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Dethleffs Historie

Schwäbische Evolution

Zu Anfang ist die Geschichte von Dethleffs die eines Mannes mit Familiensinn. Es ist die Geschichte von Arist Dethleffs, der zu Beginn der dreißiger Jahre im väterlichen Unternehmen Skistöcke und Peitschen – in einer schon mehr als hundert Jahre bestehenden Fabrik, der ersten Peitschenfabrik in Isny – vertreibt. Und der als echter Familienmensch seine Liebsten immer um sich haben will und den vermutlich ersten Wohnwagen Deutschlands, das so genannte „Wohnauto“, baut.

Die Geschichte der Firma Dethleffs selbst beginnt rund hundert Jahre früher, mit Gündung der Dethleffs KG, in der Peitschen hergestellt wurden, im Jahre 1832. Im Laufe der Jahre wird der Export zunehmend wichtiger, bis nach Ägypten liefern die Allgäuer ihre Produkte, an den Nil gelangen Stöcke für die Kameltreiber. 1901 fusioniert das Unternehmen mit einem Wettbewerber, aus dem Zusammenschluss entsteht die Vereinigte Peitschenfabriken GmbH. Diese nimmt 1923 zusätzlich die Fertigung und den Vertrieb von Skistöcken ins Unternehmensangebot auf.

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Es begann mit Peitschen und Skistöcken

Im Jahre 1931 kommt Arist, gerade mal 22 Jahre jung, die Idee, während seiner Geschäftsreisen in Vertriebsdiensten für Peitschen und Skistöcke nicht mehr auf die Begleitung durch seine Liebste(n) verzichten zu wollen. Während seiner Reisen hat er im Badischen die Künstlerin Fridel Edelmann kennen gelernt, man verlobt sich. Und seine zehn Jahre ältere „bessere Hälfte“ sieht Arist nur ungern allein auf Reisen. Und so schreibt sie ihm: „So etwas Ähnliches wie ein Zigeunerwagen, in dem wir gemeinsam fahren, das wäre wohl das Richtige für uns.“ Arist antwortet seiner künftigen Frau, und er legt Skizzen eines solchen Wagens bei. Da der auch als rollendes Atelier für Fridel dienen soll – und Künstler immer Licht für ihre Arbeit brauchen – sieht Dethleffs ein Hubdach vor. Schon 1925, zu einem Zeitpunkt, als sie ihren späteren Mann noch gar nicht kannte, vertraute Fridel Edelmann ihrem Tagebuch an: „Ich wünsche mir ein Wohnauto als fahrbares Künstleratelier.“ Noch im Jahr 1931 heiratet Arist seine Fridel, quasi als Hochzeitsgeschenk wird das so genannte „Wohnauto“ geplant und gefertigt. Dabei hilft ein ausgesprochen realistisches Szenario, ein echtes Eins-zu-eins-Modell, das Arist in der Garage in Isny aufbaut, komplett mit Tischen und Stühlen. Danach werden die Bauteile organisiert, der Anhänger angebaut, und zu Ostern 1932 geht es auf Jungfernfahrt. Im November 1933 wird die Familie komplett, Tochter Ursula kommt zur Welt.

Das „Wohnauto“ als Hingucker

Wo auch immer Familie Dethleffs mit ihrem Gespann auftaucht: Die rollende Hütte erregt großes Aufsehen. Und Interesse bei anderen potenziellen Kunden, so dass in den kommenden Jahren in einem Holzschuppen der Peitschenfabrik die ersten Wohnwagen auf Bestellung gebaut werden. In reiner Handarbeit. 1934 benennt sich die Vereinigte Peitschenfabriken GmbH um und firmiert nun als Gebr. Dethleffs OHG, Caravans werden auf Bestellung gebaut. Schon 1936 arbeiten in der Wohnwagen-Produktion sechs fest angestellte Mitarbeiter, und man kommt vor lauter Aufträgen kaum noch mit der Fertigung nach. Ende der Dreißiger Jahre haben sich neben Dethleffs noch weitere Wohnwagen-Hersteller in Deutschland etabliert, Caravan fahren wird schick. Auch Stars wie Zarah Leander oder Rennfahrer Hans Stuck besitzen und bewegen einen Wohnwagen. Während des Zweiten Weltkriegs kommt die Produktion zum Erliegen, bei Dethleffs werden Sanitätsschlitten gebaut. Nach dem Krieg beginnt man mit der Produktion von Möbeln, im Jahre 1948 nimmt man in Isny wieder die Fertigung von Freizeit-Fahrzeugen auf.

