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4x4-Fahrzeuge/Basisfahrzeuge

VW Crafter 4MOTION mit Achleitner Allradantrieb

Matsch Fun: VW Crafter 4MOTION

Volkswagen Nutzfahrzeuge geht mit dem Crafter 4MOTION mit Achleitner Allradantrieb ab sofort auch ins Gelände. Der österreichische Allrad-Spezialist sorgt mit seinem Allradsystem für überzeugende Traktion auch abseits befestigter Wege.

Ausgelegt ist der Crafter 4MOTION mit Allradantrieb für den Einsatz im extremen Gelände. Volkswagen Nutzfahrzeuge sieht einen wachsenden Bedarf für geländegängige Transporter, etwa bei Energieversorgern, die in Regionen ohne Infrastruktur und Straßen arbeiten. Auch das Baugewerbe, Rettungsdienste, THW, Feuerwehr und Polizei greifen immer öfter auf allradangetriebene Fahrzeuge zurück. Diesem Trend folgt Volkswagen Nutzfahrzeuge mit den etablierten 4MOTION-Modellen der Volkswagen Transporter T5 (zirka 11 Prozent Allrad/Jahr) und Volkswagen Caddy (zirka 6 Prozent Allrad/Jahr) und sowie dem Pick-Up Amarok.

Jetzt wird auch der größte Transporter von Volkswagen mit einem vollwertigen Allradsystem ausgerüstet. Um zu bewegenden Massen eines Crafter während extremer Offroad-Einsätze Rechnung zu tragen, kommt Achleitners Allrad mit Geländeuntersetzung (1:2,5), permanenter, gleichmäßiger (50:50) Kraftverteilung an beide Achsen mit serienmäßiger Differenzialsperre im Verteilergetriebe und an der Hinterachse zum Einsatz. Eine Sperre für die Vorderachse gibt es gegen Aufpreis. Sind alle Sperren aktiviert, kann ein Rad bis zu 100 Prozent des Antriebsmomentes übertragen. Ein Ausgleich der unterschiedlichen Momente im Antriebsstrang findet nicht statt, Schlupf gibt es nur noch an der schwächsten Stelle: zwischen Reifenprofil und Untergrund.

Achleitner hat umfangreiche Veränderungen an der Vorderachse mit Einzelradaufhängung und der starren Hinterachse vorgenommen. Dazu gehören verstärkte Federn mit mehr Weg, härtere Stoßdämpfer mit progressiver Kennung und geänderte Stabilisatoren. Abhängig von der gewählten Bereifung (für Offroad oder Straße) eine ergeben die Maßnahmen eine Höherlegung von rund zehn Zentimetern.

Als Antrieb steht für den Allrad-Crafter ausschließlich das leistungsstärkste Aggregat des Crafter mit 120 kW / 163 PS zur Verfügung. Der aus dem Amarok und Transporter bekannte 2.0-Liter-Biturbo entwickelt bei 1.800 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern. Das reicht, um bei Bedarf per Knopfdruck im untersetzten ersten Gang im schwersten Gelände mit voller Beladung – egal ob als 3,5- oder 5,0-Tonner – weiterzukommen.

Der Aufpreis für den von Achleitner nachträglich ausgeführten Allrad-Umbau gegenüber einem Modell mit Heckantrieb liegt bei rund 19.950 Euro (netto). Der Kunde hat damit beim Allrad-Crafter, einem so genannten Zwei-Rechnungs-Fahrzeug, nur einen Ansprechpartner für die Bestellung sowie für Service und Gewährleistung, dies wird über ausgewählte Nutzfahrzeug-Partner erfolgen.

Der Crafter ist mit unterschiedlichen Karosserieoptionen und Radständen sowie in verschiedenen Gesamtgewichts- und Zuladungsklassen zu bekommen. Grundlage des Crafter-Programms sind mehrere eigenständige Karosserie-Versionen. Zur Wahl stehet der Crafter als Kombi mit bis zu neun Sitzplätzen, als Kasten- sowie Pritschenwagen und als Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine für Aufbauhersteller. Hinzu kommen drei unterschiedlich dimensionierte Radstände von 3.250 mm (kurz) über 3.665 mm (mittel) bis 4.325 mm (lang). In Abhängigkeit von den Aufbauten und Radständen fächert sich das zulässige Gesamtgewicht auf. Es reicht beim Crafter 4MOTION von 3.500 kg (Crafter 35) bis 5.000 kg (Crafter 50).

