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4x4-Fahrzeuge/Basisfahrzeuge

VW Atacama

Im Herbst 2006 zeigt VW Nutzfahrzeuge eine Studie auf der Basis des Crafters: Das Concept-Car Atacama, benannt nach der Wüste in Südamerika, entwickelt vom Design Center Wolfsburg. Der Clou der Studie: Allradantrieb, mit dem der brave Transporter zum markanten Offroader mutierte. Was ist daran heute, fünf Jahre später, so spannend? Die Antwort: Vermutlich noch im Laufe des Jahres könnte, wie man aus Hannover hört, der allradgetriebene Crafter auf den Markt kommen. Damit hätte VW Nutzfahrzeuge dann in allen Baureihen einen Allradantrieb im Angebot, vom Caddy über den T5 und dann Amarok bis zum Crafter.

Als Basis des Umbaus diente seinerzeit ein VW Crafter in der Version als Kombi mit kurzem Radstand. Als Antriebsaggregat spendierten die Hannoveraner dem Atacama einen Fünfzylinder-Turbodiesel mit Ladeluftkühler, der aus 2.459 ccm Hubraum eine 
Leistung von 120 kW /164 PS holt und mit einem Sechsgang-Getriebe verbunden ist. Den traktionsfördernden Allradantrieb mit Untersetzung verpasste dem Crafter Achleitner aus dem österreichischen Wörgl. Auf den Boden gelangt die Leistung über Geländereifen der Dimension 285/55 R 20.

Seinerzeit zeigte sich der Vertriebs-Vorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Harald Schaumburg, begeistert: "Das absolute Highlight der Crafter-Präsentation ist das Concept Car Atacama mit der Allrad-Umrüstung von Achleitner. Sie unterstreicht die markant-maskulinen Features des Fahrzeugs und ist unsere Idee für einen Crafter-Offroader."

Der rollte kräftiger und maskuliner als sein Serien-Pendant daher, mit leichten Modifikationen und Alu-Darstellung einzelner Bauteile wie Grill, Scheinwerfer oder Lufteinlässe. Obendrein verpasste ihm das Design-Team seitliche Luftöffnungen in den Kotflügeln. Zum Schutz im OffRoad-Einsatz wurde das Fahrzeug mit einer robusten Bepflanzung und kräftig ausmodellierten Radläufen versehen. Alu-Einleger verleihen dem Atacama ein exklusiveres Erscheinungsbild und betonen die Robustheit des Allrad-Transporters. „Das Concept Atacama ist eine frische und moderne Interpretation eines allradgetriebenen Crafter, es vereint Funktionalität und Individualität“, so beschrieb der Teamleiter und Exterieur-Designer Ralf Dekena die Studie.

Zum individuellen Erscheinungsbild gehört auch die Grafik der Seitenscheibengraphik, die das Seitenbild des Atacama lockert und streckt. Obendrein kann der Keil in den Scheiben als Montage- und Befestigungsmöglichkeiten für ein funktionales Interieur dienen, etwa für Stau- oder Ablagemöglichkeiten oder als Befestigungspunkte für eine erhöhte Schlafmöglichkeit. Dazu erklärte der verantwortliche Designer Romain Chareyre: „Die Studie zeigt ein weiteres Potential des Crafter auf: Den Freizeit- und Fun-Bereich“. Zum angepeilten Einsatzweck passt auch die in U-Form gestaltete Dachreling mit integrierter Box. Dazu hat das Designteam eine Heckleiter gestylt, die mit einem Bogen das Markenlogo umschließt und den Türöffner integriert. Damals erklärte Harald Schomburg: "Ich bin gespannt auf die Kundenreaktion – wenn diese positiv ist, werden wir eine Serie mit bis zu 100 Stück bauen." Damit machte er dem Design-Center Wolfsburg unter der Leitung von Klaus Bischof, dem Projektleiter Lars Menge und den Designern Ralf Dekena, Romain Chareyre und Susanne Gerken eine großes Kompliment für das gelungene Konzept. Möglicherweise wird es jetzt, im Jahre 2011, etwas mit der Umsetzung. Wenn VW Nutzfahrzeuge den allradgetriebenen Crafter ins Lieferprogramm aufnimmt, wäre ein erster Schritt getan.

Quelle: Gerhard Prien