Neuanfang im Wirtschaftswunder-Land

Schnell fasst Dethleffs im Wirtschaftswunder-Deutschland wieder Fuß und das Unternehmen kommt wieder in Gang. 1952 beginnt die Serienfertigung in Isny, anders wird man der steigenden Nachfrage nicht mehr Herr. Die ersten Serienmodelle sind der so genannte Camper, der Verkaufspreis des nicht einmal 200 Kilo schweren Wagens liegt bei rund 1.600 Mark, und der darüber angesiedelte Tourist. Die Wohnwagen ernten zahlreiche Auszeichnungen, etwa in Luxemburg und der Schweiz. Im Jahre 1955 gibt es für 3.900.- Mark einen Tourist, für 6.600.- Mark einen Globetrotter. In den Folgejahren wird die Wohnwagenherstellung immer mehr ausgeweitet, die Modellpalette auf acht verschiedene Modelle – darunter Nomad, Beduin und Senior – erweitert, die Herstellung der Peitschen wird daher völlig aufgegeben. Statt dessen arbeitet man innovativ im Caravan-Bau, wie der erste 1961 patentierte Toilettenraum zeigt. Im Jahre 1966 arbeiten bereits 60 Mitarbeiter in der Wohnwagen-Produktion. Doch im Laufe der Zeit reichen die Kapazitäten im kleinen Isnyer Werk nicht mehr aus, die Nachfrage des Marktes kann nicht vollauf befriedigt werden.

Im Jahre 1971 zieht sich Arist Dethleffs aus der Firma zurück, Wolfgang Thrun und Jakob Eicker von der Unternehmensgruppe TE in Mülheim – später T.E.C. – übernehmen den Caravanhersteller. Die Angebotspalette wird massiv zusammen gestrichen, man konzentriert sich auf fünf hochwertige Modelle in der Preisklasse zwischen 10.000 und 14.000 Mark, die Produktion wird konsequent rationalisiert, das Händlernetz ausgebaut. Was zu einer im Ergebnis erheblich gesteigerten Produktion sowie zu höherem Umsatz und Marktanteil führt. Und zu einer Erweiterung der Fertigungsfläche: 1973 baut die Firma am Rangenbergweg ein neues Werk mit 12.000 Quadratmeter Produktionsfläche, rund 235 Mitarbeiter stehen in Lohn und Brot. Ein Jahr später bereits gehört Dethleffs zu den größten zehn deutschen Wohnwagenherstellern. Sicher mit ein Verdienst der so genannten „Jungen Linie“, die preislich und optisch auf neue Zielgruppen ausgerichtet ist. Fünf Grundrisse sind im Angebot, zu Preisen zwischen 4.150 und 5.000 Mark.

