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Fahrzeuge/Elektroauto+Hybrid

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Verkaufsstart für Elektroauto mia

Im Jahre 2007 startete das Elektroauto-Projekt Mia. „Wir haben mit einem weißen Blatt Papier angefangen und uns immer wieder die gleichen Fragen gestellt: Was braucht ein Kunde wirklich, um in der Stadt mobil zu sein? Und was macht ihm Freude?“, so Murat Günak, ehemals Chefdesigner bei Peugeot und im Volkswagen-Konzern, zu den Anfängen. Die Antwort auf die Fragen lautet: Der Kunde will ein kompaktes, übersichtliches, gleichzeitig aber geräumiges und praktisches Auto. Obendrein soll es sich emissionsfrei, leise und zügig bewegen lassen.

Mittlerweile, drei Jahre später, läuft der Countdown für das neue Elektroauto. Der Verkauf des emissionsfreien Citymobils startet, zunächst nur für öffentliche und private Flottenbetreiber. 2012 soll der Verkauf an private Kunden beginnen.

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Augenfälliges Merkmal des Fahrzeugs sind der zentrale Fahrersitz sowie Schiebetüren auf beiden Fahrzeugseiten. Angeboten wird Mia in einer 287 cm kurzen Version, außerdem in zwei 319 cm „langen“ Varianten: Als viersitzige Mia L (mit drei Rücksitzen) und als Kastenwagen. Der bietet einen 1.500 Liter fassenden Laderaum und bis zu 360 Kilogramm Zuladung. Mia ist 155 cm hoch und 164 cm breit. Mit der Standardbatterie wiegt das Fahrzeug 825 Kilogramm (Kastenwagen 835 kg). Der 18 kW starke Motor soll es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometer bringen. Mia ist mit einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie ausgerüstet, mit der Standardbatterie (8 kWh) ist eine Reichweite von bis zu 100 Kilometer möglich, die Batterie soll in 2,5 Stunden vollständig aufgeladen sein. Kurzladungen sind möglich, zehn Minuten Ladezeit sollen für rund acht Kilometer Fahrstrecke reichen. Neben der Standardbatterie ist eine größere Batterievariante (12 kWh) verfügbar. Fahrerairbag und ABS-Bremssystem gehören zur Standardausstattung. Der Preis für die Basisversion des Dreisitzers liegt bei 19.500 Euro, der Strom für 100 Kilometer Fahrstrecke soll etwa 1,50 Euro kosten.

Mia erzeugt keine Abgase. Und damit auch der Ladestrom emissionsfrei erzeugt werden kann, lässt das Unternehmen für jedes Fahrzeug, das vom Band läuft, in Windparks oder Solaranlagen neue Stromerzeugungs-Kapazitäten schaffen. Die sollen dem durchschnittlichen Jahresbedarf des Elektroautos entsprechen. „Jeder Mia-Käufer soll sicher sein, dass die beim Fahren verbrauchte Strommenge zusätzlich und emissionsfrei erzeugt wird“, so Dr. Roman Dudenhausen, Geschäftsführer von mia electric.

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Produziert wird das E-Mobil im französischen Cerizay. Dort übernahm das deutsche Unternehmen Mia electric die Elektroautosparte des Fahrzeugherstellers Heuliez. Bereits 1984 begann Heuliez mit der Konzeption und Fertigung von Elektrofahrzeugen und baute dann Autos mit reinem Elektroantrieb. Fast 6.500 Elektroautos wurden in Cerizay bis heute gefertigt, darunter Citroën AX Electric, Peugeot 106 Electric und Citroën Saxo Electric. Das traditionsreiche Unternehmen geriet in der Wirtschaftskrise in wirtschaftliche Schieflage und musste Insolvenz anmelden. Die Elektro-Sparte des Fahrzeugherstellers wurde im Juli 2010 vom neu gegründeten Unternehmen mia electric GmbH übernommen. Hinter dem Unternehmen stehen als Gesellschafter der saarländische Pharmaunternehmer Prof. Edwin Kohl und die Essener Energieexperten Conenergy AG. Die Region Poitou-Charentes hält eine Minderheitsbeteiligung an der französischen Produktionsgesellschaft mia electric. Aktuell sind in Cerizay 150 Mitarbeiter beschäftigt. Bis zum Produktionsstart im Juni 2011 soll die Belegschaft auf rund 240 Mitarbeiter aufgestockt werden. Das Werk in Cerizay ist auf eine Jahreskapazität von mindestens 10.000 Einheiten ausgelegt. Den Service in Deutschland soll eine bundesweit agierende Servicekette sicherstellen.


Quelle: Gerhard Prien