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4x4-Fahrzeuge/Fernreisemobile

Bocklet Dakar 740

Abenteuer Technik

Es kommt eben immer drauf an, was man draus macht – so ist es nicht nur mit Beton, sondern auch mit einem MAN. Man kann einen Baustellen-Kipper draus machen, einen Gemüselaster oder einen Sattelzug. Oder eben ein Fernreisemobil. Einer der Spezialisten für solche Umbauten ist Bocklet Fahrzeugbau aus Koblenz. Die Rheinländer stellen mit dem Dakar 740 ihr neuestes Modell vor.

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel werden seit gut einem Vierteljahrhundert individuelle Reisemobile gebaut – auch solche mit Allradantrieb, wenn es mal über Mitteleuropa hinaus und auf Fernreise gehen soll. Dann ist Traktion gefragt, wenn man auch dort vorwärts kommen will, wo es keine asphaltierten Pisten gibt. Vier (oder sechs, oder gar acht) angetriebene Räder kommen für einen solchen Einsatzweck gerade recht. Reichlich Zuladung ist auch nicht verkehrt, und ein wenig Platz schadet auf längeren Reisen auch nicht. Mit dreizehn Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bietet ein
MAN TGM 13.290 (Radstand 3.650 mm) reichlich Zuladungsreserven, leer wiegt das komplette Fahrzeug 7.400 Kilogramm. Und vier angetriebene Räder obendrein. Neben dem Allradantrieb bringt der TGM noch Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachse mit – wenn es mal ganz dicke kommt.

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Als Antriebsaggregat steckt ein Diesel mit in Reihe angeordneten sechs Zylindern im Motorraum des MAN. Der Selbstzünder entwickelt aus 6,9 Liter Hubraum – per Turbo zwangsbeatmet – 206 kW / 280 PS. Damit der MAN auch abseits eines gut ausgebauten Tankstellennetzes über eine ordentliche Reichweite verfügt, hat Bocklet dem Fahrzeug insgesamt 675 Liter Kraftstoffvorrat verpasst. Auf dem Dach des MAN nimmt ein stabiler Gepäckträger Werkzeug oder Ersatzteile auf, vier dicke Scheinwerfer leuchten die Route auch im Dunkeln aus. Für den Komfort auf Reisen sind
Klimaanlage, CD-Radio-/Navigation und Rückfahrkamera an Bord.

Wie alle Mobile der Dakar-Baureihe zeichnet sich auch der 740-er durch sein einfaches, klares Design aus: Quadratisch, praktisch, gut. Überflüssige Schörkel, modischer Zierrat oder Schnickschnack sind Meister Bocklets Sache nicht. Die Mobile aus Koblenz sind konsequent auf ihren angepeilten Einsatzzweck und nach dem bewährten alten Motto konstruiert: form follows function. Da macht der Dakar 740 keine Ausnahme. Auch er schaut aus wie aus dem Vollen gemeißelt, mit Lineal und rechtem Winkel gezeichnet, kantig und solide. Das Fahrerhaus steht aufrecht im Wind, der Wohnkabine mit ihrem Heckalkoven fehlen jegliche Rundungen. Was im Wohnbereich ein echter und offensichtlicher ist: Denn hier kann – im besten Sinne des Wortes – jeder Winkel genutzt werden, was für längere Reisen außerordentlich wichtig ist. Ein gelungener Grundriss, mit angenehmem Raumgefühl, das war das Ziel – und dazu entsprechend dimensionierte Versorgungseinrichtungen für autarkes Reisen über längere Zeiträume.

Schließlich ist der 740-er Dakar nicht für die deutsche Alleen- oder Märchenstraße gedacht – eher für die alte Gräberpiste oder das australische Outback. Und da gehört der weiße Riese auch hin. Seine Einsatzorte liegen abseits (weit abseits) von Reisemobil-Stellplätzen in deutschen Mittelgebirgen oder an idyllischen Flussläufen. Mit einer Gesamtlänge von 740 cm würde er dort zwar noch hinpassen, auch die Breite von 245 cm fällt noch nicht wirklich aus dem Rahmen. Die Höhe von 370 cm schon eher. Sie ist natürlich dem hochbeinigen Allradchassis geschuldet.

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Auf dem Chassis ist die kältebrückenfreie GfK-Sandwich-Kabine montiert, mit 51 mm Wand- und Dachstärke und einem 61 mm dicken Boden. Dem Einsatzzweck entsprechend sind die Wände mit einer drei mm starken, gewebeverstärkten Deckschicht versehen. Alle Klappen und Türen sind kältebrückenfrei ausgeführt und mit GfK-Stufenprofil und Hohlgummidichtung ausgestattet. Dadurch sind sie staub- und wasserdicht. Als wirkungsvoller Einbruchsschutz kommen Mehrfach-Verriegelungen zum Einsatz. Ausstellfenster von KCT mit Echtglas erlauben den Ausblick aus dem Wohnbereich, für Licht von oben sorgen ein Seitz Heki 1 und ein Mini Heki.

