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4x4-Fahrzeuge/Sonstige

Quads, ATVs und UTVs

Auf allen Vieren: Quads, ATVs und UTVs

Der Name deutet es bereits ein. Ein Quad ist per Definition kein „Zweirad“, sondern ein vierrädriges Fahrzeug. Mittlerweile sieht man, gerade in den Sommermonaten, auch in Deutschland zunehmend mehr dieser Fahrzeuge auf den Straßen. Und auch abseits des Asphalts haben die Fahrzeuge ihre Berechtigung, sei es im sportlichen Wettbewerb oder im harten Arbeitseinsatz.

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Im Gegensatz zum Motorrad ist ein Quad ein Zweispurfahrzeug. Und im Gegensatz zum Auto gibt es bei den allermeisten Modellen keine „echte“ Fahrgastzelle. Die Mehrzahl der Quads gibt sich recht luftig und offen, wie eine Art vierrädriges Motorrad eben. Aber anders als beim Motorrad, das über einen Dreh-Gasgriffe verfügt, beschleunigt man die meisten ATVs und Quads mit dem rechten Daume, mit dem man Gas gibt. Denn in manchen kritischen Fahrsituationen steigt ein Quad oder ATV schon mal gerne auf die Hinterräder, etwas beim Anfahren am Berg. Hätte der Fahrer jetzt einen Drehgasgriff in der rechten Hand, würde eine reflexartige Bewegung der „Gashand“ zwangsläufig zu weiterem Gasgeben führen – und vermutlichmit einem Überschlag, einer Rolle rückwärts, enden. Dieses Risko besteht beim „Daumengas“ nicht, denn der Reflex führt zum Loslassen des Gashebels. Die Gefahr eines Überschlags ist gebannt.

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Doch Quad ist nicht gleich Quad. Zwar hat sich der Begriff Quad mittlerweile zum Gattungsbegriff für die kleinen Fahrzeuge ohne Karosserie bzw. Fahrgastzelle - also für „vierrädrige Motorräder“ – eingebürgert. Die Fahrzeuge besitzen einen Lenker, vergleichbar dem eines Motorrads, haben vier, manchmal auch sechs Räder, einige Exemplare bringen die Motorleistung auch über Raupen auf den Untergrund. Üblicherweise finden auf einer Sitzbank ein oder zwei Personen Platz, bei Zweisitzern hintereinander. Für die Fans ist ein „echtes“ Quad jedoch ein – mehr oder weniger – sportliches Gerät für die Straße oder den Wettbewerbseinsatz. Die Quads werden meist ausschließlich über die Hinterräder angetrieben. Das unterscheidet sie von den ATVs, den All Terrain Vehicles, die für den Arbeitseinsatz konstruiert sind. Ein ATV ist in seinen Einsatzgebieten breiter ausgelegt und verfügt daher meist über traktionsfördernden Allradantrieb, dazu kommen oft auch Automatikgetriebe und Gepräckträger. Schließlich muss Werkzeug oder Material transportiert werden können.

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Eine weitere Kategorie sind die UTV, die Utility Terrain Vehicle, auch Side-by-Side genannt. Letzerer Begriff macht klar, worum es sich handelt. UTVs sind vier- oder sechsrädrige Kleinfahrzeuge, bei denen die (Allrad-)Technik eines ATVs zum Einsatz kommt. Fahrer und Beifahrer sitzen allerdings, wie im Pkw, nebeneinander auf einer Sitzbank oder zwei Sitzen statt hintereinander. Daher rührt auch der Begriff „Side-by-Side“. Die wie ein Pkw zu bedienenden Mobile, die es auch mit zwei Sitzreihen und vier Sitzplätzen gibt, sind für Arbeitseinsätze in schwierigem Gelände gedacht. Zu diesem Zweck sind sie meist mit einer kippbaren Ladefläche ausgestattet. Dem Trend zum Freizeit-Sport folgend, sind mittlerweile auch einige UTVs als reine Fun- und Sportfahrzeuge konzipiert.

LoF (Land- oder Forstwirtschaftliche Zugmaschine) oder VKPs (Vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung) sind ATVs oder Quads, die entweder mit einer maximalen Leistung von 21 PS oder als LoF („Ackerschlepper“) zum Fahren auf öffentlichen Straßen zugelassen werden können. Bei der VKP-Zulassung handelt es sich um eine europaweit einheitliche Regelung. Speziell in Deutschland gibt es außerdem die Option, ATVs und Quads als LoF mit offener – also unbegrenzter - Leistung im Straßenverkehr zu fahren.

Wer in Deutschland ein Quad fahren möchte, benötigt dazu die Fahrerlaubnis der Klasse S für Fahrzeug bis 45 km/h und bis 50 ccm Hubraum oder (bei höheren Geschwindigkeiten oder größerem Hubraum) die der Klasse B, die bis 1998 der „alten“ Klasse 3 entsprach.

Quelle: Gerhard Prien