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Fahrzeuge/Paradiesvögel

Artega GT

Ostwestfalen-Sportler

Nein, Nordrhein-Westfalen gilt nicht unbedingt als Nabel der automobilen Welt. Um so erstaunlicher, dass aus Delbrück ein in Kleinserie gefertigter Sportwagen kommt. Der Artega GT. Er wird exklusiv bleiben, denn nur bis zu 500 Einheiten des Sportwagens können jährlich in der Delbrücker Manufaktur gebaut werden.

Anfang 2006 wurde die Artega Automobil GmbH & Co. KG gegründet. Selbst erklärtes Ziel war die Bereicherung des Sportwagenmarkt mit außergewöhnlichen und zugleich voll alltagstauglichen Fahrzeugen. Am Firmensitz in Delbrück wurde ein modernes Werk mit einer Produktionsfläche von 4.000 Quadratmetern errichtet. Im Dezember 2009 übernahm der mexikanische Privatinvestor Tresalia Capital Artega zu 100 Prozent. Artega verfügt jetzt über ausreichende finanzielle Mittel für den Serienanlauf und den Verkaufsstart.

Gezeichnet hat den Artega GT der renommierte Designer Henrik Fisker, unter anderem Schöpfer des BMW Z8 und des Aston Martin Vantage. Mit gerade mal 401 cm ist der Artega GT ausgesprochen kompakt geraten – in der Breite hingegen kann er es mit immerhin 188 cm durchaus mit der ein oder anderen Luxuslimousine aufnehmen.

Mit 1.285 Kilogramm zählt der Sportwagen zu den Leichtgewichten seiner Klasse. Möglich macht das der weniger als 100 Kilogramm wiegende Aluminium-Spaceframe, kombiniert mit hochfesten Stählen und Kohlefaser-verstärkten Verbundwerkstoffen. Die Aluminiumlegierung (AlMgSi 0.5 T6) ist salz- und seewasserfest: „Den Rahmen könnte man problemlos im Meer versenken, ohne dass etwas passiert“, so Artega-Fertigungsleiter Wilfried Voigt (früher Fertigungsleiter bei Mercedes-Benz in Rastatt) zur Langlebigkeit des Spaceframe. Für geringes Gewicht bei hoher Steifigkeit sorgt auch der Fahrzeugboden des Artega, der aus einer Aluminium-Wabenstruktur besteht und mit dem Spaceframe verklebt wird.

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Ein Markenzeichen von Artega ist die hohe Fertigungstiefe. Etliche Teile, darunter das Chassis, Radaufhängungen, Motorperipherie, Tank- und Auspuffsystem stellt das Unternehmen selbst her. Die Sportwagen entstehen in klassischer Handarbeit, in Anlehnung an die individuellen Wünsche der Kunden. Die einzelnen Komponenten werden von Spezialisten zusammengebaut, sowohl die technischen Elemente wie auch die Außenhaut und der Innenraum. Der modulare Aufbau des Fahrzeugs sorgt für gute Reparaturfreundlichkeit.

Als Mittelmotor kommt ein V6-Triebwerk mit 3.597 ccm Hubraum zum Einsatz. Es stammt aus den Regalen in Wolfsburg, aus denen die Aggregate der R-Modelle genommen werden und leistet 220 kW / 300 PS. Das ergibt ein ordentlich niedriges Leistungsgewicht von 4,28 Kilogramm pro PS – und entsprechend anständige Fahrleistungen. Von null auf 100 km/h beschleunigt der GT in 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 Kilometer pro Stunde. Das geringe Gewicht ist auch mit für den günstigen Durchschnittsverbrauch von 8,9 Litern auf 100 Kilometer (nach EURO 4-Norm) verantwortlich. Mit einer Tankfüllung soll eine Reichweite von mehr als 750 Kilometern möglich sein.

Gekoppelt ist das Antriebsaggregat an ein Doppelkupplungsgetriebe, das einen voll automatisierten Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung erlaubt. Der Gangwechsel zwischen den zwei Teilgetriebe und den zwei Kupplungen steuert eine Getriebeelektronik. Der Gangwechsel erfolgt manuell über Schaltwippen am Lenkrad, über den Gangwahlhebel in der Mittelkonsole oder vollautomatisch.

Für eine anständige Straßenlage spricht die gute Achslastverteilung am stehenden Fahrzeug des Artega (57 Prozent hinten, 43 Prozent vorne) in Kombination mit einem niedrigen Schwerpunkt und langem Radstand (2.460 mm).

