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Caravans/Wohnwagen

Wohlwagen

Die Holz-Hütte

Aus Göttingen kommt eine neue Idee zum Thema „mobiles Wohnen“: Der Wohlwagen. Mit „klassischem“ Camping hat er jedoch nur noch wenig zu tun. Was auch am Zweiachs-Fahrgestell liegt, das zwar ein zulässiges Gesamtgewicht von sechs Tonnen, jedoch nur eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erlaubt.
Äußerlich erinnert der Wohlwagen ein wenig an den Bau-Wohnwagen des immer in Latzhosen gekleideten Peter Lustig, der in der Fernsehsendung „Löwenzahn“ den Kindern die Welt erklärte. Innen ist es wohnlich und gemütlich, außerdem erstaunlich geräumig. Gut acht Meter lang ist der Wohnraum des Wagens, 211 cm breit und 199 bis 245 cm hoch.

Der Wohlwagen (www.wohlwagen.de) ist die Idee von Axel Borghorst. Der Göttinger lebte zu Studentenzeiten mit mehreren Kommilitonen gemeinsam in einem Haus, das irgendwann zu wenig Platz bot. So kam damals ein Zirkuswagen in den Garten, als zusätzlicher Wohnraum. „Es war eine schöne Zeit“, erinnert sich Borghorst. Und eine prägende offenbar dazu, denn heute steht wieder eine Art Zirkuswagen in seinem Garten. Mittlerweile baut und vertreibt der Agraringenieur diese rollende Behausung sogar.

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Der Aufbau ist aus Stahl und Kiefernholz gefertigt und ruht auf einem Zweiachser-Fahrgestell. So kann der Wagen per Lkw oder Traktor seinen Standort ändern, zu seinem Besitzer kommt er auf einem Sattelschlepper, Deichsel und Achsen werden für den Transport entfernt. Bei einer Länge von 9,2 Meter begnügt sich der Wohlwagen mit einer Straßenbreite von 2,5 Meter. Borghorst sieht seinen Wohlwagen als Refugium für ein bis zwei Personen, die „Abstand vom Alltag suchen“. Geeignet ist der Entspannungsraum auf Rädern als Gästehaus, Atelier, Gartensauna, als zusätzliches (Kinder-)Zimmer, Therapie-Raum, Büro, Raucher-Lounge oder als Wochenendhaus. Borghorst erzählt von Interessenten, die gar völlig in den Wagen (um)ziehen wollen.

Im Inneren gibt es neben Schlaf-, Wohn- und Arbeitsbereich eine Küche und ein kleines Bad. Je nach Modell stehen 22 bis 27 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Den Wohnraum erweitert ein Erker (280 cm breit, 208 cm tief), der zum Transport des Wagens ins Fahrzeuginnere geschoben wird. Ein Klappdach verschließt dann die Wandöffnung, bei ausgefahrenem Erker dient das Dach zur Regenableitung. Dem Erker gegenüber lässt sich eine vier Quadratmeter große Terrasse vor dem Eingang des Wagens herunter klappen, für Sommertage im Freien. Von der Terrasse gelangt man direkt in die Mitte des Wagens. Außer einem Kaminofen rechts der Tür, der den Wagen auch im Winter wohlig warm temperieren soll, gibt es hier keine Einrichtung. Helle Hölzer und viel Licht dominieren den Raum.
Höher gelegen, wie auf einem Podest, bietet die links angeordnete Küche einen Fensterplatz für zwei Personen. Die rechte Fahrzeugseite dient als Schlaf- oder Arbeitsraum. Zwischen zwei Nachttischen lässt sich zur Nacht das Doppelbett, tagsüber ein großer Schreibtisch herunter klappen. Ein kleines, im Erker untergebrachtes Bad rundet die Ausstattung ab.

Je nach Ausstattung ist der Wagen, für den Borghorst Komponenten aus dem In- und Ausland bezieht, zwischen 25. und 35.000,- Euro (frei Bordsteinkante) zu haben. Für alle, die auch mal Peter Lustig spielen – oder mal raus aus dem Alltag – wollen.

Quelle: Gerhard Prien