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4x4-Fahrzeuge/Pickup-Kabinen

VW Amarok, er kommt

Der Amarok, der Volkswagen unter den Pickups

Volkswagen Nutzfahrzeuge steigt mit dem neuen Amarok, der bereits als Studie im „Baywatch“-Look zu sehen war, bei den Mittelklasse-Pick-Ups ein. In diesem Marktsegment werden weltweit jährlich rund zwei Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Ein Kuchen, von dem nun auch die Hannoveraner ihr Stück abhaben wollen. Der Amarok ist die vierte Modellreihe der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge und der erste in Deutschland entwickelte Pickup der beliebten Ein-Tonnen-Klasse. Hier tummeln sich etwa der Mitsubishi L 200, der Nissan Navara und der Toyota Hilux, außerdem sind – neben einigen amerikanischen Modellen – auch Ford und Mazda im Markt vertreten. Das neue Modell soll, so sagt die Pressemitteilung von VW, „die von einem Pick-Up geforderte Robustheit mit innovativer Technologie, hohen Sicherheitsstandards und Bestwerten in den Bereichen Verbrauch, Komfort und Ergonomie“ vereinen. Die Produktion startet in im November 2009 im argentinischen Werk „Pacheco“ in Buenos Aires.

Weltweit startet der Amarok als viertüriger Doppelkabiner. Ein Single-Cab ist in Planung und soll im ersten Halbjahr 2011 kommen. Der bis zu 5,25 Meter lange Amarok ist ein echter Pick-Up, seine Karosserie ruht auf einem Leiterrahmen. Die waagerechten Scheinwerfer und der Grills sind zu einer Einheit verbunden, Seitenflächen und Motorhaube gewölbt. Großzügig dimensionierte Radhäuser dürften Platz für andere Bereifungen bieten, das freut den Allradler. Das VW-Logo krönt die glattflächige Ladeklappe.

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Antriebsseitig setzt Volkswagen Nutzfahrzeuge zur Markteinführung auf zwei Hightech-Turbodiesel. Der 120 kW / 163 PS starke 2.0 TDI mit Common-Rail-Einspritzung verfügt über eine zweistufig geregelte Aufladung per Bi-Turbolader. Bereits ab 1.500 U/min soll ein Drehmoment von 400 Newtonmetern zur Verfügung stehen. Die zweite Motor-Variante, ein TDI-Vierzylinder mit 90 kW / 122 PS, folgt Mitte 2010. Er besitzt einen Turbolader mit variabler Turbinen-Geometrie und bringt ab 2.000 U/min ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmetern. Beide Motoren sind mit einem 6-Gang-Handschaltgetriebe gekoppelt. 



Die Triebwerke sollen durch niedrige und für das gesamte Segment wegweisende Verbrauchswerte glänzen. Der Amarok mit zuschaltbarem Allradantrieb und 122-PS-TDI soll in der 4x4-Version lediglich 7,6 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen (analog 199 g/km CO2). Im Fall des 163-PS-TDI sind es sparsame 7,8 Liter (206 g/km CO2). Erstmals wird in dieser Klasse ein Allrad-Fahrzeug mit einer CO2-Emission von weniger als 200 Gramm angeboten. Durch 
den 80-Liter-Tank sind Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern möglich, ideal für Fernreisende, die dem VW Pick-Up sicher die ein oder andere Wohnkabine spendieren werden.

Alle Amarok sind serienmäßig mit einer Hochschaltempfehlung ausgestattet, so soll der Fahrer bei einer ökonomischen Fahrweise unterstützt werden. Für den Vortrieb stehen – je nach Markt – drei verschiedene Antriebskonzepte zur Wahl: Permanenter Allradantrieb, zuschaltbarer Allrad- oder Heckantrieb. In der Grundversion gibt es lediglich den Hinterradantrieb, gedacht für Kunden, die hauptsächlich die Karosserieform des Pick-Up und deren breites Einsatzspektrum schätzen.

Interessanter sind für den deutschen Markt sicher die beiden Allradvarianten. Für den Betrieb über Stock und Stein ist der Amarok 4Motion mit 
zuschaltbarem Allrad und einer roten „4“ im Schriftzug gedacht. Permanent allradgetrieben und komfortabler ist der Amarok 4Motion mit schwarzer „4“.
Der Amarok mit zuschaltbarem Allradantrieb setzt auf die im Pickup-Segment bewährte Klauenkupplung. Sie sorgt, nach dem Einlegen per Tastendruck, für starren Durchtrieb zwischen den Achsen. Für schwerste Aufgaben gibt es zudem eine Geländereduzierung. So sollen sich 100-prozentige Steigungen auch unter voller Beladung bewältigen lassen. Das progressiv ausgelegte HeavyDuty-Federpaket mit drei Haupt- und zwei Zusatzfederlagen soll Überlastsicherheit garantieren. Eine Besonderheit in seiner Klasse ist der permanente Allradantrieb des Amarok, den ansonsten nur der Land Rover Defender und der Mitsubishi L 200 zu bieten haben. Das Torsen-Differential verteilt die Antriebskräfte im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse und stellt damit permanent hohe Traktion sicher. Im schweren Gelände sollen gezielte Bremseneingriffe dafür sorgen, dass stets das Rad mit der besten Traktion die meiste Motorkraft erhält. Dieses Antriebskonzept ist mit einem auf besonderen Komfort ausgelegten Fahrwerk kombiniert. Für alle Antriebsarten ist optional eine Differenzialsperre für die Hinterachse zu haben.

