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Fahrzeuge/Oldies

50 Jahre Honde in Deutschland

Das halbe Jahrhundert ist voll

50 Jahre Honda in Deutschland

Im Jahr 1961 wird die Berliner Mauer gebaut, welche die Trennung Deutschlands in zwei Staaten zementiert. US-Präsident John F. Kennedy setzt sich für die Abschaffung der Rassentrennung ein, Juri Gagarin wird an Bord des Raumschiffs Wostok 1 zum ersten Mensch im Weltraum. Und am 2. Juni 1961 wird in der Hansestadt Hamburg die European Honda Motor Trading Co. gegründet. Von dieser ersten Landesgesellschaft aus werden zunächst alle europäischen Aktivitäten geführt. Das ist jetzt ein halbes Jahrhundert her, und rasch hat sich Honda in Deutschland vom kleinen Anbieter zu einem wichtigen Importeure für Motorgeräte, Motorräder, und Automobile entwickelt.

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Zeit seines Lebens galt der Gründer der Honda Motor Corporation, Soichiro Honda, als genialer Dickschädel. In Japan stempelten ihn sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und sein Hang zur Individualität schnell zum Querkopf. Er war bereits früh - zu dieser Zeit noch ungewöhnlich für japanische Unternehmer - auf Auslandsreisen. Dabei reifte in Soichiro Honda die Erkenntnis, dass der künftige Markt global sein würde. Daraus resultierte die Erkenntnis: „Think global, act local“. Für Honda Grund genug, über Hamburg und vor allen anderen Wettbewerbern den Weg nach Europa einzuschlagen.

Zunächst ist das Programm auf auf Motorräder beschränkt, 1963 wird es um den Vertrieb von Motorgeräten erweitert. Dazu zählen so genannte Einachsschlepper. Die schätzen besonders kleine Landwirtschaftsbetrieben, sie nutzen die Schlepper als Ersatz für ihre marode Nachkriegstechnik. Wegen der sprichwörtlichen Solidität erwirbt sich das japanische Unternehmen schnell einen exzellenten Ruf unter Bikern und Gemüsebauern. In der Motorradszene sind vor allem die 500-er und die 750-er Honda Vierzylinder-Bikes bis heute legendär. Aber Honda beweist bald, dass das Unternehmen mehr Potenzial hat. Auf dem legendären Nürburgring beginnt 1964 Hondas Formel-1-Geschichte. Der RA271 Rennwagen in Aluminium-Bauweise wird von einem einem V12-Motor angetrieben, der bei 11.500 U/min 220 PS leistet.

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Der Vertriebs der ersten Automobile von Honda startet im Jahr 1967. Das junge Unternehmen entwickelt sich in Deutschland zu einem der wichtigsten Importeure von Motorrädern und Autos. Das Leistungspotenzial der Modelle S 800 Cabriolet und Coupé verblüfft die deutsche Fachwelt: Der kleine 0,8 Liter-Vierzylinder bringt es auf eine Leistung von 67 PS. Heute sind die frühen Honda-Modelle gesuchte Raritäten mit einer großer Fangemeinde.

Erst 1972 schafft der japanische Newcomer mit dem Modell Civic den großen Durchbruch. Der Civic ist in Deutschland nach wie vor das bekannteste Modell von Honda. Er markiert den Aufstieg von Honda in den Kreis der weltweit größten Automobilhersteller. Seit Beginn seiner Karriere spielt auch der große Bruder des Civic, der Accord,
eine eigenständige Rolle. Bis heute gibt es von Civic und Accord acht Generationen.Deutsche Autofahrer wussten die Motorentechnik, das Design und die hochwertige Ausstattung zu schätzen. Lange Jahre waren die Modelle Civic und Accord die stärksten Säulen im Automobilprogramm von Honda.