Das erste Wohnmobil

Im Jahre 1977 stellt man in Isny den ersten Dethleffs mit Motor, also das erste Reismobil her. Gut 7,25 Meter lang und 69.900 Mark teuer, basierend auf einem Fahrgestell von Mercedes-Benz. Und recht einsam in einem ansonsten reinrassigen Wohnwagen-Programm. Doch der Markt ist seinerzeit offenbar noch nicht recht bereit für ein solches Fahrzeug, der Erfolg bleibt aus. Im Jahre 1980 steigt Erwin Hymer bei Dethleffs mit ein, gemeinsam mit Wolfgang Thrun und Jakob Eicker gründet er anteilig die CMC, die 1981 mit dem Globetrotter auch wieder einen Versuch bei den Reisemobilen startet. Rund fünfeinhalb Meter lang, 2,20 Meter breit und 2,80 Meter hoch sind die ersten Globetrotter. Die Integrierten sind für sechs Personen zugelassen und bieten einen Fahrerhaustür, elektrische Fensterheber sowie ausziehbare Heckstoßstange. Das alles zu einem Preis ab rund 60.000 Mark. Bald danach rollt auch die erste Alkoven-Reihe bei Dethleffs: Als Pirat F auf Ford, als Pirat D auf Ducato. Heute gilt die Baureihe, die zum Einstiegspreis von 39.900 Mark als Benziner zu haben war, als erstes Erfolgsmodell der Reisemobilbauer aus Isny. Hymer übernimmt die CMC 1983 als alleiniger Besitzer. Damit wird er auch Eigentümer von Dethleffs. Ein Jahr später wird das Angebot an Reisemobilen nach unten hin erweitert, für Einsteiger kommt der Globetrotter BM, ein Nasenbär auf der Basis des Mitsubishi L 300. Einstiegspreis: 33.900 Mark. Im gleichen Jahr ist Dethleffs europaweit auch bereits der größte Abnehmer des Fiat Ducato und stellt außerdem die Studie Zet II vor. Gewissermaßen die Visualisierung dessen, wie man sich in Isny das Reisemobil der Zukunft vorstellt: Mit windschnittiger Karosse aus Kunststoff auf einem Allrad-getriebenen Chassis, einer Einrichtung nach dem Baukastensystem, Solarenergie und einem Notrufsystem, das mit Hilfe von Satelliten das Fahrzeug weltweit orten können sollte.

Design muss sein: Der Globetrotter CD-B

Ein Jahr später folgt mit dem Globetrotter CD-B ein Fahrzeug mit besonders auffälligem Design. Zahlreiche GfK-Applikationen, darunter auch ein flott gestylter Frontspoiler, zeichnen den Teilintegrierten ebenso aus wie seine sportliche Optik. Für den CD setze man ein eigens entwickeltes Tiefrahmen-Fahrgestell ein, das Dethleffs sich patentieren ließ. Die Fertigungslizenz vergab man an Al-Ko. Bis zum Jahr 2000 verwendete das Chassis beinahe ausschließlich der Wettbewerb, Dethleffs nutze es nur für den CD, der seinerzeit rund 50.000 Mark kostete. Im Modelljahr 1987/88 trat Dethleffs dann mit dem Bus an, wieder einem Fahrzeug auf Ducato-Basis. Bis 1993 wurde der Bus gebaut, in insgesamt rund 800 Exemplaren. Der Einstiegspreis lag bei 43.990 Mark.

Mit dem Fall der Mauer im Jahre 1989 erlebt die gesamte Freizeitfahrzeug-Branche einen ungeheueren Nachfrage-Boom. Von dem profitiert auch Dethleffs, wo es mittlerweile rund 40 verschiedene Caravans gibt. Und wo 1989 rund 1.800 Reisemobile gebaut werden. Darunter auch die Teilintegrierten VDH und LSH (mit Al-Ko-Chassis), beide rund 5,7 Meter lang. Im Jahre 1989 debütierten auch die Integrierten I 532 und I 642 auf dem Caravan Salon. Zwei Jahre später wurde die Palette der Integrierten ergänzt durch den I 645, der für 89.500 Mark auf 661 Zentimetern ausreichend Platz und Komfort für ein reisendes Paar bot. Im gleichen Jahr leistet sich Dethleffs, wie viele andere Reisemobilhersteller auch, einen kleinen Ausrutscher. Der Rückgriff auf den Fiat Talento als Basisfahrzeug, den die Allgäuer unter das 4,65 Meter lange Alkovenmodell A 462 schieben, ist keine besondere Meisterleistung gewesen. Die Verkaufszahlen waren entsprechend. Dennoch, die Branche boomt, und auch Dethleffs geht es gut. Geschäftsführer Dieter Riegel beschließt eine Werkserweiterung, um der wachsenden Nachfrage Herr zu werden, am 26. März 1992 kommt von Erwin Hymer grünes Licht. Eine neue Halle entsteht, 90 Meter lang, 70 Meter breit, 6.200 weitere Quadratmeter stehen 1993 für die Produktion zur Verfügung.

