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Lotus Esprit Wiederauferstehung

Lotus Esprit: Auferstehung einer Legende

Unter dem Namen Esprit fertigte der britische Kleinserienhersteller Lotus von 1976 bis 2003 einen vom legendären Designer Giorgio Giugiaro gestylten Sportwagen mit Mittelmotor. Mit dem bis 2004 gebauten Esprit V8 gab es ab 1996 den ersten und einzigen Lotus, den ein Achtzylindermotor – mit je vier Zylindern links und rechts, im 90 Grad-Winkel angeordnet, antrieb. Für rund 150.000 DM war der Sportler im Jahre 1999 zu haben. Mit zwei Allied-Signal T25 Turboladern bringt es das Antriebsaggregat mit 3.506 ccm Hubraum auf 260 kW / 354 PS und ein Drehmoment von 400 Nm. Damit schaffte der in gerade mal 1.237 Exemplaren gebaute Lotus eine Spitzengeschwindigkeit von 282 km/h, den Sprint auf Landstraßentempo 100 km/h erledigte der leer 1.380 Kilogramm wiegende Esprit in 4,9 Sekunden.

Der Brasilianer Ayrton Senna da Silva fuhr 1984 zunächst für das Team Toleman, von 1985 bis 1987 für das Lotus-Team und danach für McLaren und Williams Formel-1-Rennen. Sein tödlicher Unfall beim Großen Preis von San Marino 1994 auf dem Kurs von Imola jährt sich am 1. Mai 2012 zum 18. Mal. Als Hommage an den Brasilianer nahm sich die Firma Cam Shaft – Premium Wrapping den aus dem letzten Jahrtausend stammenden Esprit V8 zur Brust und ließ ihm einige adäquate Upgrades zukommen.

Das Unternehmen aus Kempen verbaute etwa ein Red Race Steuergerät mit Software-optimierten Kennfeldern und einstellbare Wastegate-Dosen von Forge innerhalb des Turboladers. Ein selbst entwickeltes Ladeluftkühler-System (auf Lotus-Omega-Basis) sowie zwei 100-Zellen-Sportkats lassen den Esprit V8 auf 362 kW / 492 PS erstarken. Damit gelingt die Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 4,3 Sekunden, die Motorleistung reicht für eine Vmax von 305 km/h.

Das serienmäßige Fünf-Gang-Getriebes von Renault wurde gegen ein sechsgängiges Dog-Engagement-Getriebe getauscht, ausgerüstet mit längerer Gesamtübersetzung. Und auch der Bremse wurde ein Upgrade auf das 350 Sport-Modell (ab 2000 Serie) mit AP-Racing-4-Kolbenanlage und gelochten Scheiben von 330 mm Durchmesser spendiert – und die Verzögerungsleistung somit den gesteigerten Geschwindigkeiten angepasst.

Zum Gedenken an den wegen seiner Fairness hochgeschätzten Formel-1-Piloten, dessen intensive Rivalität zum Franzosen Alain Prost manchem sicher noch gegenwärtig sein dürfte, ziert den schwarzen Boliden ein goldfarbenes Autogramm des unvergessenen Fahrers in der automobilen Königsklasse. Immerhin fuhr Ayrton Senna 1985 in Estoril auf dem legendären John Player Special 97T seinen ersten Formel-1-Sieg ein. Zusammen mit der Startnummer 12 weckt dieses spezielle Design auf Sportwagen immer wieder Assoziationen an den Lotus 97T - und an Ayrton Senna.

Fotos: Jordi Miranda

Quelle: Gerhard Prien