Aber das Unternehmen hatte auch immer wieder Modelle im Programm, die Nischen besetzten. Etwa die Coupés wie die Prelude- und die CRX-Modelle oder das Topmodell Legend, oder die Großraumlimousinen vom Shuttle über den Stream bis hin zum sechssitzigen FR-V. Als Kür sah man im Unternehmen, das lange Jahre erfolgreich im Rennsport unterwegs war, immer betont sportliche Fahrzeuge. Etwa mit Modellen wie dem Roadster S 2000 oder dem legendären Honda NSX, dem weltweit erste Serienfahrzeug in Vollaluminium-Bauweise. Ebenfalls reizvoll für die Fans sportlicher Automobile: Die Type R-Versionen des Civic.

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Auf dem deutschen Markt ist Honda seit längerem auch mit Geländewagen erfolgreich. Seit Mitte der 1990-er Jahre mischt Honda mit dem CR-V mischt Honda recht erfolgreich im Markt der "soffen" Offroader mit, die heute als SUVs bekannt sind.

Jazz: Das Schweizer Taschenmesser unter den Kleinwagen

Lange Jahre überließ Honda das Kleinwagensegment dem Wettbewerb. Im Jahr 2002 war die Zeit für einen kleinen Bruder des Civic gekommen. Der Jazz hört auf denselben Namen wie ein kantig-kultiger Kleinwagen aus den frühen 1980-er Jahren. Bereits die erste Generation entwickelte sich in Deutschland zu einem Botschafter der Marke. Nahezu dreiviertel aller Jazzfahrerinnen und -fahrer konnten erst durch den Jazz für die Marke Honda gewonnen werden.

„Erst der Mensch, dann die Maschine.“ So formulierte Firmengründer Soichiro Honda den zentralen Leitgedanken seines 1948 gegründeten Unternehmens. Folgerichtig formulierte Honda im Jahr 1992 als weltweit erster Automobilhersteller eine Umwelterklärung. Mittlerweile ist Honda neben den traditionellen Kerngeschäften Automobile, Motorräder und weiteren motorbetriebenen Produkten, wie Rasenmäher und Bootsmotoren, auch in der Produktion von Solarzellen aktiv. In Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern, unter anderem in Deutschland, treibt das Unternehmen die Etablierung von Mini-Heizkraftwerken in Einfamilien-Häusern voran. Bei der Entwicklung technischer Innovationen profitiert Honda von einer langjährigen Forschungstradition und gewachsenen Know-how, auch am Standort Deutschland.

Von der Waterkant nach Hessen

Nachdem der Umzug der Vertriebsgesellschaft von Hamburg nach Offenbach bereits wenige Jahre nach dem Start vollzogen wurde, gründete Honda 1988 in Offenbach-Waldhof ein Forschungs- und Entwicklungszentrum: Die Honda R&D Europe GmbH. Hier arbeiten rund 200 Ingenieure und Wissenschaftler an Lösungen für grüne Produkte der Zukunft. Durch eigene Forschungsprojekte trug der Honda R&D-Standort in Offenbach- Waldhof dazu bei, Hondas Rolle im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie zu festigend auszubauen. Auch auf dem Gebiet der Robotik gilt das Honda R&D-Europe-Zentrum als anerkannte Institution. Außerdem finanziert die Honda R&D Europe GmbH Forschungsprojekte an deutschen und europäischen Universitäten. Mit der Errichtung eines europäischen Schulungszentrums im hessischen Erlensee mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro stärkte das Unternehmen sein Engagement am Standort Deutschland. Seit Dezember 2009 erfolgt die Schulung von Verkäufern und dem Servicepersonal aus ganz Kontinentaleuropa in allen Produktbereichen in der Honda Akademie in Erlensee.

Ende 2008 hat Honda einen kontrovers diskutierten Kurswechsel vorgenommen. Das Unternehmen beendete sein Formel-1-Engagement und legte das Projekt eines bereits serienreifen Supersportwagens auf Eis. Stattdessen starteten die Japaner eine Offensive für eine breite Palette erschwinglicher Hybridmodelle.

Quelle: Gerhard Prien