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4x4-Fahrzeuge/Pickup-Kabinen

2012 - Ford Ranger

Fordschritt: Der neue Ranger

Die ersten Exemplare des neuen Ford Ranger werden dieser Tage ausgeliefert. Die jüngste Generation des On- und Offroad-Klassikers kommt mit Heck- und Allradantrieb, zwei neuen Duratorq TDCi-Turbodieseln mit 2,2 oder 3,2 Liter Hubraum, drei Karosserieversionen (Einzel-, Extra- und Doppelkabine) sowie vier Ausstattungslinien (XL, XLT, Limited und Wildtrak) zu den Kunden. Die haben offenbar auf den neuen Pick-Up mit der Pflaume am Kühlergrill gewartet: Bei den deutschen Händlern liegen bereits 1.700 Bestellungen vor.

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.409 Einheiten des Vorgängermodells neu zugelassen. Mehr als doppelt so viele wie im Jahre 2012, als 1.058 Ranger-Exemplare einen Käufer fanden. Mit dem neuen Modell reagiert Ford auf steigende Ansprüche der Kunden im Segment der kompakten Pick-Ups. In immer mehr Teilen der Welt spielt diese Fahrzeuggattung eine wichtige Rolle. Viele Käufer nutzen ihren Pritschenwagen als einziges Auto im Haushalt, zugleich dient er aber auch als Arbeitsgerät, mit dem sie Geld verdienen. Diese Kunden verlangen nach einen Wagen, auf den sie sich verlassen können. Parallel dazu steigen die Ansprüche bei Ausstattung, Raumangebot und Komfort.

Ford bietet den Ranger, der in Zusammenarbeit weltweit operierender Entwicklerteams unter der Leitung von Ford Australien entstand, weltweit auf über 180 Märkten an. Die für Europa vorgesehenen Exemplare laufen im südafrikanischen Werk Silverton in der Nähe von Pretoria vom Band. Bereits im vergangenen Jahr startete in Thailand die Serienfertigung für die Region Asien-Pazifik. Die Plattform des Ranger ist komplett neu, zu seinen charakteristischen Merkmalen zählt sein frisches Design. Er ist nicht so kantig wie die größeren „F“-Modelle von Ford, die Frontpartie hat einen vergleichsweise kurzen Achsüberhang. Der Kühlergrill trägt drei Chromrippen, traditionell ein typisches Erkennungszeichen der Ford Nutzfahrzeuge. Zum optischen Auftritt tragen auch die größer dimensionierte Scheinwerfer und üppigeren Außenspiegel ihren Teil bei. Die signifikant höher positionierte Gürtellinie geht scheinbar nahtlos in die Oberkante der Ladeflächenwand über. Der Ranger mit Einzel- und Extrakabine warten mit Stauräumen von 1,80 und 1,42 Kubikmeter auf, bei der Doppelkabine liegt der Wert bei 1,18 Kubikmeter. Mit einer Gesamtlänge von bis zu 5.351 mm und einer Breite von 1.850 mm übertrifft der neue Ranger die Vorgänger-Baureihe, bleibt aber dennoch handlich.

Der aktuelle Ranger konnte obendrein als weltweit erster Pick-Up fünf Sterne im Euro NCAP-Crashtest einheimsen, weltweit hat kein anderer Pick-Up zuvor dieses Ergebnis erreicht. Der neue Ranger bekam eine Gesamtnote von 89 Prozent für sein Sicherheitskonzept. Und mit 81 Prozent erhielt er die beste Note für Fußgängerschutz, die je von den Testern der unabhängigen Euro NCAP-Organisation an ein Auto vergeben wurde.

„Der Ford Ranger stellt tatsächlich von der ersten bis zur letzten Schraube eine komplette Neuentwicklung dar“, so Jim Baumbick, Direktor Konstruktion in der Produktentwicklung von Ford in der Region Asien-Pazifik und Afrika. „Wir konnten buchstäblich mit einem weißen Blatt Papier anfangen – eine einzigartige Chance. Wir haben uns genau angesehen, was unsere Mitbewerber leisten und was sich unsere Kunden auf der ganzen Welt wünschen.“

Auf der Wunschliste stehen offenbar auch neue Ausstattungsdetails wie Rückfahrkamera, Sprachsteuerung, eine ins serienmäßige ESP integrierte Anhänger-Stabilisierungsfunktion und eine adaptive Zuladungskontrolle. Alles Dinge, die beim neuen Ranger zu haben sind. Außerdem gibt es eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelanlage, Navigationssystem mit 5-Zoll-Multifunktions- Farbdisplay und ein Audiosystem Radio-CD, das neben Schnittstellen für Bluetooth-, USB- und iPod-Anbindungen auch eine Sprachsteuerung bietet. Beim Ranger mit Doppelkabine gibt es dazu 23 verschiedene Stau- und Ablagefächer im Innenraum. Die Staumöglichkeiten reichen von einer Ablage in der Mittelkonsole – die ein Volumen von 8,5 Litern hat und in Kombination mit der Klimaanlage bis zu sechs Getränkedosen kühlt – über ein Handschuhfach, das groß genug ist für Laptops mit 15-Zoll-Monitor, bis zu Türfächern mit Aufnahmen für 1,5-Liter-Flaschen. Hinzu kommen kleinere Ablagen für Mobiltelefone und ähnliche Accessoires. Unter den Rücksitzen gibt es verdeckt angeordnete Fächer, etwa für Werkzeuge. Wer im Wagen selbst und auf der Ladefläche noch nicht genug unterbringen kann, setzt auf einen Anhänger. Der neue Ranger hat eine Anhängelast von bis zu 3.350 Kilogramm.