Die Kabine selbst bietet innen eine Länge von genau 520 Zentimeter. Damit ist sie fast einen halben Meter länger als ein fünftüriger Iveco Massif. Betreten kann man den Wohnbereich über eine elektrisch ausfahrbare Treppe, oder einen verschließbaren Durchgang zum Fahrerhaus. Der auf die Nutzung durch zwei Personen zugeschnittene Grundriss bietet ein gutes Raumgefühl. Links der Einstiegstür liegt eine große, mit Alcantara bezogene U-förmige Sitzgruppe – sie ist ausreichend dimensioniert für eine gemütliche Runde. Den kompletten Heckbereich nimmt das Doppelbett im Heck-Alkoven ein, 140 x 200 cm groß. Natürlich kann, wenn es denn sein soll, auch die U-Sitzgruppe zur Liegefläche umgebaut werden.

Mittig auf der Fahrerseite ist der Küchenblock installiert. Der bietet reichlich Stauraum und zur Zubereitung der Mahlzeiten einen Dreiflamm-Gaskocher sowie einen Backofen. Für den Abwasch gibt’s ein großes Doppel-Spülbecken mit Haushaltsarmaturen.

Der Kompressor-Kühlschrank mit 110 Litern Inhalt ist rechts der Einstiegstür platziert. Den Raum zum Fahrerhaus hin nehmen zwei deckenhohe Kleiderschränke ein.
Gegenüber, auf der Fahrerseite, liegt der Sanitärbereich, ausgestattet mit Porzellan-Cassetten-WC, Waschbecken und Dusche.

Wie bei Bocklet nicht anders zu erwarten ist die Bordtechnik sauber und professionell installiert. Die Tanks (der Frischwassertank fasst 430, der Abwassertank 320 Liter) ermöglichen einige Tage autarkes Wohnen und Reisen, fernab der Zivilisation. Logisch, dass die Tanks innen liegend und beheizt ausgeführt sind. Eine Solaranlage (350 W) speist die Akkus mit insgesamt 440 Ah Batteriekapazität. Damit der Saft auch lange reicht, sind Energiesparleuchten und Spots mit Dimmer verbaut. Zur Elektroanlage gehören weiterhin ein Automatikladegerät 24 V / 70 A sowie ein 3 kW Wechselrichter. Eine Eberspächer Diesel-Warmluftheizung, die von einer Alde-Warmwasserheizung unterstützt wird, sorgt für Wärme im Fahrzeuginneren und für Warmwasser. Zwei je elf Kilo fassende Gas-Tankflaschen sorgen für Brennstoff. Preis des robusten, komplett ausgestatteten Fernreise-Lasters: 271.500 Euro.

Bocklet Dakar 740

Basis: Fahrgestell MAN TGM 13.290
Radstand 3.650 mm, Leergewicht xx.xxx Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 13.000 Kilogramm, Motor Sechszylinder-Turbodiesel, Hubraum 6.871 ccm, Leistung 206 kW / 280 PS, Allradantrieb, Differenzialsperrre an Vorder- und Hinterachse, zwei Sitzplätze (Komfort-Sitze) mit Dreipunkt-Gurten, Kraftstofftank 675 Liter Inhalt. CD-Radio-/Navigation, Rückfahrkamera, Klimaanlage, Dachträger auf dem Fahrerhaus.

Außenabmessungen: 7.400 mm lang, 2.450 mm breit, 3.700 mm hoch

Innenabmessungen Wohnkabine: 5.200 mm lang, 2.300 mm breit, 2.100 mm hoch.

Aufbau: Kältebrückenfreie GfK-Sandwich-Konstruktion, 51 mm Wand- und Dachstärke, 61 mm Bodenstärke, 3 mm starke, gewebeverstärkte Deckschicht, kältebrückenfreie Bocklet Türen und Klappen mit GfK-Stufenprofil, KSD Hohlgummidichtung und Mehrfachverriegelung, Außenstauraum unter dem Heckbett, GfK-Staukisten, elektrische Einstiegsstufe mit Automatiksteuerung, KCT Echtglas Ausstellfenster, Dachluke Seitz Heki 1, Dachluke Seitz Mini Heki, Fahrerhausdurchgang mit verschließbarer Tür, Reserveradhalter schwenkbar.

Ausstattungsmerkmale Innenausbau:
Möbelbau in 16 mm Sperrholz mit Teak-Echtholzfurnier, Alcantara-Sitzpolster, Heckbett mit Liegefläche 2.000 x 1.400 mm, Eberspächer Diesel-Warmluftheizung, Alde Warmwasserheizung, Batteriekapazität 440 Ah, Automatikladegerät 24 V / 70 A, Wechselrichter 3 kW, Solaranlage 350 W, Kontrollpanel mit Ampere-Stunden Zähler, Energiesparleuchten und LED-Spotleuchten, Porzellan-Kassetten-WC mit SOG-Entlüftung, Haushaltsarmaturen mit Einhebelmischer, dreiflammiger Kocher, Gas-Backofen, 110 Liter Kompressorkühlschrank, innenliegende und beheizte Tanks, 430 Liter Frischwassertank, 320 Liter Abwassertank.

Preis: 271.500 Euro.

Quelle: Gerhard Prien