Dethleffs startet Produktoffensive

Knapp ein Jahr später verspüren die deutschen Hersteller erstmals heftigen Gegenwind. Durch eine stark abgewertete Lira kommen aus Italien günstige Freizeit-Fahrzeuge, vor allem Reisemobile, auf den deutschen Markt. Die Reaktion von Dethleffs ist eine massive Produkt-Offensive. Und eine konsequente Straffung des Angebots an Basisfahrzeugen. Ab 1994 konzentriert man sich auf den Fiat Ducato, alle anderen Hersteller werden aus dem Programm genommen. Eine Entscheidung, die rund zehn Jahre Bestand hat, erst 2004 kommen mit Renault Master – und später dem Ford Transit – wieder andere Basisfahrzeuge neben Fiat ins Programm.

Der Mann, der wohl Caravaning in Deutschland erst einführte und populär machte, Arist Dethleffs, stirbt am 14. Februar 1996 im Alter von 88 Jahren in Isny.

Im gleichen Jahr lässt Dethleffs den legendären Bus wieder aufleben – der Bus II kommt 1998 – und reagiert so auf die steigende Nachfrage nach kompakten Mobilen. Noch kleiner geht es mit dem auf Citroen Berlingo aufbauenden Scout, der 1997 für 36.900 Mark auf den Markt kommt.

Farbig und „automotiv“: Die neuen Reisemobile

Mehrfarbig lackiert, mit so genanntem „automotivem Design“ und runden Formen rollt zur Jahrtausendwende die Premium-Class vom Band, zunächst Intergrierte, Teilintegrierte und Alkovenmodelle folgen. 2001 entstehen in Isny im Zuge einer Werkserweiterung eine neue Produktionshalle und eine neue Lackiererei, schon zwei Jahre später wird das Werk erneut erweitert. Ebenfalls in 2001 kommt die Advantage-Baureihe – zunächst mit sieben Nasenbären und zwei Teilintegrierten - auf den Markt, gedacht als günstige Baureihe für Einsteiger ins mobile Reisen. Einige Etagen höher greift der Globetrotter XXL an, ein Alkovenmobil in de Oberklasse auf Basis des Iveco Daily mit 5,2 Tonnen Gesamtgewicht und rund achteinhalb Metern Länge für rund 85.000 Euro. 2004 kommen nicht nur Renault und Ford bei Dethleffs wieder zum Einsatz, sondern auch neue Teilintegrierte mit Namen Esprit RT und Fortero - den es auch als Nasenbären gibt - ergänzen das Modellprogramm. Zum 75jährigen Jubiläum spendierte man sich bei Dethleffs in Isny ein neues Verwaltungsgebäude und nahm, gemeinsam mit Hymer, einen neuen Produktionsstandort, das Werk Capron im sächsischen Neustadt in Betrieb.
Die Firmengeschichte von Dethleffs:
1832: Das Geburtsjahr der Dethleffs KG: Die 1. Isnyer Peitschenfabrik wird gegründet, Unternehmenszweck ist die Herstellung und der Vertriebs von Peitschen.

1872: Aufbau einer zweiten Peitschenfabrik.

1901: Kooperation der beiden Fabriken.

1923: Das Angebot wird um die Fertigung von Skistöcken erweitert.

1931: Arist Dethleffs will während seiner Geschäftsreisen nicht auf die Begleitung seiner Familie verzichten. Um sie immer um sich zu haben baut Arist Dethleffs den vermutlich ersten Wohnwagen in Deutschland, das sogenannte „Wohnauto“.

