugs haben sich die beiden einen lang gehegten Traum erfüllt. Stoschek gewann 1999, 2001 und 2004 die Carrera Panamericana und 2006 die FIA Rallye-Europameisterschaft, jeweils auf Porsche 911. Bei Rallyes und Bergrennen setzt Stoschek einen Lancia Stratos Gruppe 4 ein, der in über zehnjähriger Arbeit nach der Spezifikation des Werkswagens „Rallye Korsika 1974 Andruet/Biche“ im Marlboro-Design wieder aufgebaut wurde. Damit ist klar: Auch der Manager ist der Faszination des Stratos erlegen. Der ist nicht nur konsequent und kompromisslos für den Einsatz im Motorsport konzipiert, sondern auch im Design einmalig. Dazu gibt es den faszinierenden Sound des Sound des aus dem Dino 246 GT stammenden V6-Motors.

Im Jahre 1986 lernt Stoschek beim World Stratos Meeting Chris Hrabalek kennen, hier wird die Idee zum Bau eines fahrfertigen neuen Stratos entwickelt. Da ist es nur konsequent, dass Stoschek auch am 2005 auf dem Genfer Autosalon vorgestellten Projekt Fenomenon-Stratos ebenso beteiligt ist wie am Erwerb der Markenrechte. Im September 2008 geht der Auftrag zum Bau des Fahrzeugs an Pininfarina in Turin. Das Lastenheft des New Stratos enthält etliche technische Merkmale des Lancia Stratos HF. Darunter sind Mittelmotor und Renngetriebe, leichte Kunststoffkarosse mit integriertem Überrollkäfig, verstellbares Fahrwerk, zwei seitliche Tanks in Fahrzeugmitte sowie Ablagen für Helme in den Fahrzeugtüren.

Wie auch sein Vorgänger ist der New Stratos ein eigenständig entwickelter Sportwagen, bei dem einige Komponenten aus Serien-Fahrzeugen wie vom Ferrari 430 Scuderia übernommen werden. Um 20 Zentimeter wird das Chassis aus Aluminium-Strangpressprofilen gekürzt, es wird mit einem Überrollkäfig aus 40 mm starkem Stahl verschweißt. Die Karosserie – 33 Zentimeter kürzer als beim Scuderia – und das Interieur bestehen aus Carbon-Fiber und Aluminium. Angetrieben wird der Donner-Keil von einem 4,3 Liter Achtzylinder. Der holt seine Ansaugluft aus den seitlichen Öffnungen des Dachspoilers und ist an ein Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Eine Differenzialsperre ist an Bord, vom Lenkrad aus einstellbar ist die elektronische Dämpferabstimmung. Die 9- bzw. 11-Zoll breiten 19-Zoll Zentralverschlussfelgen sind mit Reifen der Dimension 265/30/19 bzw. 315/30/19 bestückt. Für anständige Verzögerung sorgt eine Brembo-Bremsanlage mit Keramikscheiben von 398 mm Durchmesser und einem 6-Kolben-Sattel an der Vorderachse bzw. 350 mm Durchmesser und einem 4-Kolben Sattel an der Hinterachse. Gegenüber dem Basisfahrzeug wurde das Gewicht des New Stratos um rund 80 Kilogramm gesenkt – und das trotz des rund 55 kg schweren Überrollkäfigs und der wegen der großen Glasflächen übernommenen 28 kg schweren Klimaanlage.

Bis heute gibt es bereits etliche –zig Interessenten aus Europa und Übersee für einen New Stratos. Neben Pininfarina bieten weitere Firmen die Produktion einer Kleinserie an. Aktuell kalkulieren die Macher für einen Ferrari F430 als Spenderfahrzeug rund 100.000 Euro, hinzu kämen Umbaukosten von rund 300.000 €.