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4x4-Fahrzeuge/Basisfahrzeuge

Fuso Canter 44 (2012)

Neuauflage

Fuso Canter 4×4

Technisch wie optisch überarbeitet startet der Fuso Canter in seine nächste Generation. Der Hersteller ergänzt die Baureihe des konventionell über die Hinterräder angetriebenen Leicht-Lastwagen durch eine Variante mit zuschaltbarem Allradantrieb.

Der Antrieb über alle Viere macht den Canter 4x4 fit für Einsätze abseits befestigter Straßen, etwa bei Energieversorgern, Bauunternehmen, Landschafts- und Gartenbauern, der Feuerwehr oder Rettungsdiensten. Der Allradantrieb ist während der Fahrt zu- und abschaltbar, serienmäßig ist eine Differentialsperre für die Hinterachse an Bord. Bei einer Fahrzeugbreite von gerade mal zwei Metern passt der allradgetriebene Fuso auch durch Engstellen.

Den Canter 4x4 mit der Typenbezeichnung 6C18 gibt es mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 6,5 Tonnen und einem Euro-V-Motor mit 129 kW / 175 PS Leistung bei 3.500 U/min. Der langhubige Vierzylinder-Turbodiesel hat drei Liter Hubraum und erreicht unter Volllast 430 Newtonmeter, die von 1.600 bis 2.900 U/min konstant zur Verfügung stehen.

Abgas-Nachbehandlung: SCR plus Abgasrückführung plus Partikelfilter

Beim Canter 4x4 verfügt das Dreiliter-Aggregat über die bei auch bei Trucks von Daimler eingesetzte SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung. Neben dem Kraftstofftank auf der linken Fahrzeugseite ist AdBlue-Tank untergebracht, die zwölf Liter Tankinhalt sollen für eine Reichweite von rund 8.000 km ausreichen.

Für günstige Schadstoffwerte sorgt - zusätzlich zur SCR-Abgasreinigungstechnik – eine Kombination aus Abgasrückführung und einem vollautomatisch regenerierenden Partikelfilter. Bei extremem Einsatz auf Kurzstrecken kann wegen der niedrigen Motortemperaturen eine manuelle Regeneration des Partikelfilters erforderlich werden, die dem Fahrer über eine Statusanzeige im Multifunktionsdisplay signalisiert wird. Die manuelle Regeneration lässt sich durch einen Schalter aktivieren. Die Wartungsintervalle für den Allrad-Canter liegen bei 40.000 km, auf Wunsch gibt es den Laster mit einer kraftstoffsparenden Start-Stopp-Funktion für das Antriebsaggregat.

Auch das Allradmodell des Fuso Canter verfügt serienmäßig über eine per Lenksäulenschalter betätigte Abgasbremse mit einer Bremsleistung von bis zu 50 kW.

Aufbaufreundlicher Rahmen

Das einheitliche Lochbild des Rahmens erleichtert Aufbauherstellern die Arbeit. Auf Wunsch sind alle Fahrgestelle zur leichteren Montage von Aufbauten mit Aufbaukonsolen zu bekommen. Ein Durchbohren des Leiterrahmens ist nicht notwendig. Der Kühlwasser-Ausgleichbehälter sitzt unter dem Fahrerhaus, so können Aufbauten näher ans Fahrerhaus rücken.

Ein optionaler Spannungswandler gewährleistet die Verbindung der 12-V-Fahrzeugelektrik mit einer 24-V-Aufbauherstellerschnittstelle, wie sie vielfach für Aufbauten von Lkw im Medium-Format gebraucht wird. Zur Sicherung der Stromversorgung ist der Canter mit unterschiedlichen, dem jeweiligen Einsatzzweck angepassten Lichtmaschinen lieferbar.

Der Allrad-Canter kann ab Werk mit zwei unterschiedlichen Nebenantrieben – mit und ohne Flansch – und einer Leistung von 31 kW geordert werden. Obendrein ist ein extern frei positionierbarer Drehzahlregler für die Nebenantriebe verfügbar, die Schnittstelle befindet sich an der Rückseite der Kabine.

Fahrerhaus mit Langzeit-Korrosionsschutz

Wie der klassische Canter rollt auch das neue 4×4-Modell mit überarbeitetem Fahrerhaus zum Kunden. Erkennungsmerkmal des Fuso Canter 4x4 ist seine Frontpartie mit V-förmiger Kühlermaske und markant positioniertem Logo. Die V-Ausprägung setzt sich oberhalb der großen Scheinwerfer bis in die Türsicke fort. Der lackierte Bereich ist bis zur Unterkante der Windschutzscheibe gezogen, der dreigeteilte Stoßfänger aus Stahl trägt anthrazitfarbige Kunststoff-Stoßecken. In die Gehäuse der Nebelscheinwerfer ist das Tagfahrlicht integriert. Bei allen Modellen sind Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht serienmäßig.

Die mit dem 4x2-Modell eingeführte, kataphoretische Tauchlackierung (KTL) der Fahrerkabine und der pulverbeschichtete Rahmen sollen Langzeit-Korrosionsschutz bieten. Das Fahrerhaus ist in rund 100 Farben lieferbar, darunter Metallic- und Perleffektlacke, realisierbar sind auch Lackierungen nach Kundenwunsch. Einzel- und Doppelkabinen (mit drei bzw. sieben Sitzplätzen) und Radständen von 3.415 mm und 3.865 mm stehen zur Auswahl. Beim kurzen Radstand liegt der Wendekreis bei 13,5 Metern. Die Türen des Canter verfügen serienmäßig über einen Seitenaufprallschutz, optional gibt es Airbags für Fahrer und Beifahrer.

Die Tragfähigkeit der Fahrgestelle liegt zwischen 3.500 kg und 3.735 Kilogramm. Der Böschungswinkel des Allrad-Lkw liegt vorne bei 35 Grad (gegenüber 18 Grad beim Canter 4x2), möglich macht es der kurze vordere Überhang des Frontlenkers; hinten sind es 25 Grad (zu 11 Grad beim Modell mit Heckantrieb).

Funktionelles Cockpit

Im Fahrerhaus gibt es ein zweifarbiges Cockpit, ein Multifunktionsdisplay zwischen den Instrumenten informiert über Uhrzeit und Kilometerstand, enthält einen Rechner für den Kraftstoffverbrauch, eine Anzeige für den Status des Partikelfilters und eine Warnlampe für den Kraftstoffstand. Fahrer und Beifahrer profitieren von einem verbesserten Durchgang von links nach rechts. Die Mittelkonsole enthält zwei DIN-Einschubfächer, Staufach mit Klappe und einen ausziehbaren Getränkehalter. Auf der Beifahrerseite nehmen eine offene Ablage und ein abschließbares Handschuhfach große und kleine Gegenstände auf, dazu gibt es eine Dokumentenablage sowie ein Fach für das Mobiltelefon oder Kleinteile. Dachstaukästen, Türfächer sowie Ablagen hinter und zwischen den Sitzen komplettieren das Stauraumangebot. Alternativ zur manuell geregelten Klimaanlage ist eine vollautomatische Anlage lieferbar.

Quelle: Gerhard Prien