1932: Wo auch immer das Wohnauto auftaucht, ist das Aufsehen groß. Zahlreiche Nachfragen führen dazu, dass in einem Holzschuppen ab jetzt die ersten Wohnwagen – auf Bestellung – gebaut werden.

1936: In der Betriebsabteilung „Dethleffs Wohnautobau“ sind bereits sechs feste Mitarbeiter beschäftigt.

1941: Während der Kriegsjahre fertigt man bei Dethleffs Sanitätsschlitten und Möbel.

1948: Die Herstellung von Wohnwagen wird wieder aufgenommen.

1956: Steigende Nachfrage sorgt für den Start einer Serienfertigung. Internationale Auszeichnungen für Konstruktion und Qualität folgen. Dethleffs gibt die Herstellung von Peitschen auf.

1961: Die erste kontinuierliche Fertigung für Wohnwagen wird eingerichtet. Dethleffs konzentriert sich auf eine Modellreihe, den „Camper“.

1966: Die Mitarbeiterzahl steigt auf 60 Beschäftigte.

1970: Dethleffs wird von den Wohnwagenfabrikanten Wolfgang Thrun und Jakob Eicker (Unternehmensgruppe TE, Mühlheim) übernommen.
1971 Die Modellpalette schrumpft von 13 auf 5 Modelle. Die Skistockherstellung wird vergeben.

1972: Produktion, Umsatz und Marktanteil steigen rasant.

1973: Am Rande von Isny baut Dethleffs ein neues Werk, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Rund 12.000 Quadratmeter Produktionsfläche und ein modernes Verwaltungsgebäude werden Arbeitsstätte für 235 Mitarbeiter.

1974: Dethleffs kommt in die Top-Ten der zehn größten deutschen Wohnwagenhersteller.

1975: Dethleffs beschäftigt 235 Mitarbeiter.

1976: Erste Exporterfolge machen sich bemerkbar: Dethleffs produziert im Geschäftsjahr rund 4.700 Caravans.

1977: Dethleffs beschäftigt knapp 600 Mitarbeiter.

1978: Nach rasanter Aufwärtsentwicklung leidet die Branche
unter dem eingebrochenen Exportgeschäft.

1979: Dethleffs setzt auf dem Inlandsmarkt erstmals mehr als 4.000 Caravans
ab und erreicht einen Marktanteil von zehn Prozent.

1982: Die erste Alkoven-Baureihe wird vorgestellt: Der Pirat auf der Basis von Ford Transit und Fiat Ducato.

1983: Dethleffs baut sein erstes Reisemobil und nutzt als erster deutscher Hersteller von Freitzeitmobilen das Fahrgestell des Fiat Ducato für seine Alkovenbaureihe. Der „CD“ mit seinem automotiven Außendesign kommt als Halbintegrierter in Vollkunststoff-Sandwichbauweise auf den Markt. Dethleffs wird Teil der CMC-Holding, zu der auch die Firmen Eriba Hymer und TEC gehören.

1984: Die Caravan-Exporte gleichen den Rückgang der Inlandsnachfrage
weiterhin aus. Dethleffs wird zum europaweit größten Abnehmer für den Fiat Ducato.

1985: Die Caravan-Produktion steigt auf 6.000 Einheiten, der Exportanteil
steigt von 26 Prozent auf 45 Prozent, der Umsatz liegt bei 85 Millionen DM. Die Beschäftigung liegt mit 485 Mitarbeitern unterhalb des Niveaus der Vorjahre.

1988: Mit 583 Beschäftigten macht Dethleffs einen Umsatz von
128 Millionen DM.

1989: Mit einer Integrierten-Baureihe komplettiert Dethleffs das Reisemobil-Programm. Gegenüber dem Vorjahr wächst Dethleffs: Mit 98 zusätzlichen Mitarbeiter legt man beim Umsatz um 31 Millionen DM zu. Dethleffs produziert 7.700 Caravans
und 1.800 Wohnmobile.

