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Fahrzeuge/Oldies

Mazda RX-3

Erster Wankel von Mazda in Deutschland

Wir schreiben das Jahr 1971. Die Schweiz führt das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ein, in der DDR wird Erich Honecker Nachfolger von Walter Ulbricht als Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED. In den USA wird Werbung für Zigaretten im Rundfunk und Fernsehen verboten, MacDonalds eröffnet in München seine erste Filiale in Deutschland. Und der japanische Automobil-Hersteller Mazda führt den RX-3 ein, zunächst als Coupé und viertürige Limousine. Ein Jahr später, 1972, folgt eine fünftürige Kombiversion mit Automatikgetriebe.

Der RX-3 ist der erste Mazda mit Wankelmotor, der nach Deutschland exportiert wird. Der Hecktriebler mit hinterer Starrachse ist gerade mal vier Meter lang und wird vom 10A Wankel angetrieben. Der bringt es mit zweimal 491 ccm Kammervolumen auf eine Leistung von 105 PS bei 7.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 134 Nm bei 3.500 U/min. Die mit Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattete GT-Version bringt es mit dem 12A Wankelmotor gar auf 120 PS (bei 6.500 U/min) und ein maximales Drehmoment von 156 Nm bei 3.500 U/min. Reichlich Leistung für die damalige Zeit – und für das geringe Fahrzeuggewicht. Der Mazda RX-3 wiegt gerade mal 900 Kilo, mit denen die zahlreich angetretenen Pferdchen – im besten Wortsinne – leichtes Spiel haben. In 10,8 Sekunden ist der Wankel-Japaner auf Tempo 100 km/h, die Viertelmeile schafft er in 17,1 Sekunden. Beste Voraussetzungen für den Einsatz auf Renn- und Rallyestrecken. Mit seinen kompakten Abmessungen, breitem Radstand (Spurweite vorn / hinten: 1.295 / 1.295 mm) und dem geringen Gewicht ist er selbst für weit größere Fahrzeuge ein ernst zu nehmender Gegner. Mazda selbst bietet von Stufe 1 bis Stufe 3 eine ganze Palette von Sportzubehör an – und macht so den Einsatz des kompakten Wagens zusätzlich populär.

Der im Stil der 1970-er Jahre gehaltene, rückblickend etwas barock wirkende RX-3 wird auch in den USA verkauft. In „gods own country“ wird der Mazda, der in Japan als Savanna angeboten wird, zum Erfolgsmodell – und begründet den guten Ruf des „Rotary Drive“. Dem wird auch sein ebenfalls mit Kreiskolbenmotor ausgestattete Nachfolger, der deutlich größere und moderner gestylte RX-7, gerecht. Im Jahre 1978 endet die Produktion des RX-3.