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Fahrzeuge/Oldies

CitroŽn GS Birotor

Französischer Exote

Selbst tatsächliche oder vermeintliche Auto-Kenner wissen es oft nicht: Der französische Autobauer Citroën hat Fahrzeuge mit Wankelmotor gebaut. Etwa den GS Birotor, der auf dem Pariser Salon 1973 vorgestellt wird. Den GS gibt es auch mit „normalen“ Ottomotoren, der Verkauf des Modells mit Wankelantrieb beginnt im März 1974. Ein etwas unglücklicher Termin, denn der Birotor startet seine Laufbahn mitten in der ersten Ölkrise. Prompt ist seine Karriere nach gerade mal einem Jahr wieder beendet. Nur 847 Exemplare verlassen bis zum Produktionsende das Werk.

Selbst bei Citroën spricht man davon, dass er sich in Rekordzeit zu Tode trank. Der GS Birotor, so lauten zeitgenössischen Angaben, schluckt so zwischen zwölf und 20 Litern auf 100 Kilometer Fahrstrecke. Das ist in den Zeiten autofreier Sonntage und erster flächendeckender Tempolimits in Deutschland ganz einfach zuviel – das Auto kommt zur falschen Zeit. Die Faszination des fast vibrationsfrei hochdrehenden, turbinenartig laufenden Zweischeiben-Wankelmotors, der den GS auf 175 km/h Spitze beschleunigen kann (es aber 1974 fast nirgendwo darf), reicht nicht aus, um diesen Makel auszugleichen.

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Luxuriös, schnell, komfortabel - aber kompakt

Eigentlich schade, denn mit dem GS Birotor hat Citroën erstmals ein Auto im Programm, das den typischen Komfort und die technische Raffinesse der großen Citroën mit dem Temperament einer kräftig motorisierten Kompaktlimousine verbindet. Tatsächlich erreicht der Wagen die Fahrleistungen einer DS 23 – er kostet allerdings auch nur unwesentlich weniger. Fast 25.000 Francs sind zu bezahlen, rund 10.000 Francs mehr als das bisherige Spitzenmodell der GS-Baureihe. Dafür ist er auch sehr viel komfortabler ausgestattet und selbst in einer eleganten Zweifarb-Lackierung, mit abgesetztem Dach, zu bekommen.

Andere äußere Erkennungszeichen sind die leicht ausgestellten Radhäuser mit breiteren Reifen auf graumetallic lackierten Felgen. Obendrein gibt es dezenten Schmuck in Form von Monogrammen, feinen Chromleisten und einem Zierstrich entlang der Gürtellinie. Dass der Birotor irgendwie anders ist, machen auch der auffällige Edelstahl-Auspuff mit dem unter der Heckstoßstange deutlich sichtbaren Schalldämpfer deutlich.

Technische Daten GS Birotor: Wassergekühlter Zweischeiben-Wankelmotor mit insgesamt 1.990 ccm Kammervolumen, vorn quer zur Fahrtrichtung eingebaut. 107 DIN-PS bei 6.500 U/min. Doppelvergaser. Kraftübertragung auf die Vorderräder über hydraulischen Drehmomentwandler und synchronisiertes Dreiganggetriebe. Länge 412 cm, Breite 164 cm (GS: 161 cm), Höhe 137 cm (GS: 135 cm). Radstand 255 cm. Spur vorn 143 cm (GS: 138), hinten 135 cm (GS: 133). Gewicht leer 1140 kg. Höchstgeschwindigkeit 175 km/h.

Quelle: Gerhard Prien