1990: Mit rund 750 Mitarbeitern erreicht Dethleffs einen Umsatz von 201 Millionen DM und fertigt 7.950 Caravans und 2.250 Reisemobile.

1991: Rund 800 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 225 Millionen DM und produzieren 8.300 Caravans und 2.950 Motorcaravans.

1992: Mit einer Jahresproduktion von 8.200 Caravans und 3.000 Motorcaravans erreicht Dethleffs 251 Millionen Mark Umsatz und damit eine neue Rekordmarke. Der Exportanteil liegt bei 40 Prozent.

1993: Ein Dethleffs-Fahrzeug besteht den ersten öffentlich dokumentierten Crashtest bei der Bundesanstalt für Straßenverkehr in Köln. Das erste markenoffene Sicherheitstraining für Reisemobilisten findet regen Anklang, auf Anhieb nehmen rund 100 Caravaning-Begeisterte teil. Eine Montagehalle mit 6.200 Quadratmetern Fläche wird mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 12 Millionen DM neu gebaut. Das Personal wird wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession auf 730 Beschäftigte reduziert, der Jahresumsatz liegt bei 202 Millionen DM, die Produktionszahlen liegen bei 2.015 (Reisemobile) und 8.005 (Caravans). Dethleffs steigert seinen Marktanteil bei den Caravans von neun auf 9,9 Prozent.

1994: Die anhaltende Rezession und ein Rückgang von über 30 Prozent bei den Reisemobilzulassungen führt zu einem Personalabbau auf 660 Beschäftigte, die einen Umsatz von 171 Millionen DM erwirtschaften und 1.310 Motorcaravans und 7.030 Caravans produzieren. Im Caravanbereich erreicht 10,2 Prozent Marktanteil.

1995: Unter der Maxime „Dethleffs – ein Freund der Familie“ nimmt Dethleffs eine neue Marken- und Produktpositionierung vor. Die Innovationen „kids & camp“ und „bike & camp“ im Caravanbereich, die Neuauflage der Kompaktklasse „Bus“ sowie familien- und kindgerechte Grundrisse sind die Ergebnisse der Marktausrichtung. Die Konzentration in der Modell- und Preispolitik auf die europäischen Märkte ist erfolgreich. Die Exportquote steigt auf 38 Prozent.

1996: Arist Dethleffs stirbt am 14. Februar im Alter von 88 Jahren in Isny. Die Family Card wird als Baustein des neuen Dethleffs-Family-Service mit einer Drei-Jahres-Garantie auf alle Fahrzeuge angeboten. Bei einem Umsatz von 160 Mio. DM und einer Beschäftigungszahl von ca. 500 produziert Dethleffs rund 6.000 Caravans und etwa 1.100 Motorcaravans; die Exportquote steigt auf 40 Prozent. Die Außenoptik der Dethleffs Motorcaravans wird durch die Verwendung von Glattblech aufgewertet.

1997: Dethleffs baut auf Mercedes Sprinter auf. Die neue Baureihe mit dem Namen Globeline bringt drei Alkovenmodelle und einen Integrierten. Dethleffs stellt zusammen mit dem TÜV Südwest sein erstes Reisemobil mit Flüssiggas-Antrieb vor.
Der Scout rundet das Modellprogramm bei den Reisemobilen nach unten ab.

1998: Dethleffs bringt ein total neues Caravan-Programm mit neuen Außenformen mit Kunststoff-Formteilen im Bug und neuen Heckleuchtenträgern. Ein neues modulares Möbelsystem mit neuem Möbeldesign hält in fünf Caravan- und zwei Reisemobil-Baureihen Einzug.

