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Fahrzeuge/Elektroauto+Hybrid

2012 - Renault Twizy

Kleiner Stromer: Renault Twizy

Er soll die Vorteile von Automobil und Motorroller in sich vereinen und den innerstädtischen Verkehr revolutionieren. Das glaubt Renault vom neuen Twizy. Der rein elektrisch angetriebene Zweisitzer fährt emissionsfrei, leise und wendig wie ein Roller, lässt sich aber mit vier Rädern, Pedalerie und Lenkrad fahren wie ein Pkw.

Fahrer und Beifahrer sitzen hintereinander, genau so, wie wir das in den 1950-er und 60-er Jahren, zu Zeiten des Wirtschaftswunders, schon einmal bei verschiedenen Klein- und Kleinstwagen gesehen haben. Dank der Sicherheitsfahrgastzelle müssen Fahrer und Beifahrer im City-Stromer weder Helm noch Schutzkleidung tragen. Ein Fahrerairbag ist serienmäßig an Bord. Gegen Wind und Wetter soll das serienmäßige feste Dach – in Verbindung mit zwei optionalen Flügeltüren - schützen.

Mit einer „Länge“ von gerade mal 2,3 Meter und 1,2 Meter Breite soll der Twizy, der so ein bisschen ausschaut wie ein geschrumpfter Smart, auch in der engsten Lücke noch einen Parkplatz finden. Der Wendekreis von gerade mal 6,8 Metern erleichtert das Manövrieren auch in engen Altstadtgassen oder überfüllten Großstädten.

Die Franzosen bieten den Twizy in zwei Varianten an: Die Standardausführung leistet 13 kW / 18 PS und soll eine Spitze von 80 km/h schaffen. Der Twizy 45 bringt es mit vier kW/fünf PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, er darf bereits ab 16 Jahren mit dem Führerschein Klasse S gefahren werden.

Der kompakte Asynchron-Elektromotor an der Hinterachse leistet 13 kW / 18 PS (Twizy 45: 4 kW/5 PS) und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 57 Nm (beim Twizy 45 sind es 33 Nm). Das steht bereits beim Anfahren zur Verfügung und erlaubt so eine kraftvolle Beschleunigung aus dem Stand. Der Twizy absolviert den Spurt von 0 auf 45 km/h in 6,1 Sekunden (der Twizy 45 braucht 9,9 Sekunden). Damit ist er etwa so spurtstark wie ein großer Motorroller. Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 80 km/h (Twizy 45: 45 km/h) begrenzt. Für angemessene Verzögerung sorgen vier Scheibenbremsen, sie haben vorne 214 und hinten und 204 Millimeter Durchmesser.

Auf ein herkömmliches Getriebe und eine Kupplung konnten die Entwickler des Twizy verzichten, da der Elektromotor des Twizy mit einer konstanten Untersetzung verbunden ist. So kann der kleine Stromer auch im nervenaufreibenden Stop-and-go-Verkehr der europäischen Großstädte entspannt gefahren werden.

Seine Energie holt der Twizy aus einem luftgekühlten Lithium-Ionen-Akku mit einer Betriebsspannung von 60 Volt. Der Akku mit einer Leistung von 6,1 kWh ist unter dem Fahrersitz untergebracht, gut für den Schwerpunkt. Die Ladung erfolgt an einer üblichen Haushaltssteckdose, serienmäßig ist ein aufrollbares Spiralkabel mit Schuko-Stecker an Bord. Die Batterien sollen nach 3,5 Stunden vollständig aufgeladen sein. Per Rekuperation wird beim Bremsen und im Schiebebetrieb Verzögerungsenergie zurückgewonnen und in die Batterie eingespeist, der Elektromotor arbeitet dann wie ein Generator. Die Energieeffizienz sollen die serienmäßigen Leichtlaufreifen der Größe 125/80 R13 vorne und 145/80 R13 hinten weiter steigern.

Renault verspricht im innerstädtischen Fahrzyklus ECE-15 mit voll aufgeladener Batterie eine Reichweite von 100 Kilometer, beim Twizy 45 mit gedrosselter Leistung soll sie bei bis zu 120 Kilometer liegen. Für ein City-Mobil ist das okay. Nach Untersuchungen sollen rund 80 Prozent aller weltweiten täglichen Autofahrten kürzer als 100 Kilometer ausfallen, in Europa sollen sogar 87 Prozent aller täglich zurückgelegten Strecken bei weniger als 60 Kilometern liegen. Renault will mit internen Praxistests mit dem Twizy in Paris herausgefunden haben, dass die Fahrzeiten – im Vergleich zu konventionellen Pkw-Modellen - bis zu 25 Prozent kürzer geraten. Für den Zeitgewinn seien vor allem die Vorteile bei der Parkplatzsuche verantwortlich.

Für den Aktionsradius sorgt auch das geringe Fahrzeuggewichts von 562 Kilogramm beim Twizy (548 Kilogramm beim Twizy 45), davon gehen 98 Kilogramm aufs Konto der Batterie und 75 Kilogramm (Normgewicht) auf das des Fahrers. Über den Batteriestatus, die verbleibende Reichweite und den aktuellen Energieverbrauch informiert ein serienmäßiges Econometer im Kombiinstrument. Wenn die Batterieladung zwölf Prozent unterschreitet, ertönt ein Warnsignal.

Für Fahrspaß sorgen die kompakten Abmessungen des Twizy. Mit einer „Länge“ von gerade mal 2,3 Metern und nur 1,2 Metern „Breite“ ist der Elektro-Zweisitzer im Stadtverkehr ausgesprochen kompakt und entsprechend agil unterwegs. Er benötigt so wenig Verkehrsfläche wie ein großer Motorroller und passt auch in enge Parklücken. Das Ein- und Aussteigen erleichtern die nach oben schwenkenden optionalen Türen, die keinen Raum zur Seite hin benötigen.

Basis für die passive Sicherheit ist die hochsteife Fahrgastzelle, kombiniert mit einem stabilen Stahlrohrrahmen und einem aufprallabsorbierenden und programmiert verformbaren Vorbau. Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählen der Fahrerairbag und ein 4-Punkt-Sicherheitsgurt vorne sowie ein 3-Punkt-Sicherheitsgurt auf dem Rücksitz. Beide Plätze haben integrierte Kopfstützen.

Der Twizy ist in drei Ausstattungsvarianten - Urban, Color und Technic – zu haben. Den Twizy 45 gibt es ausschließlich in der Basisausstattung Urban. Zur Serienausstattung zählt, neben Bordcomputer mit Econometer und längs einstellbarem Fahrersitz, ein abschließbares 31-Liter-Gepäckfach hinter dem Rücksitz. Hinzu kommen zwei Staufächer im Instrumententräger, eines davon abschließbar. Für alle Ausstattungen sind optional halbhohe Flügeltüren mit transparentem unterem Segment zu bekommen. Der Twizy 45 kostet 6.990 Euro, der Twizy Urban steht mit 7.690 Euro in der Preisliste. Für das Top-Modell Technic sind 8.490 Euro an den Renault-Händler zu zahlen.

Quelle: Gerhard Prien