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Fahrzeuge/Oldies

Mercedes SL Baureihe R 129

Designikone und Innovationsträger

Nicht wenige Fahrzeuge von Mercedes-Benz sind vom Start weg moderne Klassiker. Bei Mercedes gehört jedes Modell der SL-Reihe dazu: Die Baureihe wird im Jahr 1954 vom Typ 190 SL begründet, der vom Hersteller ausdrücklich als Tourensportwagen bezeichnet wird. Zeitgleich wird der Typ 300 SL Flügeltürer präsentiert. Die vierte SL-Generation ist die von 1989 bis 2001 gebaute Baureihe R 129. Sie setzt mit ihrem Design und ihren vielen Innovationen Maßstäbe.

Auf dem Automobilsalon in Genf präsentiert Mercedes-Benz 1989 einen SL, der in jeder Hinsicht ein neues Auto ist. Zunächst gibt es die Typen 300 SL, 300 SL-24 und 500 SL. Intern heißt die Baureihe R 129. Ihre Produktion erfolgt nicht, wie bei den Vorgängern, in Sindelfingen, sondern aus Kapazitätsgründen in Bremen. Die Resonanz ist auf Anhieb überaus positiv, und bereits kurz nach der Präsentation ist absehbar, dass die vorgesehene jährliche Fertigungskapazität von 20 000 Einheiten für Jahre ausgelastet sein wird und mehrjährige Lieferfristen in Kauf genommen werden müssen.

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Das Design geht auf Bruno Sacco zurück. Es präsentiert sich mit den klaren Linien und der großen Ruhe, die das Erscheinungsbild der Mercedes-Benz Fahrzeuge von den auslaufenden 1980-er Jahren bis in die 1990-er Jahre hinein prägen. Im Falle der SL-Reihe kommen Attribute eines Tourensportwagens hinzu: Lange Motorhaube, zwei Sitze, kompaktes Heck, alles in einer leicht keilförmigen Karosserie verpackt. Im neuen SL präsentiert sich die traditionelle Grundform des Grills in stilistisch neuer Interpretation: Innerhalb der organisch in die Motorhaube integrierten Kühlermaske wird der Mercedes-Stern durch horizontale Lamellen aus eloxiertem Aluminium ergänzt. Der Chefdesigner Bruno Sacco hat ganze Arbeit geleistet. Die stilsicheren, schnörkellosen Linien der leicht keilförmigen Karosserie, die ausgestellten Radläufe für die Breitreifen, die Halbspoiler vor den Vorderrädern, eine sehr schräg stehende Windschutzscheibe, das gekonnt modellierte Heck und die serienmäßigen Leichtmetallräder ergeben eine äußerst harmonische Gesamtwirkung. Der aerodynamische Feinschliff im Detail, einschließlich Unterboden und Motorraum-Durchströmung, ergibt in der Summe den kraftstoffsparenden und geschwindigkeitserhöhenden cW-Wert von 0,32 mit montiertem Hardtop. Für den offenen Wagen mit geschlossenen Seitenscheiben werden 0,40 gemessen.

So wird der SL zur Ikone auf Rädern. Die Perfektion des Entwurfs wird früh anerkannt. Schon 1990. knapp ein Jahr nach der Vorstellung, kann sich der SL mit dem internationalen „Car Design Award“ schmücken, gekürt von einer elfköpfigen Journalisten-Jury aus zehn Ländern, unterstützt von je einem Vertreter der Stadt Turin und der Region Piemont: „Beim Mercedes-Benz 300 – 500 SL überzeugt das Zusammenspiel von Neuerungen im Bereich der Sicherheit [...], von mustergültigen Lösungen in Bezug auf Ergonomie und von strikter Einhaltung der traditionellen Designkultur der Herstellermarke. Der neue SL verkörpert somit die wertvollsten Elemente zeitgemäßen Industriedesigns, ohne auf jenes Flair zu verzichten, das stets zu jedem Sportcabriolet gehört“ – so die Begründung der Jury.

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Wer einen SL fährt, setzt ein Statement. Wie in einem eleganten Kostüm oder einem gut geschneiderten Anzug ist man stilsicher unterwegs. Dass der Wagen äußerst bequem ist und selbst lange Strecken angenehm macht, wird vorausgesetzt – und zugleich auf jedem Kilometer genossen.

Zum hohen Technikstandard gehört das anerkannt hohe Sicherheitsniveau, das die Mercedes-Benz Ingenieure ihren Fahrzeugen mitgeben. Im Falle der Baureihe R 129 beispielsweise den automatischen Überrollbügel, der sich bei einem drohenden Überschlag in nur 0,3 Sekunden aufstellt. Oder den Integralsitz mit rund 20 patentierten Detaillösungen, der bei einem Seitenaufprall Energie absorbiert und außerdem den Dreipunktgurt mit Gurtstraffer sowie die Gurthöhenverstellung mit gekoppelter Kopfstützenverstellung enthält. Zur Sicherheit gehört auch eine neu konstruierte Karosserie, die härtesten Crashtests unterzogen wird und höchsten Insassenschutz bietet.

Vom Start weg gibt es die SL der Baureihe R 129 mit zwei Sechszylindern und einem Achtzylinder. Abgaskatalysatoren gehören zur Serienausstattung. Über die Jahre werden die Antriebe immer wieder dem neuesten Stand angepasst. Für Furore sorgt im Jahr 1992 der Typ 600 SL mit Zwölfzylindermotor. Damit dringt der SL in eine vollkommen neue Leistungsklasse vor. Beliebtester Typ in zwölf Jahren Bauzeit ist der Achtzylinder-Typ 500 SL.

Bei einem SL ist die Möglichkeit des offenen Fahrens für viele ein wichtiges Kaufkriterium. In der Baureihe R 129 hat Mercedes-Benz dem Tourensportwagen erstmals ein automatisches Faltverdeck mitgegeben, es öffnet und schließt auf Knopfdruck innerhalb von 30 Sekunden. Zu den Innovationen zählt auch das Windschott, das zugfreies Offenfahren möglich macht. Ganzjahrestauglich wird der SL mit dem aus Aluminium bestehenden Hardtop, das in der Baureihe R 129 zur Serienausstattung gehört.

Das SL-Gesicht hat sich im Laufe der Jahrzehnte einen festen Platz in der Mercedes-Benz Modellhierarchie erobert. Und ein Mercedes-Benz SL der Baureihe R 129 ist der perfekte moderne Klassiker: Individuell, aber voll alltagstauglich und dabei auch wertstabil. Dabei hilft die Serviceorganisation der Marke: Nahezu jedes Ersatzteil ist verfügbar, zugleich sorgt sie für eine perfekte Wartung. So kann aus dem modernen Klassiker eines Tages – und vermutlich schneller als gedacht – ein echter Klassiker werden.

Quelle: Grhard Prien