In Deutschland geht der Ranger mit zwei Duratorq TDCi-Turbodieseln an den Start. Topmotorisierung ist ein 3,2 Liter großer Turbodiesel mit fünf Zylindern und einem Drehmomentmaximum von 470 Nm, 90 Prozent davon stehen zwischen 1.700 und 3.500 Touren zur Verfügung. Der 147 kW / 200 PS starke Selbstzünder soll in der Allradvariante in Verbindung mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe auf 9,5 Liter Diesel/100 km verbrauchen, für die Automatikversion gibt Ford 10,4 Liter an. Der Fünfzylinder hat ordentlich Punch und treibt den Ranger vehement voran. Vor allem in der Automatik-Version macht der Selbstzünder richtig Spaß und beschleunigt den Pritschenwagen mehr als ordentlich. Da das Fahrwerk gegenüber dem Vorgänger ebenfalls deutlich gewonnen hat, lässt sich der Ranger schon beinahe sportlich bewegen. Und sorgt auf der Autobahn, zügig gefahren, durchaus für verblüffte Gesichter bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Der vierzylindrige TDCi-Turbodiesel mit 2,2 Litern Hubraum ist – in den Leistungsstufen 92 kW / 125 PS und 110 kW / 150 PS nochmals sparsamer. In der 150 PS-Version hat er ein maximales Drehmoment von 375 Nm, mit reinem Heckantrieb verbraucht dieser Ranger im kombinierten Zyklus 8,3 Liter Diesel/100 km.

Neu sind die Getriebe-Optionen. Zur Wahl stehen ein Schalter sowie – für die beiden stärkeren Motorisierungen – eine Automatik, beide mit sechs Vorwärtsgängen.

Alle in Deutschland angebotenen Varianten des neuen Ford Ranger bieten serienmäßig einen manuell zuschaltbaren Allradantrieb. Auf festen Straßen treibt der Motor die Hinterräder an. Ford argumentiert mit einem - im Vergleich zum permanenten Allradantrieb - reduzierten Kraftstoffverbrauch und Verschleiß. Per Drehknopf werden alle vier Räder gleichzeitig angetrieben. Das Umschalten ist während der Fahrt bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h möglich, die Geländegängigkeit kann durch eine manuell aktivierbare Getriebe-Untersetzung gesteigert werden. Die elektronisch geregelte Traktionskontrolle TCS sorgt – auch abseits befestigter Straßen - für Kraftschluss zwischen Reifen und Untergrund. Sie passt die an die Räder geleitete Motorleistung über aktiven Bremseingriff den Grip-Verhältnissen an. Im Extremfall sperrt das TCS ein einzelnes Rad auch komplett, so gelangt die Antriebskraft zu dem - oder den - Reifen mit der besseren Bodenhaftung.

„Die Vielseitigkeit des neuen Ford Ranger ist das Ergebnis eines engagierten Entwicklungsprozesses und viel handwerklichem Know-how“, so Jim Baumbick. „Wir wollten unseren Kunden einen starken, robusten Pick-Up anbieten, auf den sie sich wirklich verlassen können – sei es im Wasser, in schwierigem Gelände oder einfach nur auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit.“ Selbst bei voller Beladung sollen die 4x4- Varianten Flussläufe mit einer Tiefe von bis zu 800 mm durchqueren. Mit einer Bodenfreiheit von bis zu 232 mm dürfte auch schweres Terrain kein Problem darstellen.

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Erstmals hat der neue Ranger serienmäßig ein elektronisches Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) an Bord. Es bildet die Grundlage für weitere Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel eine Bergabfahrkontrolle, die auf steilen Gefällstrecken automatisch eine vom Fahrer individuell vorgewählte und beeinflussbare Geschwindigkeit konstant einhält. Der Berganfahrassistent erleichtert das Anfahren an Steigungen, die Anhängerstabilisierung wirkt dem Aufschaukeln eines Trailers entgegen. Die adaptive Lastkontrolle optimiert die Wirkung des ESP in Abhängigkeit von der jeweiligen Zuladung, der Sicherheits-Bremsassistent steigert bei Notbremsungen automatisch die Wirkung des Bremssystems. Obendrein gibt es ein Notbremslicht, das warnt bei starker Verzögerung den nachfolgenden Verkehr durch pulsierende Bremslichter vor einer Gefahrensituation warnt, und einen Überschlagschutz.

Zudem gibt es für den neuen Ranger Rückhaltesysteme wie die neu entwickelten Kopf-Airbags, die bei Extra- und Doppelkabine bei einem Seitenaufprall auch die Passagiere auf den äußeren Plätzen der Rückbank schützen. Hinzu kommen verbesserte Seiten-Airbags für die vorderen Sitze, überarbeitete Front-Airbags, Sicherheitsgurtstraffer und -gurtkraftbegrenzern vorne. Auf dem deutschen Markt ist der Knie-Airbag für den Fahrer serienmäßig.

Den neue Ranger bietet Ford mit Heckantrieb, Einzelkabine und in XL-Ausstattung bereits ab 24.978,10 Euro brutto an. Die vergleichbare Allradversion ist brutto ab 26.882,10 Euro zu haben.

Quelle: Gerhard Prien