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4x4-Fahrzeuge/Fernreisemobile

Unicat EX 37

Auf allen Vieren

Unicat Expeditionsfahrzeug EX37 Iveco Daily 4x4

In Dettenheim entstehen pro Jahr gerade mal ein, zwei Handvoll Fernreisemobile der Extraklasse. Aber was die Hallen der Firma Unicat verlässt, das ist erste Sahne. Die Manufaktur ist eine der ersten Adressen im deutschsprachigen Raum für allradgetriebene Reisemobile der gehobenen Kategorie.

Das Expeditionsfahrzeug EX 37 von Unicat basiert auf dem Iveco Daily 4x4 55 S 18 W. In der Version als Einzelkabine mit einem Radstand von 3.400 mm ist der EX 37 eines der kleineren Mobile von Unicat. Ansonsten verlassen die rund 20 Kilometer von Karlsruhe entfernte Manufaktur auch schon mal dreiachsige 6x6-Mobile auf der Basis von Allrad-Lkw, ein zulässiges Gesamtgewicht von 20 Tonnen ist bei diesen Brummern keine Seltenheit. Das Antriebsaggregat des EX 37, der gerade mal eine zulässiges Gesamtgewicht von 5,9 Tonnen auf die Waage bringen darf, ist ein Dreiliter-Turbodiesel. Der bringt es auf eine Motorleistung von 130 kW / 176 PS und erfüllt Euro 4. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe leitet die Kraft an die beiden Achsen mit ihrer 255/100 R 16 Bereifung (schlauchlos), für Geländetauglichkeit sorgen permanenter Allradantrieb plus Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung, eine zuschaltbare Längssperre sowie Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachse. Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten sorgen dafür, dass die Fuhre sicher wieder zum Stehen kommt. Ein Tempomat , Standheizung und Klimaanlage bringen Komfort ins dreisitzige Fahrerhaus mit dem gefederten und beheizten Fahrer-Komfortsitz. Eine Rückfahrkamera erleichtert das Rangieren, gegen böse Buben mit wenig Achtung vor dem Eigentum fremder Leute sollen eine Alarmanlage mit Zentralverriegelung und Fernbedienung sowie eine Wegfahrsperre helfen.

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Dass die Reiseziele des Mobils und seiner Besatzung jedoch nicht unbedingt in urbanen, europäischen Ballungsräumen liegen, macht die Zusatzausstattung des Iveco deutlich. Eine Zwei-Kammer-Kraftstoffanlage mit insgesamt 285 Liter Diesel sorgt für eine ordentliche Reichweite, ein beheizter Dieselfilter mit Wasserabscheider stellt die Einsatzbereitschaft auch in kälteren Regionen mit minderer Kraftstoffqualität sicher. Auf dem Alu-Dachgepäckträger findet sich ein Reserveradhalter, zwei seitlich angebrachte Arbeitslampen leuchten den Raum neben dem Fahrerhaus aus. Die Scheinwerfer werden durch Schutzscheiben vor Steinschlag geschützt, für die Rückleuchten gibt es Schutzgitter, Schutzplatten an Kühler und Ölwanne sollen bei heftiger Bodenberührung kostspielige Schäden verhindern.

Der Aufbau ist außen 3.700 mm lang, 2.120 mm breit und 2.105 mm hoch (Innenmaße: 3.580 x 2.000 x 1.950 mm L x B x H). Die Bodengruppe ruht auf einer Dreipunkt-Lagerung mit Hauptlager und Pendellager zur verspannungsfreien Befestigung des Aufbaus auf dem Fahrgestellrahmen. Der Aufbau selbst besteht aus einer selbsttragenden Sandwichplattenkonstruktion aus GfK-Verbundplatten. Die Wandstärke liegt bei 60 mm mit einer PU-Hartschaum-Isolierung mit einem Isolierwert von 0,44 W/qm K., plus Deckschichten von drei mm. Der Aufbau ist kältebrückenfrei mit GfK-Profilen verklebt, die Bodenplatte mit einem eingeschäumten Stahlrahmen verstärkt. Das Heck der Wohnkabine ist angeschrägt, zur Verbesserung des Böschungswinkels. Im Frontbereich ist das Dach angeschrägt, was den Luftwiderstand und die Optik verbessern soll. Mit dem Wohnaufbau ist der EX37 6.163 mm lang, 2.120 mm breit und 3.230 mm hoch. Am Heck gibt es Halter für insgesamt sechs Kunststoff-Sandbleche, falls es trotz Allrad mal nicht mehr weiter geht. Zurrschienen auf dem Dach dienen der sicheren Befestigung von Ladegut, Zurrösen taugen zum Bergen und zum Verzurren des Fahrzeugs beim Schiffstransport.

