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4x4-Fahrzeuge/Pickup-Kabinen

VW Amarok und Tischer Trail 220

Aufbau-Arbeit

Nein, Deutschland ist nicht wirklich ein Pick-Up-Land. Anders als in den USA und vielen asiatischen und afrikanischen Ländern fristen die Pritschenwagen mit Allradantrieb bei uns eher ein Nischendasein. Das schreckt die Firma Tischer nicht, die seit 1973 für alle möglichen Pick-Ups absetzbare Wohnkabinen fertigt. Neueste Kombination der Franken: Die Trail 220 Kabine auf dem neuen VW Amarok.

Vorgestellt haben die Kreuzwertheimer ihren Wohnaufsatz für den Amarok bereits während der Leipziger Camping-Messe. Ein größeres Publikum wird die Einheit aus Wohnkabine und VW Allrad-Pritschenwagen während der CMT 2011 in Stuttgart (14. bis 23. Januar 2011) zu sehen bekommen. Firmenchef Peter Tischer kennt sich mit Pritschenwagen von VW aus. In jüngeren Jahren hat er höchstpersönlich mit ein paar Freunden einen Winter-Tripp nach Skandinavien unternommen, um die Wintertauglichkeit der Tischer Kabinen unter Beweis zu stellen. Die Basisfahrzeuge seinerzeit: Frontgetriebene VW Caddys, damals der „kleine“ Pritschenwagen von VW, technisch auf dem Golf aufbauend.

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Nach dem Caddy kam dann bei Tischer der VW Taro zum Einsatz. Der wurde als Lizenzbau des Toyota Hilux von 1989 bis 1997 verkauft. Danch hatte Volkswagen (außer den entsprechenden Pritschenwagen-Versionen des VW Bus) keinen „echten“ Pick-Up in der Ein-Tonnen-Klasse mehr im Programm. Die Fans von Wohnkabinen auf allradgetriebenen Pick-Ups mussten auf japanische oder amerikanische Basisfahrzeuge ausweichen. Mittlerweile hat VW mit dem Amarok wieder ein Fahrzeug im Programm, sogar ein echtes „Eigengewächs“. Der in Hannover entwickelte Amarok wird in Argentinien gebaut, eine weitere Produktionsstraße wird in Deutschland entstehen. Der Hannoveraner Allrad-Pritschenwagen kann mit der fernöstlichen Konkurrenz durchaus mithalten – trotz des vermeintlichen Mankos eines „nur“ zwei Liter großen Motors.

Die TDI-Motoren setzten in Sachen Verbrauch und Emission echte Maßstäbe. Obendrein ist der Wagen robust und erreicht in der aktiven und passiven Sicherheit und beim Komfort PKW-Niveau. Vorerst ist der Amarok in Deutschland lediglich als Doppelkabiner mit viertüriger Karosserie zu haben. Die zweitürige Variante mit entsprechend längerer Ladefläche wird als Single Cab im ersten Halbjahr 2011 folgen.

Der Amarok ist stilistisch ein typischer Volkswagen. Gut zu zu erkennen ist das an den waagerechten Scheinwerfern und dem markentypischen Kühlergrill. Der 120 kW / 163 PS starke Zweiliter TDI-Motor mit Common-Rail-Direkteinspritzung bringt es schon ab 1.500 Touren auf ein maximales Drehmoment von satten 400 Newtonmetern. Bei einem bemerkenswert niedrigen Durchschnittsverbrauch , der Reichweiten von über 1.000 Kilometern mit einer Tankfüllung möglich macht.

Drei drei unterschiedliche Antriebsarten stehen für den Amarok zur Wahl. Permanenter Allradantrieb, zuschaltbarer Allradantrieb (4Motion) und reiner Heckantrieb. Ein progressiv ausgelegtes Heavy-Duty-Federpaket mit drei Haupt- und zwei Zusatzfedern bringt hohe Nutzlast bei gutem Komfort.

Das VW Amarok soll leer, je nach Version und Ausstattung, zwischen 1.872 und 2.178 Kilo wiegen. In der „Normalversion“ liegt das zulässige Gesamtgewicht bei 3.040 Kilogramm. Mit einer optionalen Auflastung (von SK-Handels-AG, VentaSupply, Goldschmitt oder VW) liegt das zulässige Gesamtgewicht bei 3,5 Tonnen. Komplett ausgestattet soll die Trail 220 Kabine von Tischer 648 Kilogramm wiegen.

Typisch für Tischers Absetzkabinen ist ein praxisgerechter Ausbau. Die mit vier Kurbelstützen absetzbare 220-er Trail wirkt wie aus einem Guss. Der insgesamt 384 cm lange Wohnaufbau besteht aus 40 mm dicken Sandwichplatten mit einbrennlackierter Außenhaut. Die Eckverbindungen und Rundungen sind isolierte GfK-Formteile. Wände, Dach und Boden sind mit 30 mm dicken Polystrol Hartschaumplatten winterfest isoliert. Die Kabine ist nicht wesentlich breiter als das Basisfahrzeug. Der Einstieg in den Wohnbereich erfolgt über eine mechanische Auszugsstufe mit zwei Trittflächen durch die Hecktür.

Rechts des Eingangs ist neben dem Kleiderschrank die Bordküche installiert. Sie bietet Stauraum, einen Dreiflamm-Kocher mit integrierter Glasabdeckplatte, Spüle und Wasserversorgung aus einem winterfest isolierten, 80 Liter fassenden Tank. Optional ist auch der Abwassertank mit 48 Liter Fassungsvermögen isoliert und zusätzlich beheizbar.

Dem Küchenblock gegenüber liegt der Kühlschrank, griffgünstig hochgesetzt. Links hinten im Heck angeordnet bietet der Sanitärraum Cassetten-Toilette, Waschbecken, Dusche und Spiegelschrank. Eine Dinette bietet Sitzplätze für vier Personen. Bei abgesenktem Tisch entsteht ein Bett mit 100 cm Breite. Der eigentliche Doppelschlafplatz befindet sich im Alkoven über dem Fahrerhaus. Er hat eine (beheizte) Liegefläche von 198 x 153 cm bei 82 cm Höhe.

Umlaufende Hängeschränke und diverse Staufächer, in denen auch die Truma Gasheizung mit Wasserboiler Platz finden, bieten Platz für all die Sachen, die auf einer Reise mit dabei sein sollen. Preis des VW Amarok mit der 220-er Trail Kabine von Tischer: Ab 65.637 Euro.

Quelle: Gerhard Prien