Die Karosserie-Varianten im Detail

Den Crafter Kastenwagen bieten die Hannoveraner als Transporterversion in drei Höhen und vier Längen an. Das verfügbare Ladevolumen reicht in acht Stufen von 7,5 m3 im kompakten, 5,24 m kurzen und 2,42 m flachen Kastenwagen mit kurzem Radstand und Normaldach bis hin zum 17,0 m3 großen Raumwunder. Dieser Crafter mit langem Radstand, nochmals um 40 cm gestrecktem Karosserieüberhang und Superhochdach misst in der Länge 7,34 m und ist 2,99 m hoch.

Neben der schieren Größe sind für Gewerbekunden und die KEP-Branche (Kurier, Express, Paketdienst) die Innenabmessungen des Frachtabteils von Interesse. Die Laderaumlänge reicht - je nach Karosserieversion - von 2.600 mm bis 4.700 mm. Zugleich streckt sich das Frachtabteil in der Höhe von 1.650 mm bei der Normaldach-Variante über 1.940 mm im Crafter mit Hochdach bis auf 2.140 mm in Modellen mit Superhochdach. Das garantiert in den Hochdachversionen Stehhöhe, die nicht nur Kurierfahrer, sondern auch alle Handwerksbetriebe schätzen dürften, die ihren Transporter als rollende Werkbank nutzen.

Wichtiges Kriterium speziell im Frachtverkehr ist die Aufnahmefähigkeit von Euro-Paletten. In seiner größten Ausführung fasst der Crafter bis zu fünf hintereinander, bei Querbeladung passen je zwei nebeneinander. Das Beladen fällt durch die weit aufschwingenden Heckflügeltüren leicht, sie bieten eine Durchgangsbreite von 1.565 mm und sind auf Wunsch mit 270-Grad-Öffnungswinkel zu bekommen, was speziell an Laderampen von Vorteil ist. Auf der Beifahrerseite gewährt die seitliche Schiebetür beim Crafter mit mittlerem und langem Radstand einen 1.300 mm breiten Zugang zum Laderaum, die Öffnungshöhe liegt bei 1.820 mm. Euro-Paletten kann der Gabelstapler auch quer im Frachtabteil absetzen. Auf Wunsch ist eine zweite Schiebetür für die Fahrerseite lieferbar.

Der Crafter besitzt ab Werk zwölf aufstellbare Verzurrösen im Boden und zwei weitere in den B-Säulen. Optional sind seitliche Verzurrschienen für den Ladeboden, die Seitenwände und den Dachrahmen erhältlich, mit denen sich das Frachtgut sichern lässt. Dem gleichen Zweck dient das Ladesicherungsnetz inklusive intelligentem Expandersystem, das ein schnelles Be- und Entladen erlauben soll, und die Spannstangen aus dem Zubehör-Programm. Sie stehen für die vertikale Stabilisierung der Ladung ebenso zur Verfügung wie für den Quereinbau. Alternativ zur geschlossenen Trennwand zum Fahrerbereich sind Varianten mit starrem oder verschiebbarem Fenster und sogar eine Schiebetür im Programm. Nützlich ist die offene Ablage mit Unterteilung über dem Fahrerhaus des Crafter mit Superhochdach, die kleinere Gegenstände oder Gepäckstücke mit einem Gewicht von bis zu 35 kg aufnehmen kann. Diese Ablage kann auf Wunsch auch bei den Hochdach-Modellen bestellt werden.