Den Amarok wird es in drei Ausstattungslinien geben. Die Basisversion setzt auf rein mechanische Komponenten, etwa auf manuelle Bedienung der Fensterheber, Türverriegelung und Spiegelverstellung. Der vordere Stoßfänger sowie die Griffe und Spiegel sind unlackiert und damit für den harten Arbeitseinsatz geeignet. Serienmäßig rollt die Basisversion auf 16-Zoll-Stahlfelgen. Serienmäßig gibt es höhenverstellbare Vordersitze, variabel klappbare Rücksitzbank, abschließbares Handschuhfach und Ladeflächenbeleuchtung. Eine Besonderheit sind die in die Außenspiegel integrierten Antennen. 



Eine Spur luxuriöser präsentiert sich der Amarok Trendline. Bei ihm sind auch der vordere Stoßfänger, Griffe und Spiegelgehäuse in Wagenfarbe lackiert. Fensterheber, Türverriegelung und Spiegelverstellung arbeiten elektrisch. Darüber hinaus sind ein Radio mit CD-Player, Klimaanlage (Climatic), Multifunktionsanzeige, Geschwindigkeitsregelanlage und Nebelscheinwerfer sowie 16 Zoll Aluräder serienmäßig.

Besonders komfortabel ist der Amarok Highline ausgestattet. Er baut auf der Ausstattungslinie Trendline auf und bietet unter anderem teilverchromte Spiegelgehäuse, weitere Chromumfänge im Ex- und Interieur sowie in Wagenfarbe lackierte Radlaufverbreiterungen, die Platz für 17 Zoll große Aluräder schaffen. Darüber hinaus prägen, je nach Ausführung, farblich abgesetzte Instrumententafel, eine Klimaautomatik (Climatronic), eine Teilleder-Ausstattung, eine hochwertigere Audioanlage und Stoff-Sitzbezüge die Top-Ausstattung. 



Zudem steht für den Amarok ein umfangreiches Zubehör-Programm – von der Stylingbar über Trittbretter, Laderaumabdeckung und Multiconnect-Befestigungssystem (Serie ab Trendline) bis hin zu einer Auswahl von Leichtmetallrädern – zur Verfügung. 



Der Innenraum soll der größte seiner Klasse sein und lässt die nahe Verwandtschaft zu anderen Volkswagen-Modellen erkennen. Leichtes Einsteigen, großzügige Platzverhältnisse und viel Kopffreiheit kennzeichnen den Arbeitsplatz hinter dem Lenkrad. Reichlich Kniefreiheit auf der Rückbank soll den Amarok zu einem vollwertigen Fünfsitzer machen. Sind nur zwei Personen an Bord, vergrößert die hochklappbare Fondsitzfläche den Stauraum im Interieur. 


Auch die Ladefläche des Amarok soll mit den größten Maßen der Klasse aufwarten. Sie misst auf einer Ladehöhe von nur 525 Millimetern souveräne 2,52 Quadratmeter (1.555 Millimeter Länge, 1.620 Millimeter Breite). „Best in class“ ist auch die Breite von 1.222 Millimetern zwischen den Radkästen. Damit können erstmals bei einem Mid-Size-Pickup Europaletten platzsparend quer geladen werden. Dank dieser Gardemaße und einer Nutzlast bis zu 1,15 Tonnen können zudem Sport-Equipments wie Quads oder große Arbeitsgeräte transportiert werden. Auch absetzbare Wohnkabinen sollten passen, und es sollte noch Luft für Zuladung bleiben. Vier Verzurrösen in den Laderaumecken sichern das Frachtgut während der Fahrt. Zudem dürfen bis zu 2,8 Tonnen Last an den (optionalen) Haken genommen werden. 



Der Amarok verfügt auf allen fünf Sitzplätzen über höhenverstellbare Kopfstützen und Sicherheitsgurte. Die Gurte der Vordersitze sind unter anderem mit Gurtstraffern ausgerüstet und an ein optisches wie akustisches Gurtwarnsystem gekoppelt. Außerdem sind Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags mit Kopfschutzfunktion verfügbar. ABS und ASR sind im Amarok Serie. Gleiches gilt für die elektronischen Differentialsperren (EDS). Zur Serienausstattung gehört ein per Tastendruck zuschaltbares Offroad-ABS, das die Bremswege im Gelände und auf Schotterbahnen verkürzen soll. Beim optional erhältlichen ESP wird zusätzlich mit dem Offroad-ABS unter 30 km/h der Bergabfahrassistent aktiviert, der über gezielte Bremseingriffe die Fahrgeschwindigkeit konstant hält und so sicheres und kontrolliertes Bergabfahren ermöglicht. Die Geschwindigkeit kann dabei durch den Fahrer, erstmalig in dieser Fahrzeugklasse, durch Bremsen und Gas geben im Gefälle unterhalb 30 km/h individuell an die Gegebenheiten angepasst werden. Darüber hinaus sind alle Fahrzeuge mit ESP mit einem Berganfahr-Assistenten ausgestattet, der das Fahrzeug beim Anfahren am Berg festhält, bis der Fahrer genügend Gas gibt, um ein Rückrollen zu verhindern. 



Volkswagen Nutzfahrzeuge sieht die Schwerpunktmärkte für den Amarok in Südamerika, Südafrika und Australien. Dort gehören Pick-Ups als Freizeit- und Nutzfahrzeuge wegen ihrer Vielseitigkeit zu den gefragten Automobilen. Doch auch in Europa rechnet sich VW gute Chancen aus und sieht den Amarok als „Wegbereiter einer zeitgemäßen Pick-Up-Klasse“. Die Markteinführung in Südamerika beginnt im Frühjahr 2010, der Verkauf in Europa folgt in der zweiten Hälfte des Jahres 2010. 



Quelle: Gerhard Prien

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