Die Eingangstür und die Kofferklappen bestehen aus GfK-Verbundplatte und –Profilen, die Türdicke liegt bei 60 mm, versehen mit kombinierten Hohlprofil- und Lippendichtungen. Für Sicherheit sollen diebstahlsichere Edelstahl-Scharnierbänder und gleichschließende Fallenschlösser mit Anpressschnecken und Zusatzverriegelungen unten und oben sorgen, die Sicherheits-Profilzylinder sind mit Schutzkappen versehen.

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Einbruchssicher sollen auch die kratzfesten Ausstellfenster mit GfK-Rahmen sein, die Scheiben aus Verbund-Sicherheitsglas mit Isolier-Zwischenraum bieten. Die Aufsteller und Verriegelungen der Fenster sind aus Edelstahl gefertigt, die Fenster verfügen über Aluminiumrahmen-Rollos mit Sonnenschutz und Moskitonetz. Über der Küche und im Bad kommen Heki Hebe-Kipp-Dächer zum Einsatz.

Die Wohnkabine hat keinen Durchgang zum Fahrerhaus. Den vorderen Bereich der Wohnkabine nimmt die Sitzgruppe mit Alcantara-Polstern ein, die zwei bis vier Personen auf zwei längs zur Fahrtrichtung angeordneten Bänken Platz bietet. Ein dreh- und absenkbarer Tisch ermöglicht den Umbau der auf einem Podest ruhenden Sitzgruppe zum Bett mit einer Liegefläche von 1.100 x 2.000 mm.

Mittig auf der Fahrerseite ist die Küche installiert, ausgestattet mit Dreiflammen-Gasherd und Backofen, Edelstahl-Spüle, einem 85 Liter fassenden Kühlschrank mit Gefrierfach, Unterschränke mit Schubladen auf kugelgelagerten Vollauszügen mit pistenfester Unterteilung für Geschirr, Töpfen und Küchengeräten und Küchenoberschränken.

Der Kombüse gegenüber angeordnet ist das Sanitärabteil im Einstiegsbereich zur Wohnkabine. Über eine Tür ist der kombinierte Dusch- und Toilettenraum, ausgestattet mit Porzellan-WC mit Wasserspülung, zum Innenraum hin abtrennbar. Ausgesprochen Design-orientiert präsentieren sich die Armaturen sowie die Waschsäule mit dem schwenkbaren Waschbecken. Hübsch, so was hätte manch einer auch gerne Zuhause. Nicht nur schick, sondern auch praktisch ist der Heizkörper, der auch als Handtuchtrockner dient. Logisch, dass auch eine Außendusche an Bord ist.

Zum Heck hin schließen sich auf der Beifahrerseite die deckenhohen Stauräume an, etwa der große Wäscheschrank mit Einschüben und Kleiderstange. Quer im Heck finden sich die beiden Etagenbetten mit einer Liegefläche von je 800 x 2.000 mm, ausgerüstet mit Federung, Unterlüftung, Heizung und Komfort-Matratze.

Ein paar Worte zur Technik in der mit Teak-Schiffsboden ausgestatteten Kabine. Frostgeschützt untergebracht ist ein Vorrat von 360 Liter Trinkwasser, eine Filteranlage sorgt für sauberes Naß. Der Abwassertank fasst 80 Liter. Und noch ein Tank ist an Bord, der Gastank mit 20 Liter Inhalt.

Für angenehme Temperaturen ist eine Warmwasser-Zentralheizung zuständig. Die verfügt über einen 20 Liter Warmwasser-Wärmetauscher mit elektrischem Zuheizer zur Erzeugung von Warmwasser und zur Beheizung des Aufbaus durch die Abwärme die Motors. Neben Heizkörpern im Wohnraum und Sanitärraum gibt es auch eine Zusatzheizung im Bettbereich.

Die Elektrik, auf der Beifahrerseite untergebracht in einem an die Sitzgruppe grenzenden Schrank, umfasst ein (üppig dimensioniertes und durchaus an die Klingeltafel eines Hochhauses erinnerndes) Kontrollpanel zur Überwachung der Stromversorgung und der Füllstände, Personen-Schutzschalter, Sicherungsautomaten und Batterie-Hauptschalter und eine eigene, unabhängige Stromversorgung für den Aufbau mit AGM-Batterien. Die Batteriekapazität: 12 V – 420 Ah, ergänzt durch eine 12 V Solaranlage mit 520 W. Steckdosen gibt es für 12 und 230 V, letztere gespeist von einem Wechselrichter/Ladegerät mit einer Dauerleistung von 1,3 kW (Spitzenleistung 3 kW, Ladeleistung 70 A). Der Unterhaltung dient die Musikanlage mit Radio plus CD-Spieler und MP3 / I-Pod Anschluss, Lautsprecher gibt es im Bereich der Sitzgruppe. Beste Voraussetzungen für Beethoven – oder die Stones – mitten in der Wüste.