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4x4-Fahrzeuge/Pickup-Kabinen

Tischer Trail 200 - Iveco Massif

Wechsel-Beziehung

Die Idee ist bestechend: Während des Jahres verfügt man über einen Pick-Up, also ein Fahrzeug mit zwei bis sechs Sitzplätzen plus Ladefläche. Im Urlaub wird eine absetzbare
Wohnkabine montiert, und auf geht es zur Ferienreise. Eine solche Kombination ist die Tischer Trail auf dem neuen Iveco Massif.

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Der ist ein echtes Arbeitstier, auch wenn Iveco ihn in der Werbung teils als Boulevard-Offroader zu vermarkten sucht. Der Massif ist ein „echter“ Geländewagen, der seine Verwandtschaft mit dem Land Rover Defender nicht leugnen kann. Lediglich an der Front leistet sich der Iveco mit schräg angeordneten Doppelscheinwerfern eine optisch auffällige Abweichung zum Briten. Anders als der Land Rover, der mit permanentem Allradantrieb punktet, rollt der Massif mit zuschaltbarem Allrad (Kraftverteilung 0:100 oder 50:50)
zum Kunden. Vorne und hinten verfügt der Massif über blattgefederte Starrachsen, dazu gibt’s manuelle Freilaufnaben für die Vorder- und Differenzialsperre für die Hinterachse. Dennoch ist er nicht preiswerter als der Defender. Dem hat er allerdings den kraftvollen und durchzugsstarken Dreiliter-Diesel (wahlweise mit 107 kW / 146 PS oder 130 kW / 177 PS zu haben) voraus, außerdem eine angenehmere Sitzposition. Im Pick-Up gibt es lediglich Platz für Fahrer und Beifahrer, denn die Pritschen-Version des Massif ist nur in einer Variante im Angebot: Mit kurzem Fahrerhaus, langer Pritsche und zwei Sitzplätzen.

Wie erwähnt sind zwei Motorvarianten verfügbar: Den Dreiliter-Diesel gibt es als HPI mit 146 PS und als HPT mit 176 PS. Im Testwagen war das schwächere Antriebsaggregat installiert, das die Fuhre auch mit der aufgesattelten Tischer-Kabine recht ordentlich anschiebt. Das maximale Drehmoment von 350 Nm liegt bereits bei 1.400 U/min an. Mit Wohnaufbau erreicht der Massif zwar fast die Höhe einer kleinen Kirche, kommt aber durchaus zügig voran. Zum Verkehrshindernis wird die Reise-Kombi jedenfalls nicht. Drei Ausstattungslinien gibt es für den Massif: Die Version „Montagna“ als klassischer OffRoader, den „Avventura“ mit Komfort-Extras und den getesteten „Classico“, den schlichten, praktischen Nützling. Am Classico ist nix Überflüssiges drin oder dran, der in Spanien gefertigte Allradler ist robust und praktisch. Manche sagen, er sei vielleicht ein bisschen arg schlicht, innen schaut es im Massif doch ziemlich nach Plastik aus. Ideal möglicherweise für den Garten- oder Landschaftsbauer, aber für den privaten Kunden auf Urlaubsreise dürfte es schon etwas mehr Komfort sein. Die Sitze lassen sich durch eine etwas angeschrägte Rückwand der Kabine zwar hinreichend verstellen, dennoch ist Stauraum im Fahrerhaus knapp. Dürftig ist auch die Sicherheitsausstattung. Airbags, ESP, ABS oder weitere Drei-Buchstaben-Features? Fehlanzeige. Lediglich mit UKW kann der Massif aufwarten. Manchem Fernreisenden mag das genügen: Denn: Was nicht drin ist, im Wagen, kann auch nicht kaputt gehen. Das kann fernab der Heimat – und von rettenden Werkstätten mit Diagnose-Computern – durchaus von Vorteil sein. Und: Airbags sollen mittlerweile auch verfügbar sein, sagt Iveco.

Mit der Trail 200 bietet Tischer aus Kreuzwertheim, Spezialist für absetzbare Wohnkabinen, einen für den Massif „passenden“ Wohnaufbau an. Passend sind die reinen Daten (Kabinenbreite 211 cm, Kabinenlänge 367 cm, Gewicht rund 520 Kilogramm), aber auch die Ausstattung: Auf eine Nasszelle hat Tischer verzichtet, so kann ein Wohnbereich mit recht großzügigem Raumgefühl realisiert werden. Die Einstiegstür liegt mittig im Heck, rechts davon findet sich die Bordküche mit Spüle und Zweiflamm-Gaskocher, links liegen Kühl- und Kleiderschrank. Für Frisch- und Abwasser stehen leicht befüll- und entleerbare Kanister bereit. Die Sitzbank für vier Personen kann zum Bett umgebaut werden (Liegefläche 198 x 120 cm), ein Doppelbett (198 x 153 cm) gibt es im Alkoven. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,05 Tonnen bleiben für die Kombination Tischer – Massif rund 580 Kilo Zuladung. Grundpreis der kompletten Beziehungs-Kiste: ab 47.395,- Euro. Für das Geld gibt es für zwei Personen einen robusten Allradler plus Ferienhütte, für Touren abseits der asphaltierten Reisewege.

Technische Daten

Iveco Massif und Tischer Trail 200
4-Zylinder Reihenmotor, längs eingebauter Turbodiesel, el. Common-Rail-Direkteinspritzung, 2.998 ccm Hubraum, Leistung 107 kW / 146 PS bei 3.200 U /min, maximales Drehmoment 350 Nm bei 1.400 U/min, Heckantrieb, Allradantrieb während der Fahrt zuschaltbar, manuelle Freilaufnaben vorne, 6-Gang-Schaltgetriebe mit Geländereduktion 2,3 : 1, Starrachse an Blattfedern vorne und hinten, Reifen 235/85 R 16, Scheibenbremsen vorne und hinten (vorne innenbelüftet), Basisfahrzeug 4.548 / 1.750 / 2.000 mm (Länge / Breite / Höhe), Radstand 2.768 mm, Anhängelast 3.000 kg, Tankinhalt 95 Liter, Wendekreis 14,5 Meter, Breite Wohnaufbau 2.110 mm, Leergewicht Basisfahrzeug 1.950 kg, Leergewicht Aufbau 518 kg, Preis: ab 47.395,- Euro

Quelle: Gerhard Prien