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4x4-Fahrzeuge/Fernreisemobile

Bocklet Dakar 630E

Lang gemacht

Der Bau von (Fern-)Reisemobilen gleicht der Quadratur des Kreises. Denn recht gegensätzliche Anforderungen sollen erfüllt werden: Im Wohnbetrieb sollen die Fahrzeuge möglichst viel Komfort und Lebensraum bieten, auf Reisen – etwa auf Fähren oder in engen Innenstädten – sollen sie möglichst kompakt, wendig und handlich bleiben. Eine Lösung des Problems stellen „Slide-Outs“, ausfahrbare Erker, dar. Die Bocklet Fahrzeugbau GmbH spendiert ihrem neuen Modell, dem Dakar 630E („E“ für „extended“ oder „Erker“), einen solchen Erker in Form eines Heckauszugs.

Basis des kompakten Fernreisemobils ist ein Iveco Daily 4x4, genauer: ein Iveco 55 S 18 W mit einem Radstand von 3.400 mm. Angetrieben wird der Allradler von einem Vierzylinder-Common Rail Turbodiesel, der aus 2.998 ccm Hubraum satte 130 kW / 176 PS schöpft. Das Drehmoment liegt bei üppigen 400 Nm. Der Daily 4x4 verfügt für den Einsatz in schwerem Gelände neben dem Allradantrieb über Differenzialsperren (Vorderachse optional, Hinterachse serienmäßig). Ausgestattet ist der Allrad-Iveco mit einem 6-Gang-Getriebe und einem Verteilergetriebe mit Splitter und Geländereduktion. So stehen mit insgesamt 24 Vorwärtsgänge und vier Rückwärtsgänge für jede Anforderung immer die richtigen Übersetzungen parat, von Steigungen im Offroad-Einsatz bis zu schneller Autobahnfahrt. Für Reichweite auch abseits befestigter Straßen bietet der Iveco einen Kraftstoffvorrat von 215 Liter.

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Mit 5,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht verfügt das speziell für den Offroad-Einsatz konzipierte Fahrgestell aus Italien über reichlich Zuladungsreserven. Ein per Ausklappleiter erreichbarer und mit Zusatzscheinwerfern versehener Dachträger nimmt in Stauboxen all jene Ausrüstungsstücke auf, die nicht in den üppig bemessenen Stauräumen Platz finden.

Der neue Dakar 630E basiert auf dem zur „Abenteuer & Allrad“ 2009 erstmals vorgestellten Bocklet Dakar 630. Der Wohnaufbau ist eine GfK-Sandwich-Konstruktion mit Wand- und Dachstärke von 50 mm, die Bodenplatte ist gar 60 mm stark. Türen und Klappen sind kältebrückenfrei, Stufenprofile und Hohlgummidichtungen schützen vor eindringendem Staub oder Wasser, Mehrfachverriegelungen sorgen für Sicherheit.

Um eine hohe Wendigkeit des Fahrzeugs im Gelände – und auch in Innenstädten – zu erhalten ist die Wohnkabine ganz bewusst kompakt gehalten. Das komplette Fahrzeug ist mit Wohnaufbau 630 cm lang, 218 cm breit und 320 cm hoch. Innen bietet die Kabine eine Wohnraumlänge von 370 cm, die Breite liegt bei 205 cm. Mit 195 cm ist auch die Stehhöhe ausreichend.

Im Anschluss ans Fahrerhaus, das per verschließbarer Tür vom Wohnabteil getrennt werden kann, liegt auf der Fahrerseite das Sanitärabteil mit Kassetten-WC, Dusche und Waschbecken. Die auf einem Doppelboden ruhende Vierer-Sitzgruppe mit Alcantara-Bezug ist mittig auf der Fahrerseite angeordnet. Direkt gegenüber befindet sich der Küchenblock mit Spüle, Abtropfbecken sowie Dreiflamm-Kocher und Backofen. Haushaltsarmaturen mit Einhebelmischer gehören in Küche und Bad zur Serienausstattung. Lebensmittel und Getränke hält ein 90 Liter fassender Kompressorkühlschrank kühl und frisch. Der Frischwassertank fasst 230 Liter, der Abwassertank ist 130 Liter groß, beide Tanks sind innenliegend und beheizt und damit frostsicher.

Zur technischen Ausstattung des Dakar 630E zählen Rückfahrkamera, eine Truma Combi C4E-Gasheizung, ein 1,2 kW Wechselrichter, eine Akku-Kapazität von 220 Ah sowie eine 330 W Solaranlage.

Knüller des Mobils ist jedoch das im Heck angeordnete Doppelbett, das per Knopfdruck auf eine Liegefläche von 200 x 145 cm gebracht wird. Durch den ausgefahrenen Erker vergrößert sich die Gesamtlänge des Fahrzeugs im Stand um 75 cm. Platz, der dem Lebensraum der Kabine zu Gute kommt. Preis des Mobils vom Rhein: 179.500 Euro.

Quelle: Gerhard Prien