Beim mit Seitenfenstern ausgestatteten Crafter Kombi können bis zu neun Menschen und Material gleichzeitig auf Reise gehen. Wie der Kastenwagen steht er mit kurzem, mittlerem und langem Radstand zur Verfügung. Die Versionen mit Normaldach bieten eine Innenhöhe von 1,65 m, im Kombi mit Hochdach können auch groß Gewachsene dank eines lichten Maßes von 1,94 m bequem stehen. Als zweisitziger Lademeister bietet er ein Transportvolumen von 7,5 m3 bis 14,0 m3. Bei der Bestuhlung des Crafter Kombi haben die Kunden nahezu freie Hand. Das Angebot beginnt mit einem Einzelsitz oder einer Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite. Die zweite Sitzreihe im Fahrgastraum kann mit einer Zweier- oder Dreier-Sitzbank geordert werden, gleiches gilt für die dritte (alle Kombi) und vierte Sitzreihe (nur Kombi mit mittlerem und langem Radstand). Jeder einzelne Sitzplatz ist mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten und einer 4-Wege-Kopfstütze ausgerüstet.

Bei kühler Witterung sorgt eine serienmäßige elektrische Luft-Zusatzheizung für angenehme Temperaturen an Bord und die Entrostung der Scheiben. Optional sind weitere Zusatzheizungen und Klimaanlagen für Fahrerhaus und Fahrgastraum erhältlich, insgesamt bietet VW bis zu elf verschiedene Lüftungs-, Heiz- und Kühlsysteme für den Crafter Kombi an.

Den Crafter als Pritschenwagen bietet Volkswagen mit drei unterschiedlichen Radständen sowie in drei Gesamtgewichtsklassen von 3,5 t bis 5,0 t und mit einer Nutzlast von bis zu 2.523 kg an. Der Pritschenwagen ist mit Einzel- oder Doppelkabine verfügbar. Die Rückbank des Viertürers bietet serienmäßig vier Personen Platz. Vorne können mittels der optionalen Beifahrer-Doppelsitzbank bis zu drei Personen reisen. Schutzhelme, Werkzeug oder Getränke lassen sich in zahlreichen Ablagen verstauen.

Je nach Kabinenversion und Radstand wartet der Crafter Pritschenwagen mit fünf verschiedenen Innenlängen für die Ladefläche auf. Die Bandbreite reicht von 2,7 m für die Doppelkabine mit kurzem Radstand bis zur mit 4,3 m üppig dimensionierten Ladefläche des Crafter mit Einzelkabine und langem Radstand. In der Breite misst sie beim Crafter 35 durchgehend 2,03 m, im Falle des Crafter 50 sind es 2,13 m. Damit bietet die Grundfläche des Pritschenaufbaus bis zu 9,2 m2.

Als Fahrgestell ist der Crafter die Basis für Aufbauhersteller. Analog zum Pritschenwagen bietet VW diese Version mit drei verschiedenen Radständen (3.250 mm / 3.665 mm / 4.325 mm) und in Kombination mit Einzel- oder Doppelkabinen an. Für Integralkonzepte, wie sie bei KEP-Fahrzeugen (Kurier, Express, Paketdienst) oder auch bei Wohnmobilen gerne genutzt werden, steht das Fahrgestell ohne Dach und Fahrerhausrückwand sowie ohne Fahrerhaus zur Verfügung. Die zulässigen Gesamtgewichte messen für das Fahrgestell 3,5 t (Crafter 35) und 5,0 t (Crafter 50), die Achslasten dürfen vorne 1.850 kg und hinten 3.500 kg erreichen.

Interessant für Hersteller von technischen Aufbauten: Diese Crafter-Variante besitzt eine elektronische Schnittstelle zur Fahrzeugelektronik, die frei programmiert werden kann. Sie bietet zahlreiche Optionen zur individuellen Steuerung elektronischer Funktionen, etwa für einen Kipperaufbau: Während des Kippvorgangs lässt sich die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs auf fünf km/h begrenzen. Zugleich wird die entsprechende Arbeitsdrehzahl des Motors aufgerufen, der Warnblinker aktiviert, das Radio stummgeschaltet und ein Warnton für die Umgebung erklingt.

Optional kann der Crafter mit einem Nebenabtrieb vom Getriebe ausgerüstet werden, der eine maximale Dauerleistung von 28 kW bei 2.500 U/min sowie ein maximales Drehmoment von 140 Nm zwischen 1.000 und 1.200 U/min bereitstellt. Für alle Vierzylinder-Varianten ist als Nachrüstlösung auch ein zweiter Generator mit einer Nennleistung von 140 A sowie ein Kälteklimakompressor erhältlich.

Quelle: Gehard Prien