Zusammen mit dem italienischen Felgenspezialisten APP Tech entwickelte Artega für den GT eines der leichtesten Schmiederäder im 19-Zoll-Format. Die Schmiedetechnik erlaubt – bei gleich bleibender Festigkeit und höheren Sicherheitsreserve – gegenüber dem Aluminiumguss dünnere Wandstärken. Geschmiedete Aluminiumlegierungen sind stabiler als gegossene Aluminiumlegierungen und erlauben gegenüber der Gussfertigung eine Gewichtseinsparung von bis zu 35 Prozent. Durch die Verringerung der ungefederten Massen profitiert der Fahrkomfort, ein sportlicheres und agileres Handling des Wagens ist ein weiterer Nebeneffekt.

Voll auf der Höhe der Zeit ist die Instrumentierung des Artega GT. Sein Kombiinstrument hat zwei koaxiale Zeiger für Geschwindigkeit und Drehzahl. So sind die primären Anzeigeelemente zentral im Sichtfeld des Fahrers positioniert. Vom Automobilzulieferer Paragon kommt die Multifunktions-Steuereinheit „integra“, die neben der Bedienung des Navigationssystems auch die Bedienung und Einstellung der Klimaanlage, des Radios, des MP3-Players, des Telefons, der Fahrerinformationen und der Fahrzeugeinstellungen umfasst. Alle Parameter werden von einem einzigen Bedienelement gesteuert. Mit dem System wählt der Fahrer selbst die Regelstufen des Artega-Stabilitäts-Programms (ASP).

Obendrein verfügt der Artega über ein TFT-Display im Format 640 x 480 Bildpunkte (VGA) mit Bedienoberfläche in Klavierlack. Die Linux-basierende Software soll Zusatzgeräte wie eine Rückfahrkamera einfach integrieren können. Neue Dimensionen der Navigation soll der MirrorPilot eröffnen. Im Spiegel ist das Navigationssystem in einem 2,2-Zoll großen TFT-Display mit 65.000 Farben untergebracht. Das System kann entweder über zwei Bedientasten und einen Dreh-Drücksteller direkt am Spiegel oder über eine Infrarot-Fernbedienung gesteuert werden. Wenn das Navigationssystem nicht gebraucht wird, erlischt das Display. Die gesamte Spiegeloberfläche steht zur Verfügung.

Die Serienproduktion des Artegs GT startet in einer sportlichen Version – Lackierung „Feuerrot“, Innenfarbe „Carbonschwarz“ – und einer exklusiven Variante: Lackierung „Ozeanblau metallic“, Innenfarbe „Pergamentbeige“. Preis des Artega GT: 79.950 Euro.

Artega GT - Technische Daten:

Rahmen: Aluminium-Spaceframe, Heckmodul als Gitterrohrrahmen aus hochfestem Stahl
Karosserie: Kohlefaserverstärkte Kunststoffe
Abmessungen / Gewichte: 4.015 mm Länge, 1.882 mm Breite, 1.180 mm Höhe, 2.460 mm Radstand
1.285 kg Leergewicht, 1.495 kg zulässiges Gesamtgewicht, 4,28 kg / PS
Leistungsgewicht
300 Liter Kofferraumvolumen

Motor: V6-Direkteinspritzer im Heck, 3.597 ccm Hubraum, 220 kW / 300 PS Leistung, Sechsgang-Direktschaltgetriebe

Beschleunigung von 0 - 100 km/h in 4,8 s,
270 km/h Höchstgeschwindigkeit
8,9 l (Super Plus ROZ 98) / 100 km EU-Normverbrauch (Euro 4)
220 g / km CO2-Emissionen
765 km Reichweite

Technische Daten des Serienrads:
Dimension vorn 8”x19” mit 235/35 Reifen
Dimension hinten 9,5”x19” mit 285/30 Reifen
Gewicht vorne 9,1 kg
Gewicht hinten 9,7 kg
Lochkreis 5 x 112 mm
Einpresstiefe VA 43 mm, HA 45 mm

Technische Daten Optionsrad
Dimension vorn 8” x 19” mit 235/35 Reifen
Dimension hinten 10,5” x 19” mit 305/30 Reifen
Gewicht vorn 8,6 kg
Gewicht hinten 9,8 kg
Lochkreis 5 x 112 mm
Einpresstiefe VA 43 mm, HA 45 mm

Preis (in Serienausstattung): 79.950 Euro (brutto)