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4x4-Fahrzeuge/Fernreisemobile

Desert-Service Alkoven

Dach-G-schoss

Seitdem die arabischen und afrikanischen Länder bedingt durch politische Unruhen deutlich an Attraktivität für Fernreisende verloren haben, rücken die Länder in Skandinavien und der ehemaligen Sowjetunion in den Fokus all jener, die es nicht im westeuropäischen Raum hält. Für solche Touren in Regionen, in denen es auch schon mal kälter werden kann, sind Dachzelte und aufstellbare Schlafdächer nur bedingt geeignet. Für Thomas Schiffzick von Desert-Service Grund genug, dem Mercedes G ein festes Hochdach mit kleinem "Stuppsnäschen" zu verpassen.

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Für die Montage des doppelschaligen GfK-Aufbaus sprechen handfeste Vorteile. Im G gelingt der aufrechte Gang, da mit dem Hochdach volle Stehhöhe ins Fahrzeug einzieht. Der Auf- und Abbau eines Dachzeltes - oder das Auf- und Zuklappen eines Aufstelldachs - entfällt, der mit 20 mm starker Hartschaumdämmung isolierte Aufbau ist unempfindlich gegenüber Nässe und auch bei niedrigen Außentemperaturen relativ einfach warm zu halten. Das von Schiffzick speziell für den G entwickelte Hochdach wird ringsum verklebt, die Regenrinne bleibt dabei erhalten. Von innen wird das Dach über die Verkleidungsteile mit der Karosserie verschraubt, ebenso das vordere Teil der Liegefläche. Das bringt zusätzliche Stabilität für den fünftürigen G.

Beim Aufbau sollte der Kunde vielleicht besser nicht dabei sein. Schließlich kommt das komplette Blechdach des Allradlers runter, und dieser Anblick dürfte schon etwas schmerzen. Durch den beherzten Schnitt schafft Schiffzick Platz im Wagen. Der hintere Teil der im Dach untergebrachten Liegefläche mit Abmessungen von 138 x 220 cm ist verschiebbar, damit bietet der G volle Stehhöhe bis an die Lehnen der Vordersitze. Mit 225/85R16 Bereifung und einem um 40 mm höher gelegten Fahrwerk ist der "bedachte" G 275 Zentimeter hoch. Damit sind Tiefgaragen künftig tabu, was jedoch auf Fernreisen wahrscheinlich nur wenig stören dürfte. Das Dachgeschoß von Desert-Service kommt auch auf der Waage gut weg. Schiffzick spricht von zusätzlichem Gewicht in der Größenordnung eines unbeladenem Dachträgers, also von rund 35 Kilogramm. In der Dachkonstruktion ist ein umlaufendes Aluprofil eingearbeitet, so lassen sich Tarpes und Markisen problemlos montieren. Fenster und Dachluken werden ebenso nach Kundenwunsch verbaut wie Solaranlagen oder Reifen- bzw. Universalhalter. Der Preis für den kompletten Dachumbau liegt inklusive Lackierung, Liegefläche, Teppichauskleidung und Eintragung bei rund 9.400 Euro.

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Absolut individuell ist bei jedem G von Desert-Service der Innenausbau. Der Kunde bestimmt die verbaute Technik und ihre Funktionen ebenso wie die Materialien und Farben. Beim hier gezeigten Fahrzeug sind im Bereich des hinteren Fußraums die Zusatzbatterie, das Ladegerät und die Standheizung in der Bodenplatte untergebracht. Gefertigt ist der Ausbau aus PVC beschichtetem Multiplex und Aluminiumprofilen. Auf der Beifahrerseite ist hinten die Sitzkiste montiert, davor ist ein von innen und außen zu beschickender Stauraum, auf dem die 35 Liter fassende Kompressorkühlbox steht. Der auf der Fahrerseite installierte Hochschrank mit seinen beiden Fächern kann von außen über die linke hintere Tür bedient werden, von innen sind weitere Staufächer zugänglich. Auf der Fahrerseite sind auch der 80 Liter fassende Wassertank, die Wasserpumpe und der Wasserfilter untergebracht. Waschbecken und Kocher kommen auf dem Hochschrank unter, die Klappe, die den Zugang zum Wassertank freigibt, lässt sich heruntergeklappt als Tisch nutzen. Die Hecktüren des G lassen sich auf 90 Grad öffnen, so gelangt man von hinten gut an die Staufächer des Ausbaus. Für den kompletten Innenausbau sind rund 9.500 Euro fällig.

Für den Einsatz im Gelände wanderte ein um 40 mm höher gelegtes Fahrwerk in den G, ergänzt durch Koni Heavy Trank Raid Dämpfer und Polyurethanbuchsen von Desert-Service. Ein Aluminium-Snorkel mit Vorfilter schützt den Motor vor angesaugtem Dreck und Staub.Für eine erhöhte Reichweite bekam der "Nasenbär" eine aus drei Kunststoff-Tanks bestehende Zusatztankanlage spendiert. Je ein Tank ist unter den Schwellern montiert, der dritte ist in Fahrzeugmitte verbaut. Die Tanks bieten zusammen ein Fassungsvermögen von 145 Litern. Mit dem 96 Liter fassenden Serientank ergibt sich so ein Gesamtvolumen von 241 Litern, passend für den Einsatz abseits befestigter Straßen und gut ausgebauter Tankstellennetze.

Quelle: Gerhard Prien