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4x4-Fahrzeuge/Fernreisemobile

Mercedes-Benz G 461 "Entdecker"

Auf-G-rüstet: Der G Entdecker

Seit Anfang der 1980-er Jahre, als die ersten G Wagen auf dem Markt verfügbar waren, testet eine Gruppe aus Freunden die Fahrzeuge in extremen Situationen. Die Gruppe besteht aus Ingenieuren, Mechanikern und Offroad-Rennfahrern, die den G Fahrzeuge auf dem afrikanischen Kontinent fahren. Und dabei erfahren, was man braucht um ein Expeditionsfahrzeug zu entwickeln.

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Im schweizerischen Lugano wird das Fahrzeug, das auf den beziehungsreichen Namen „Entdecker“ getauft wird, konzipiert. Ziel ist ein möglichst geringes Gewicht. Alle zusätzlichen Einbauten sollen zwischen den Achsen installiert werden, so soll der Schwerpunkt möglichst niedrig gehalten werden. Den Leichtbau hält man konsequent durch, etwa mit einer eigens gefertigten Titan-Schaufel mit Karbonfaser-Griff. Oder mit Leichtgewicht-Sandblechen aus Komposit-Materialien.

Für Konstruktion und Umbau des Fernreise-Mobils gewinnt man einen deutschen Hersteller von Fernreisemobilen, die Unicat GmbH. Als Basis dient die letzte Version des Mercedes-Benz G 461 Modell, der G 300 CDI Greenline mit Militär-Spezifikationen. Es unterscheidet sich vom zivilen G Serie durch seine robustere Ausführung, ein verstärktes Chassis und verstärkte Achsen. Spezielle Gummieinlagen für die Federn schützen die Achsen in schwerem Gelände und bei voller Ladung. Die elektrische Anlage verfügt über Stromnetze in 24 Volt und 12 Volt, zwei Lichtmaschinen (je eine mit 12 V und eine mit 24 V) sowie drei Batterien. Am Armaturenbrett finden sich 24 V und 12 V Steckdosen, obendrein gibt es einen Batteriehauptschalter.

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Als Antriebsaggregat kommt ein V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und einer Leistung von 183 PS zum Einsatz. Der Motor bringt es auf ein maximales Drehmoment von 400 Nm und entspricht den Euro 5 Abgasnormen. Der Wagen verfügt über eine Fünf-Gang Automatik mit Tiptronic und Untersetzungsgetriebe . Auf Knopfdruck können alle drei Differentiale elektrisch zu 100 Prozent gesperrt werden. Serienmäßig ist eine leistungsfähige Klimaanlage an Bord.

Der Entdecker rollt auf Beadlocks, geteilten Aluminium-Felgen mit Einlagen, die den Reifen stützen und es möglich machen, den Druck in den Reifen auf rund 0,5 bar abzusenken, ohne dass die Reifen von der Felge wandern. Um die Reifen auch wieder mit Luft zu versorgen sind zwei separate 24 V Kompressoren und ein Lufttank an Bord. Fällt ein Kompressor aus, steht immer noch der zweite zur Verfügung. In der Zubehörliste steht ein 2,5 cm flaches Notfall Kissen. Das kann – bei Bedarf – über acht Tonnen Gewicht um etwa 22 cm anheben.

Zu einem Fernreise-tauglichen Fahrzeug gehört eine ordentliche Reichweite – und damit ein entsprechender Kraftstoffvorrat. Serienmäßig verfügt der G über einen 96 Liter fassenden Kraftstofftank. Darüber hinaus wird der Entdecker mit zwei zusätzlichen Kraftstofftanks ausgestattet. Fest installiert ist ein 64 Liter fassender Tank unter der Rückbank. Ist diese ausgebaut, kann mit wenigern Handgriffen ein zweiter 70 Liter-Tank vor dem permanenten Ersatztank montiert werden. Damit hat der Entdecker eine Gesamtkapazität von 230 Liter Kraftstoff. Das sollte für eine Reichweite von 1,500 Kilometer langen. Für Öl ist ein sieben (optional auch neun) Liter fassender Reservekanister vorgesehen, der am Reserverad befestigt wird.

Nicht nur für das Fahrzeug, auch für die Besatzung muss gesorgt werden. Für die gibt es einen maßgeschneiderten Wassertank aus Polyethylen mit einer Kapazität von 86 Litern. Befüllt wird er über eine Öffnung am Heck, an der hinteren Stoßstange kann eine Außendusche über eine Schnellkupplung angeschlossen werden.

Redundante Systeme auch bei der Lagerung von Lebensmitteln, zwei separate 24 V Edelstahl-Kühlschränken von National Luna gibt es im Entdecker. Die sind mit robusten Metallstecker versehen und können mit stufenloser Temperaturregelung sowohl als Kühlschrank als auch als Gefrierschrank genutzt werden.

Auch Stauraum bietet der Entdecker, etwa mit seinem speziell entwickelten Schubladensystem im Heck, wo sich zwei Schubladen hinter geteilten Hintertüren finden. Ein Netzsystem dient im Dachbereich des Innenraums zur Unterbringung von leichten Gegenständen. Das Netzsystem wird für 380 Euro auch zur Nachrüstung angeboten und passt für die 461-er wie auch für die 463-er Serie. Zwei Aluminium-Schienen werden durch dieselben Schrauben gehalten, mit welchen die hinteren Einstiegsgriffe befestigt sind. In den Schienen werden Teleskopstangen aus Karbonfaser eingehängt, die ein elastisches Netz stützen und spannen. Für 250 Euro gibt es einen klappbaren Tisch für die rechte oder linke Hintertür. In den Schubladen liegen Campingstühle, die zusammengeklappt 43 x 5 x 40 cm groß sind: Zwei mit und zwei noch kompaktere ohne Armlehnen. In Planung ist ein modularer Dachträger.

Auf dem Dach ist ein Dachzelt von Autohome montiert. Die spezielle Ausführung des bekannten Maggiolina-Dachzelts ist aus Karbonfaser hergestellt und wird in Fahrzeugfarbe pulverbeschichtet. Das Zelt ist mit einer Innenlampe ausgestattet, Schlafsäcke, Kissen und Schlafzeug können im geschlossenen Zelt aufbewahrt werden. Das Zelt hat zwei mit Moskitonetzen versehene Eingänge auf jeder Seite des Wagens.

Den Einstieg ermöglicht eine Karbonfaser-Leiter, die in zwei Teile zerlegt im Zelt verstaut werden kann. Weitere Infos: www.mercedes-g-entdecker.com

Quelle: Gerhard Prien