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Fahrzeuge/Oldies

Skoda 110 R

Heck-Mac

Die Fußball-WM steigt in Mexiko, im deutschen Fernsehen wird der erste „Tatort“ ausgestrahlt, mit „Let it be“ wird das letzte Album der Beatles veröffentlicht, und das Raketenauto „Blue Flame“ erreicht am 28. Oktober mit Gary Gabelich am Steuer in der Großen Salzwüste des US-Bundesstaats Utah als erstes Landfahrzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 1.000 Kilometer pro Stunde. Ein gutes Stück langsamer: Der 110 R von Skoda, dessen Fertigung im Sommer des Jahres 1970 im Werk in Kvasiny begann, wo heute die Modelle Yeti, Roomster und Superb gefertigt werden.

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Klar, der 40-te Geburtstag eines tschechischen Mobils wird nicht ganz so groß gefeiert wie beispielsweise ein runder Geburtstag eines italienischen Spotwagens. Dabei ist der 110 R durchaus ein Kind seiner Zeit – in der Coupés den Ton angaben in der automobilen Welt. Basis waren seinerzeit meist in großer Stückzahl gebaute Limousinen, so bleiben die Zweitürer für die – oft jugendliche, oder jugendlich gebliebene – Kundschaft noch erschwinglich. Skodas 110 R basiert auf der viertürigen Limousine 110L/LS und folgt damit einem bewährten Strickmuster. Das Heckmotor-Coupé, werksintern mit der Bezeichnung Typ 718-K versehen, ist eines der sportlichsten Modelle in der Skoda-Geschichte. Erstmals seit etlichen Jahren bereichert mit dem 402 cm „lange“ 110 R wieder ein 2+2-Sitzer das Angebot des Traditionsherstellers aus Tschechien. Bis 1980 bleibt das Coupé im Programm, 56.902 Exemplare werden insgesamt gebaut. Rar und entsprechend begehrt war der 110 R seinerzeit vor allem in den neuen Bundesländern. In die ehemalige DDR wurden nur wenige Fahrzeuge ausgeliefert. Bereits in der zivilen Serienversion entwickelt der wassergekühlte OHV-Heckmotor 62 PS Leistung aus 1,1 Litern Hubraum. Das langt dem Hecktriebler für eine Spitze von 140 km/h. Aber die Ingenieure wissen, dass in dem Coupé mehr steckt. Und präsentieren 1975 auf der Basis des 110 R den legendären 130 RS, das erfolgreichste Sportmodell von Skoda. Der Alumotor wurde auf 1.289 ccm Hubraum aufgebohrt – und nutzte damit die Hubraumgrenze seiner Klasse voll aus. Bis zu 140 PS kitzelten die Techniker aus dem Triebwerk, damit sind bis zu 220 km/h möglich. Im Januar 1977 gewinnt der Werksfahrer Vaclav Blahna die Rallye Monte-Carlo in der 1,3 Liter Klasse vor seinem Teamkollegen Milan Zapadlo. Außerdem rollt er als bester Gruppe 2 Tourenwagen über die Zielrampe am Quai Albert. Auch auf der Rundstrecke sorgt der 130 RS für Erfolge. Im Jahre 1981 feiert das Werksteam den Markentitel in der Europameisterschaft für Tourenwagen – einer der größten internationalen Erfolge der Marke Skoda im Motorsport.

Quelle: Gerhard Prien

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