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Fahrzeuge/Oldies

Opel Kapitän

Opel Kapitän feiert Jubiläum: Der P2, das erfolgreichste Kapitän-Modell der Opel-Geschichte, wird 50

Deutschland im Herbst 1959: Die Hula-Hoop-Welle schwappt als Vorreiter der Fitnessbewegung aus den USA nach Europa, Elvis Presley, als Soldat in Deutschland stationiert, versetzt die Jugend in Wallung. Während sich die Teens und Twens in Jeans, Lederjacke und Petticoat auf dem Motorroller zum nächsten Tanzschuppen aufmachen, feiert ein mondänes Auto mit amerikanischen Flair Premiere: Der neue Opel Kapitän – intern auch Kapitän P2 2,6 Liter genannt – rollt in Rüsselsheim zum ersten Mal vom Band.

Panoramascheiben, Heckflossen und Zweifarben-Lackierungen bestimmen Ende der 50er Jahre die Automobilwelt. Dieser Linie folgend, erhält der neue Kapitän ein gestrecktes, modernes Aussehen, mit nach hinten leicht abfallender Dachpartie, die den viertürigen amerikanischen Coupés ähnelt. Der üppig verchromten Frontpartie und der markant geschwungenen Stoßstange folgen in gerader Linie die Kotflügel. Weit herumgezogene Panoramascheiben integrieren den Dachaufbau harmonisch in das Gesamtbild. Zugleich verbessern sie die Sichtverhältnisse enorm: So hat der Fahrer nach vorne nun einen Sichtwinkel von 103 Grad. Chromleisten untergliedern die Seitenteile, die in abgerundeten Heckflossen münden. In den Enden der Heckflossen eingebettet liegen die Rückleuchten mit der charakteristischen Form eines Schlüssellochs. Dieser Tatsache verdankt das gut 4,70 Meter lange Opel-Topmodell auch seinen Spitznamen – schnell ist es als „Schlüsselloch“-Kapitän bekannt und geht unter diesem Namen in die Geschichte ein.

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Orientierte sich der erste Nachkriegs-Kapitän noch stark am amerikanischen Schönheitsempfinden, zeigt die zweite Generation ab Herbst 1959 einen eigenständigen Auftritt und europäischeres Design. „An die Stelle der schwingenden Linien und weich fließenden Übergänge tritt nun die kraftvolle Betonung der Horizontalen und das Wirksamwerden prägnanter Konturen“, erläutert ein zeitgenössischer Text. Die Karosserie wird straffer, gerade Linien „strecken“ das Auto. Das besonders flach gehaltene Dach unterstützt diesen Effekt. Opel verbessert mit einer breiteren Panorama-Windschutzscheibe die Sicht und erleichtert durch leichte Konstruktionsänderungen am Dachauslauf den Fondeinstieg.

Der 2,6-Liter-Reihensechszylinder des Kapitän leistet 66 kW/90 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmetern zwischen 1.300 und 2.500 Touren.
Die Experten loben insbesondere die Laufruhe – eine neue Motoraufhängung führt zu einer maximalen Geräuschisolation und verbesserter Schwingungsdämpfung. Zu technischen Elementen wie der „Betätigungshilfe“ für das Kupplungspedal kommen in den Folgejahren Neuheiten wie automatische Getriebes („Hydra-Matic“) und Servolenkung. Der Kapitän ist damit sowohl in technischer Hinsicht als auch in puncto Komfort wegweisend für die damalige Automobilproduktion. Trotzdem erhöht Opel die Preise gegenüber dem Vorgängermodell nicht, was zum Verkaufserfolg beiträgt. Mit seinem charakteristischen Design, einem Höchstmaß an Komfort und modernster Technik entwickelt er sich zum Bestseller. Bis 1964 werden insgesamt 145.616 Fahrzeuge verkauft, der P2 2,6 Liter wird der erfolgreichste Kapitän aller Zeiten.

Quelle: Gerhard Prien