ADVENTUREMEDIA4U

Fahrzeuge/Oldies

Austin / Morris Mini Moke

British Open

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit wird der Austin bzw. Morris Mini Moke im August 1964 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er ist ein einfaches Fahrzeug, nur ein mit Vinyl beschichtetes Segeltuch-Faltdach und eine klappbare Windschutzscheibe bieten den Insassen Schutz vor Wind und Wetter. Der Moke ist als Nutzfahrzeug konzipiert, serienmäßig sind nur ein Fahrersitz und ein einziger Scheibenwischer montiert. Schon Beifahrersitze und Seitenfenster zählen zur Sonderausstattung.
 
BMC verkauft den Moke in Austin- und Morris-Varianten. Die Unterschiede sind gering, sie liegen lediglich in verschiedenen Logos über dem Grill und auf dem Lenkrad. Die Presse ist sich über die Zielgruppe des Fahrzeugs nicht so ganz klar. Einige werden von Bauunternehmen und von der Feuerwehr gekauft, aber die meisten, nämlich rund 90 Prozent der Austin- und Morris-Gesamtproduktion des Moke, gehen ins Ausland. Viele werden von Hotels oder Autovermietungen in wärmeren Klimazonen genutzt. In Australien und den USA wird der Moke zum populären Kultfahrzeug, in Südfrankreich ist er selbst heute noch – relativ – häufig zu sehen. Der Moke ist auf jeden Fall ein funktionelles Fahrzeug mit rostgeschützter Stahlkarosserie und der bekannten Mini-Mechanik. Der Motor ist auf Kraftstoff niedriger Qualität abgestimmt. Mit Blechdeckel versehene Schwellerkästen beherbergen auf der einen Seite des Fahrzeugs die Batterie und Werkzeuge, auf der anderen Seite den Kraftstofftank. Und: Der Mini Moke wird ursprünglich, in der Version Mark I, nur in Fichtengrün lackiert.

alle Bilder

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Die Entwicklung hat einige Jahre zuvor für ein Fahrzeug zur militärischen Nutzung begonnen. Zunächst wird ein Prototyp mit einem aufgebohrten Motor des Minis mit 948 ccm Hubraum konstruiert. Die Prototypen sind an den fehlenden Seitenfächern erkennbar. Doch der Wagen hat nur eine geringe Bodenfreiheit und kann unter Beladung keine steilen Hänge meistern. Die kleinen Räder schränken die Geländetauglichkeit doch sehr ein. Das schmälert die Beliebtheit des Wagens bei den Streitkräften erheblich. Selbst das US-Militär testet ihn, aber ohne Erfolg. BMC entscheidet sich zur Schadensbegrenzung und entwickelt den zivilen Moke mit längerem Radstand. Er erfreut sich einer gewissen Bekanntheit, seit er 1967 mit bunt gestreiftem Dach als Taxi in der britischen Fernsehserie „The Prisoner“ eingesetzt wird. Im selben Jahr erfährt der Moke einen weiteren Rückschlag. Die Steuerbehörden klassifizieren ihn als Personenwagen und belegen ihn mit einer zusätzlichen Kaufsteuer von 78 Pfund. Die Fertigung in Großbritannien endet 1968, nach gerade mal vier Jahren Bauzeit (Stückzahl: Austin Mini Moke 5.422, Morris Mini Moke 9.096) und wird nach Australien verlegt. Dort wird der Moke von 1966 bis 1981 in verschiedenen Motorgrößen in einer Stückzahl von 26.142 produziert. 10.060 Exemplare entstehen zwischen 1980 und 1993 schließlich noch in Portugal gefertigt.
 
 Motor: 4-Zylinder Reihenmotor, Bohrung x Hub: 62,9 x 68,3 mm, Hubraum: 848 ccm, Leistung: 34 PS bei 5.500 U/min, Verdichtung: 8,3:1, Ventile: OHV, Gemischaufbereitung 1 SU Schrägstromvergaser Typ HS 2.

Kraftübertragung: Einscheiben-Trockenkupplung, Schaltung: Viergang-Schaltgetriebe mit Synchronisierung im 2, 3 und höchsten Gang.

Elektrische Anlage: Lichtmaschine 12V 30 Ah, Zündkerzen: Champion N5,

Karosserie/Fahrwerk: Selbsttragende Bauweise mit zwei Hilfsrahmen, Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung mit Querlenkern, Gummifedern und hydraulischen Stoßdämpfern, Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung mit Längslenkern, Gummifedern und hydraulischen Stoßdämpfern, Felgen: 4-Loch Stahlfelgen, 3,5 x 10, Bereifung: 5,20 x 10, Bremsen vorn: Hydraulische Trommelbremsen, Bremsendurchmesser vorn: 178 mm, Bremsen hinten: Hydraulische Trommelbremse, Bremsendurchmesser hinten: 178 mm.

Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe: 3.048 x 1.308 x 1.422 mm, Radstand: 2.029 mm, Spur vorne: 1.205 mm, Spur hinten: 1.165 mm, Leergewicht: 534 kg.

Fotos: BMW Group Archiv