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4x4-Fahrzeuge/Basisfahrzeuge

Mercedes-Benz Zeros: Der Vorteil des Haubenkonzept

Der Zeros von Mercedes ist für Offroad-Einsätze schwerster Natur konzipiert. Seine Haubenbauweise stellt nach Auffassung der Stuttgarter ein überlegenes Konzept dar, etwa wegen der günstigen Fahrerposition. Im Hauber sitzt der Fahrer nicht über der Vorderachse, sondern - ähnlich wie beim Pkw - hinter der Vorderachse. Und er sitzt niedriger. Damit ist er im Hauber deutlich geringeren Vertikal- und auch Horizontalbeschleunigungen ausgesetzt. Damit differieren die Geschwindigkeiten, bei denen der Fahrer sich noch auf dem Sitz kontrollieren kann, zwischen Frontlenker und Hauber deutlich.

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Außerdem sitzt die Kabine des Mercedes-Benz Zetros nicht vierpunkt-, sondern dreipunktgelagert auf dem Chassis. Durch die Dreipunktlagerung sollen weniger Verwindungen des Fahrergestells auf die Struktur des Fahrerhauses übertragen werden. Die Lagerung ist nahe der Torsionsachse des Fahrzeugs angebracht. Das reduziert stark die sogenannten Querstörungen. Und durch die steile Stellung der Frontscheibe heizt sich das Fahrerhaus in heißen Ländern nicht über Gebühr auf.

Höchste Offroad-Effektivität und Sicherheit durch hohen Fahrkomfort

In der Praxis, verspricht Mercedes, solle der Fahrer am Volant eines 4 x 4-Frontlenkers einen anspruchsvollen Offroad-Parcour härterer Natur mit einiger Anstrengung nur ungefähr halb so schnell bewältigen können wie am Steuer eines 4 x 4-Zetros. In der Praxis resultieren daraus für den Hauber ein generell entspannteres Fahren im Gelände und höhere Konditionsreserven sowie schnellere Umlaufzeiten auf weiten Strecken. So trifft der Mercedes-Benz Zetros immer dann besonders schnell und sicher am Zielort eintreffen, wenn es im wörtlichen, oder auch übertragenen Sinne, brennt: Bei eiligen Missionen von Feuerwehr oder Rettungsdiensten zum Beispiel oder auf Baustellen und im Energiebereich und Tagebau in schwerem Geländeanspruch.

Der konzeptbedingt längere Radstand des Haubers steht für günstigere Hebelverhältnisse am Fahrzeug insgesamt. Die machen sich sowohl durch geringeres Schieben über die Vorderachse (speziell beim Dreiachser) als auch speziell an extrem steilen Bergaufpassagen bemerkbar – die Vorderachse des Haubers hebt, etwa beim Anfahren, weniger schnell ab. So gibt der Hauber bei steilen Bergabpassagen oder Fahrten durch buschiges, unübersichtliches Gelände sowie auf rutschigem Grund ein sicheres Gefühl. Obendrein hat die lange Schnauze manches Ungemach weit von der Fahrerposition und dient als besonders üppige Knautschzone.

Ein weiteres Argument für die Haube ist die Erreichbarkeit der Windschutzscheibe und des Motorraums. Um an den Motorraum zu kommen, muss die Lage des Fahrerhauses nicht verändert werden. Bei sibirischer Kälte kann die Crew, oder zumindest ein Teil von ihr, in der geräumigen - und im Zweifelsfall per Standheizung gewärmten - Kabine bleiben, wenn fernab der Zivilisation Arbeiten an Motor oder Nebenaggregaten fällig sein sollten. Die vierteilig ausgeführte Haube des Zetros lässt sich schnell nach vorne kippen, ist voll begehbar und bietet einen sicheren und bequemen Aufstieg für Handgriffe wie dem Reinigen der Frontscheibe, welche im Offroad-Einsatz häufiger vorkommen. Den Aufstieg erleichtert ein beidseitig ausziehbarer Tritt, über den die in den Stoßfänger integrierten Standflächen erreicht werden. Eine Torsionsfeder im zentralen vorderen Teil des Anschlusses unterstützt das Öffnen der Haube aus GfK. Durch Entfernen einer Schraube und eines Steckers lässt sich die Haube ganz demontieren.

Ein weiterer Vorteil des Haubers: Er baut relativ flach. Die Gesamthöhe des Fahrerhauses liegt bei 2.833 Millimeter bei Nennlast und mit Standardbereifung der Größe 14.00 R 20. Die Außenbreite des Fahrzeugs liegt bei 2.530 Millimetern, Haube sowie Fahrerhaus sind mit rund 2.300 Millimeter Breite deutlich schlanker. Die geringe Gesamthöhe und die schlanke "Taille" des Fahrzeugs kommen der Geländegängigkeit unter beengten Verhältnissen zugute, etwa auf Hohlwegen. Die Kontur des Fahrerhauses ist so gestaltet, dass das Fahrzeug per Bahn (auf dem Waggon) oder als Luftfracht verladbar ist.

Bequemer Einstieg, geräumige Kabine

Für den Fahrer oder die Crew bringt die niedrige Kabine nicht nur einen bequemen Ein- und Ausstieg mit sich, sondern auch großzügige Platzverhältnisse innen. Der niedrige Motortunnel ist beim Durchstieg kaum im Weg, hinter den Sitzen ist Platz für Stauräume. Vom Boden bis zur Decke gibt dieser Freiraum hinter den Sitzen bis zu 1400 Liter Stauvolumen her. Vier DIN-Schächte nehmen auf der Stirnseite unterm Dach Gerätschaften, vom Radio bis hin zu Bordfunk, auf. Mittig auf dem Armaturenträger sitzt eine rutschfest ausgekleidete und mit hoher Stolperkante versehene offene Ablage mit zwei integrierten Becherhaltern. Ins Türfach ist je ein Flaschenhalter integriert.Die Crew nimmt auf drei vollwertigen und mit Gurtend Kopfstützen versehenen Sitzen Platz, die auf Wunsch auch luftgefedert lieferbar sind. Beide Sitzarten sind frei miteinander kombinierbar und mit Stoff- oder Kunstleder-Bezug zu bekommen.

Das Cockpit mit Bedieninstrumenten stammt aus der Baureihe Axor und wurde den kompakteren Raumverhältnissen im Zetros angepasst. Die Instrumententafel besteht aus Tacho, Drehzahlmesser sowie Tank-/Luftdruckanzeige und Zentraldisplay. Rechts des Lenkrads finden sich die Spiegelverstellung, die Bedienungselemente für die Klimatisierung sowie die Drehschalter für die Differenzialsperren und das Einlegen des Geländegangs. Der Schalter für die Differenzialsperren schaltet in aufsteigender Reihenfolge die Sperren sinnvoll fürzunehmend schwieriges Gelände zu. Mit der Drehung auf die erste Raste aktiviert er die Längssperre, mit der zweiten Raste mobilisiert er zusätzlich die Quersperre hinten. Die dritte Raste schaltet für maximalen Vortrieb noch die vordere Quersperre hinzu. So ist ein irrtümliches Betätigen der Quersperren statt der Längssperre als erste traktionsfördernde Maßnahme im Gelände, was bei Kurvenfahrt auf relativ griffigem Grund Schäden nach sich ziehen kann, weitgehend ausgeschlossen.

Quelle: Gerhard Prien