ADVENTUREMEDIA4U

Fahrzeuge/Elektroauto+Hybrid

Der neue Bulli

Der neue Bulli

Die nüchternen Daten: Vorne eingebauter Elektromotor, Frontantrieb, 399 cm lang, 175 cm breit und 170 cm hoch, sechs Sitzplätze. Die Rede ist vom „neuen Bulli“, den Volkswagen als Studie auf dem Auto-Salon 2011 in Genf zeigt.

Die Geschichte des „Bulli“ begann vor mehr als sechs Jahrzehnten. Ohne den niederländischen Volkswagen Importeur Ben Pon wäre es vielleicht nie zum T1 gekommen, der 1950 debütierte. Sein interner Volkswagen-Code „T1“ für Transporter 1 gab ihm seinen Namen. Die Deutschen nannten ihn schlicht Bully, auch wenn es da immer wieder markenrechtliche Probleme mit einem Hersteller von Pistenraupen gab. Für die Amerikaner war er der Microbus. Ben Pon zeichnete am 23. April 1947 einen kompakten Bus in sein Notizbuch. Der Niederländer stülpte die simple Silhouette eines stark verkürzten Linienbusses über den Radstand eines Käfers gestülpt und malte ins Heck ein „M“ - für den Motor. Fertig, das war’s – der weltweit vielleicht erste Van war geboren. Den wenigen Strichen folgte eine engagierte Umsetzung durch die Volkswagen Designer. Sie machten aus der schnellen Skizze den Bus, der mit dem charakteristischen „V“ an der Front zur automobilen Ikone werden sollte. Mit den Jahren wurde der VW Bus eine Art automobiles Synonym für Freiheit und das damit verbundene Lebensgefühl. Auf allen Kontinenten wurde - und wird er - gefahren. Und er hat eine weltweite Fan-Gemeinde.

Die erwartet jetzt eine Neuinterpretation der kompakten Ur-Form des Busses, ebenfalls wieder mit dem charakteristischen „V“ samt VW-Zeichen in der Frontpartie. Das Design-Team um Konzern-Chefdesigner Walter de Silva und Marken-Chefdesigner Klaus Bischoff entwickelte den neuen Bully auf Basis der
Bestseller Käfer, Golf I – und T1.

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Die Geschichte des neuen Bully begann vor einem Jahrzehnt, im Jahre 2001, mit der Microbus-Studie. Schon seinerzeit hatten die Fans gehofft, dass es die Studie zur Serienreife schaffen würde. Aber offenbar müssen auch bei VW manche Visionen erstmal reifen. Der neue Bully wurde erstmals auf dem Genfer Auto Salon 2011 präsentiert, kompakter und erschwinglicher als die damalige Studie. Angetrieben wird der neue, sechssitzige Bus, ganz zeitgemäß, von einem emissionsfreien, vor der Vorderachse angeordneten Elektromotor mit 85 kW und 270 Newtonmetern. Seine Energie holt der lautlose Motor aus einer maximal 40 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie. VW spricht von einer möglichen Reichweite von bis zu 300 Kilometern. In 11,5 Sekunden soll der neue Bulli von 0 auf 100 km/h beschleunigen, bei 140 km/h wird er elektronisch abgeregelt. Die Batterie des 1.450 Kilogramm wiegenden Busses verbirgt sich Bulli hinter den Schwellern im Sandwichboden. Sie soll an einer speziell für Elektrofahrzeuge ausgelegten „Stromzapfsäule“ in weniger als einer Stunde aufgeladen werden können. Auch die Benzin- und Diesel-Direkteinspritzer von Volkswagen mit 1,0 bis 1,4 Liter Hubraum sind Teil des Konzepts.

Mit 399 cm Länge, 175 cm Breite und 170 cm Höhe ist die Neuauflage des Bully kürzer und flacher, aber etwas breiter als der T1. Der Radtand liegt bei 262 cm, die Spurweite vorne und hinten bei 150 cm. Wie einst der Samba-Bus trägt der in Genf präsentierte Bulli eine Zweifarben-Lackierung – in Weiß und Rot.

Vorn trägt der neue Bully schmale Doppelscheinwerfer mit L-förmigen LED-Tagfahrlichtern, außen gibt es als „umgekehrtes“ L angeordnete LED-Blinkern. Wie eh und je ist zwischen den Scheinwerfern in der Motorhaube das VW- Zeichen angeordnet. Darunter liegen in horizontaler Linie die Lufteinlässe zur Versorgung des Innenraumes und für die Kühlung der Batterie. Der in die Frontpartie integrierte Stoßfänger weist er je einen großen runden Nebelscheinwerfer, mittig einen weiteren Lufteinlass und unten einen in schwarz gehaltenen Frontspoiler auf. Die Heckpartie wird von waagerechten Linien bestimmt. Schmale LED-Rückleuchten führen ein Thema der Microbus- Studie des Jahres 2001 weiter. Zentral in der Mitte findet sich wieder das VW-Zeichen. Hinter der Heckklappe: Der bei Nutzung aller sechs Sitzplätze 370 Liter große Kofferraum. Bei umgeklappter Rücksitzbank erhöht sich das Ladevolumen auf bis zu
1.600 Liter.

Wie der T1 verfügt auch der neue Bulli vorn über eine durchgängige Sitzbank, auch hinten gibt es Platz für Drei. Aus den Sitzen lässt sich eine Liegefläche bauen,
Beifahrer- und Mittelplatz (2/3) der vorderen Sitzbank werden dazu, ebenso wie die Rücksitzbank, umgeklappt. In der Mittelkonsole dient ein herausnehmbares iPad als multifunktionaler Touchscreen, mit dem sich etwa die Bluetooth-Freisprecheinrichtung und das Navigationssystem steuern lassen. In die iPad-Halterung integriert sind die Bedienelemente der Klimaanlage und der Warnblinkschalter. Einen Drehzahlmesser sucht man ebenso wie einen konventionellen Schalt- oder Wählhebel vergeblich, Beides braucht ein Elektrofahrzeug nicht. Rechts am Cockpit aktiviert ein Drehschalter den Vor- bzw. Rückwärtsgang.

Möglicherweise wird aus der Studie eine fünfte Van-Baureihe bei VW, neben dem Caddy, Touran, Sharan und dem Multivan. Den ein oder anderen Fan des Bully würde es freuen.