1999: Trotz rückläufiger Entwicklung in den Caravan-Märkten und nur leicht steigenden Motorcaravan-Märkten in Europa legt Dethleffs bei den Caravans um 20 Prozent und bei den reisemobilen um 30 Prozent zu. Die Umsatzmarke von 200 Millionen DM wird erstmals wieder überschritten, die Zahl der Mitarbeiter um 50 auf rund 500 Mitarbeiter erhöht. Mit dem Motorcaravan A 7870 Esprit baut man das erste Dreiachs-Reisemobil in der Dethleffs-Geschichte mit einer Länge von mehr als acht Metern.

2000: Der Vorjahreserfolg setzt sich fort. Mit Stückzahlen von 6.340 (plus 15,4 Prozent) bei den Caravans und 2.648 (plus 23 Prozent) bei den Reisemobilen wird ein Rekordumsatz von 264 Millionen DM (plus 19,2 Prozent) erreicht. Die Mitarbeiterzahl erhöht sich auf 650. Dethleffs investiert in Gebäude und maschinelle Ausstattung der Werksanlage.

2001: Der Aero Tourist geht in Serie und wird „Caravan des Jahres“ in den Niederlanden. Der Umsatz erreicht den neuen Rekordwert von 307 Millionen DM. Für rund 12 Millionen DM werden eine neue Produktionshalle und eine neue Lackiererei gebaut. Dethleffs produziert rund 3.500 Motorcaravans und setzt verstärkt auf Teilintegrierte und bietet mit vier Baureihen die größte Modellpalette am Markt an.

2002: Durch einen Hallen-Neubau mit 2.500 Quadratmetern und den Bau einer eigenen Lackiererei ist Dethleffs der erste Hersteller, der Integrierte in fünf verschiedenen Farben preisgünstig anbieten kann. Der Globetrotter XXL A 8000 markiert für Dethleffs den Einstieg in die Luxus-Alkovenklasse. Als neue Exportländer werden Japan und England aufgenommen. In Skandinavien ist Dethleffs nach wie vor die „Nummer 1“ im Reisemobil-Segment.

2003: Das Werk wird zum wiederholten Male ausgebaut: Die Fläche des vorhandenen Hochregallagers wird um mehr als das Doppelte vergrößert. Die Baureihen Camper und Esprit erfahren innen und außen eine komplette Überarbeitung. Mit dem neuen Advantage Integrierten bietet Dethleffs den europaweit preiswertesten Integrierten an. Der Marktanteil in Deutschland stieg bei den Caravans im Juni erstmalig auf über zehn Prozent.

2004: Die Dethleffs Family Stiftung wird gegründet. Dethleffs wird größter Hersteller von Alkoven- und teilintegrierten Fahrzeugen. Die neu gegründete Vermietkette McRent kann bereits im ersten Jahr mit über 400 Vermietfahrzeugen in Deutschland aufwarten.

2005: Das größte Modellprogramm der Dethleffs Geschichte wird vorgestellt. Mit den farbigen Globebus Modellen wird ein Trend zu mehr Farbigkeit angestoßen. Der neue Esprit RT baut erstmals auf einem Renault Master Chassis auf. Neue Ideen zum Thema Leichtbau präsentiert Dethleffs mit dem Tourist Light. Das Unternehmen holt einen Lohnauftrag für die Fertigung von Kastenwagen aus dem Ausland nach Isny und sichert damit weitere Arbeitsplätze.

2006: Dethleffs feiert sein 75jähriges Jubiläum mit vielen Aktionen, Sonderangeboten und zwei Jubiläumsmodellen. Das Frauenmobil wird vorgestellt. In Zusammenarbeit mit sieben aktiven Reisemobilistinnen wurde ein Reisemobil entwickelt, das speziell den Bedürfnissen von Frauen entsprechen soll. Mit der Fortero Baureihe wird das Angebot an farbigen Motorcaravans weiter ausgebaut. Dethleffs produziert mehr Reisemobile an einem Standort als jeder andere Hersteller Europas. Das Jubiläumsjahr wird zum erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte: Mit 852 Mitarbeitern werden annähernd 7.400 Motorcaravans und 5.800 Caravans produziert.

Quelle: Gerhard Prien