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Fahrzeuge/Paradiesvögel

Morgan EvaGT

Ein neuer Morgan: EvaGT debütiert in Pebble Beach

Im vergangenen Jahr hat man bei Morgan den 100-ten Geburtstag gefeiert – und baut seit Jahrzehnten, mehr oder weniger unverändert, dieselben Autos. Jetzt plant Morgan, alle zwei Jahre ein neues Nischenmodell zu präsentieren. Den Anfang macht der Morgan EvaGT – ein viersitziges Sportcoupé. Der familientaugliche Sportwagen soll in Kalifornien beim 60-ten Pebble Beach Concours d’Elegance am 15. August Premiere feiern.

Die Morgan Motor Company ist einer der letzten unabhängigen britischen Automobilhersteller. Und immer noch in Familienbesitz. Die Company mit ihren eher traditionellen Produkten stellt sich auf veränderte Zeiten ein. In Malvern Link macht man sich Gedanken über die ökonomisch-ökologische Krise. Und will von der Kompetenz und der Flexibilität der im Hause versammelten Ingenieurskunst profitieren. In Kleinserie sollen künftig Fun-Cars fürs Wochenende und Elektro-Sportwagen durch die Manufaktur in Worcestershire gefertigt werden.

Der EvaGT soll ein neues Konzept für sportliche Familien darstellen. Das viersitzige Coupé ist durch die Sportlimousinen der frühen 1950-er Jahre inspiriert und soll deren Tradition wieder aufleben lassen. Etwa von der 400-er Serie von Bristol oder dem Frazer Nash BMW 328. Klassische Materialien für den Automobilbau waren damals knapp, die Konstrukteure mussten auf neue Materialien zurückgreifen und effiziente Technologien nutzen. Stahl war knapp. Die Ingenieure griffen zum Luftfahrt-Werkstoff Aluminium. Denn während des Krieges hatten viele Techniker und Konstrukteure im Flugzeugbau gearbeitet. Sie brachten ihr Wissen über Aerodynamik und Kraftstoff-sparenden Leichtbau in die Automobil-Produktion ein. Davon – und vom leichten Werkstoff Aluminium - profitierten etwa Bristol und auch Morgan. Die Morgan Motor Company ist einer der letzten Überlebenden dieser britischen Sportwagen-Hersteller.



Auch der Morgan EvaGT setzt auf ein Alu-Chassis. Das kam bereits beim Morgan Aero SuperSports in der GT3-Klasse zum Einsatz und drückt das Gesamtgewicht des EvaGT auf gerade mal 1.250 Kilogramm. In Zeiten knapper werdender Ölreserven setzt man bei Morgan auf aerodynamische Optimierung und Reduzierung des Luftwiderstands. Wie einst im Flugzeugbau. Die Maßnahmen: Minimale Spaltmaße, versenkte Türgriffe und versteckte Scheibenwischer. Im Zusammenspiel mit präzise geformten Luftkanälen soll der Luftwiderstand möglichst gering sein, ebenso wie der Kraftstoffverbrauch. Morgan verspricht einen Verbrauch von sieben Liter auf 100 Kilometer und einen Ausstoß von 200 Gramm CO2 pro Kilometer. Ordentliche Werte für den verbauten Reihen-Sechszylinder von BMW, der mit Turboaufladung muntere 306 Pferdchen springen lässt und 400 Newtonmeter Drehmoment bringt.

Je nach Kundenwunsch ist für die Kraftübertragung ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Sechsgang-Automatik zuständig. Die Motorleistung wird, wie sich das für ein „real sportscar“ gehört, auf die Hinterräder geleitet. In Malvern Link verspricht man eine Höchstgeschwindigkeit von 273 km/h, die Beschleunigung auf Tempo 100 soll der Wagen in 4,5 Sekunden schaffen.

Gegen eine Anzahlung von rund 6 000 Euro können sich potenzielle Kaufinteressenten einen Platz in der Warteliste sichern. Eine erste limitierte Serie von einhundert Exemplaren soll im Sommer 2012 die Maufaktur in Malvern Link verlassen. Zu einem wie „die Company“ verspricht, konkurrenzfähigen Preis.