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Fahrzeuge/Paradiesvögel

Morgan Eva GT 2012

Bis Morgan dann

Im vergangenen Jahr fierte Morgan den 100-ten Geburtstag. Seit Jahrzehnten baut „the factory“, mehr oder weniger unverändert, dieselben Autos. Jetzt will Morgan alle zwei Jahre ein neues Nischenmodell präsentieren. Den Anfang macht der Morgan EvaGT – ein Viersitzer, den die Briten als „familientauglichen Sportwagen“ sehen.

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Die Morgan Motor Company ist einer der letzten unabhängigen britischen Automobilhersteller. Und immer noch in Familienbesitz. Die Company mit ihren eher traditionellen Produkten stellt sich auf veränderte Zeiten ein. In Malvern Link macht man sich Gedanken über die ökonomisch-ökologische Krise. Und will von der Kompetenz und der Flexibilität der im Hause versammelten Ingenieurskunst profitieren. Der neue EvaGT soll ein Konzept für sportliche Familien darstellen. Das viersitzige Coupé ist durch die Sportlimousinen der frühen 1950-er Jahre inspiriert und soll deren Tradition wieder aufleben lassen. Etwa die der 400-er Serie von Bristol oder dem Frazer Nash BMW 328. Klassische Materialien für den Automobilbau waren damals knapp, die Konstrukteure mussten auf neue Materialien zurückgreifen und effiziente Technologien nutzen. Stahl war knapp. Die Ingenieure griffen zum Luftfahrt-Werkstoff Aluminium. Denn während des Krieges hatten viele Techniker und Konstrukteure im Flugzeugbau gearbeitet. Sie brachten ihr Wissen über Aerodynamik und Kraftstoff-sparenden Leichtbau in die Automobil-Produktion ein. Davon – und vom leichten Werkstoff Aluminium - profitierten etwa Bristol und auch Morgan. Die Morgan Motor Company ist einer der letzten Überlebenden dieser britischen Sportwagen-Hersteller.

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Auch der Morgan EvaGT baut auf ein Alu-Chassis. Das kam bereits beim Morgan Aero SuperSports in der GT3-Klasse zum Einsatz. Beim EvaGT soll Alu das Gesamtgewicht des EvaGT auf gerade mal 1.250 Kilogramm drücken. In Zeiten knapper werdender Ölreserven setzt man bei Morgan auf aerodynamische Optimierung und Reduzierung des Luftwiderstands - wie einst im Flugzeugbau. Die Maßnahmen: Minimale Spaltmaße, versenkte Türgriffe und versteckte Scheibenwischer. Im Zusammenspiel mit präzise geformten Luftkanälen soll der Luftwiderstand möglichst gering sein, ebenso wie der Kraftstoffverbrauch. Morgan verspricht einen Verbrauch von sieben Liter auf 100 Kilometer und einen Ausstoß von 200 Gramm CO2 pro Kilometer. Ordentliche Werte für den verbauten Reihen-Sechszylinder von BMW, der mit Turboaufladung muntere 306 Pferdchen springen lässt und 400 Newtonmeter Drehmoment bringt.

Je nach Kundenwunsch ist für die Kraftübertragung ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Sechsgang-Automatik zuständig. Die Motorleistung wird, wie sich das für ein „real sportscar“ gehört, auf die Hinterräder geleitet. In Malvern Link verspricht man eine Höchstgeschwindigkeit von 273 km/h, die Beschleunigung auf Tempo 100 soll der Wagen in 4,5 Sekunden schaffen. Das sollte auch für die sportlich orientierte Familie langen. Eine erste limitierte Serie von einhundert Exemplaren soll im Sommer 2012 die Maufaktur in Malvern Link verlassen.

Quelle: Gerhard Prien