ADVENTUREMEDIA4U

Fahrzeuge/Oldies

Matra Bagheera

Flotter Dreier

Matras Bagheera wurde im April 1973 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das dreisitzige Sportcoupé des Automobilherstellers Matra Automobiles (Matra wurde als „Mécanique Aviation Traction“ = Matra im Jahr 1945 gegründet) wurde als Nachfolger des Matra 530 gemeinsam von Simca und Matra entwickelt.

Konstrukteur Phillipe Guédon hat die Aufgabe, einen Sportwagen mit Mittelmotor zu entwickeln. In den mehr als zwei Personen passen sollten. Guédon löst die Aufgabe auf ungewohnte Weise: Bei seiner Präsentation glänzt der gerade mal 117 cm hohe Zweitürer mit zwei Sitzen neben dem Fahrersitz, er hat also drei Sitze in einer Reihe. Als Matra-Simca läuft der Bagheera vom Band, da Matra gerade eine Kooperation mit dem zu Chrysler gehörenden Hersteller Simca eingegangen war. Bei der Namensgebung zeigen sich die Verantwortlichen phantasievoll. Nach dem Panther aus dem „Dschungelbuch“ heisst der Dreisitzer Bagheera.

Von vorne schaut das flache Sportcoupé mit seiner mit einem Stahlgerippe verklebten, kantig-flotten Kunststoff-Karosse und den Klappscheinwerfern richtig schnittig aus. Der Mittelmotor und Antriebseinheit sowie Vorderachse stammen aus dem Simca 1100 Ti. Die 84 PS des vor der Hinterachse montierten Antriebsaggregats reichen für Tempo 185 km/h. Zwei Jahre später, 1975, kommt der Bagheera S mit 90 PS. Im Jahre 1977 erhält der Dreisitzer ein Facelift mit einigen optischen Retuschen. Damit wird er um 15 Zentimeter länger. Als Nobelversion gilt der folgende Typ „X“. Schließlich verkauft Chrysler 1978 den Hersteller Simca an Peugeot, der Mittelmotor-Sportler bekommt einen neuen Namen: Talbot Matra Bagheera.

alle Bilder

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Einem großen Verkaufserfolg in Deutschland stehen zahlreiche Verarbeitungsmängel entgegen. Denn der französische Sportler hat rekordverdächtig viele Mängel, der ADAC verleiht ihm die damals regelmäßig vergebene „Silberne Zitrone“. Die Karosserie ist undicht, die Sitze saugen sich bei Regenfahrten mit Wasser voll. Mechanische Teile fallen einfach ab. In Deutschland wird der Bagheera mit der Auszeichnung durch die „Silberne Zitrone“ nicht zum Bestseller. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist er selten, denn viele Bagheera rosten unter der schnittigen Plastikhaut.

Die Produktion des Bagheera läuft schließlich 1980 nach einer Gesamtherstellung von 47.802 Exemplaren aus. Im selben Jahr wird dem Pariser Salon Jahr das Nachfolgemodell, der Talbot Matra Murena (ebenfalls ein Dreisitzer) vorgestellt.